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Ambulantes Adipositaszentrum Westmecklenburg gegründet

Eine neue Kooperation in Schwerin soll krankhaft übergewichtige Menschen dort erreichen, wo sie Hilfe benötigen. Das „Ambulante Adipositaszentrum Westmecklenburg“ richtet sich sowohl an Erwachsene als auch Kinder.
20. Dezember 2021

Hilfe für krankhaft übergewichtige Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zu finden ist nicht einfach. Zumindest dann nicht, wenn alle Facetten der Erkrankung zusammen erfasst werden sollen. Erst seit Kurzem gibt es mit dem Adipositaszentrum an den Helios Kliniken Schwerin eine Anlaufstelle mit ärztlichen und ernährungstherapeutischen Expertinnen und Experten. Betroffene mit krankhaftem Übergewicht (ein BMI größer als 35 kg/m2) werden hier von der Beratung über die Therapie und auch darüber hinaus betreut.

Dr. Kristina Lenz leitet das Adipositaszentrum am Krankenhaus und sieht großen Bedarf in der Region. „Wir haben eine lange Warteliste für unsere Termine. Es ist schön, wenn wir den Menschen jetzt helfen können, bei vielen muss aber schnell etwas passieren. Die Therapie der Adipositas besteht vor allem aus den Säulen Ernährungstherapie, Verhaltensmodifikation und Bewegung. Mit einem zusätzlichen ambulanten Angebot können wir die Schwelle dazu etwas niedriger legen.“ Gerade während der Pandemie habe das Problem Übergewicht durch zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung stark zugenommen. Depressionen können Folge und Ursache für weitere Gewichtszunahme sein. Gemeinsam mit Olaf Winkler vom Institut „Gesundheit heißt Leben“ sowie Axel Mielke von der AWO Soziale Dienste gGmbH-Westmecklenburg plante Dr. Lenz deshalb das Ambulante Adipositaszentrum Westmecklenburg. Das im Herbst eröffnete Eltern-Kind-Zentrum der AWO bietet mit seinen neuen Räumlichkeiten mit Lehrküche, Sporträumen und Bewegungsbad gute Voraussetzungen für die multimodale Therapie mit Ernährung und Bewegung. Kurz vor Weihnachten wurde die Kooperationsvereinbarung dort unterzeichnet.

Ambulantes Adipositaszentrum Westmecklenburg gegründet

Diplom-Trophologe Olaf Winkler als Leiter des Institut Gesundheit heißt Leben (IGehL) ist seit 1998 zugelassener Ernährungsberater und Pädagoge. „Ich habe in den letzten Jahren miterlebt, wie sich die Gesellschaft in Bezug auf Ihr Ess-und Bewegungsverhalten verändert hat. Konsum spielt dabei eine wichtigere Rolle als der Erhalt der Gesundheit“, ist seine Beobachtung. Wenn es die Kinder und die Heranwachsenden betrifft, hört bei ihm der Spaß auf. „Adipositas ist eine ernstzunehmende Erkrankung! Jeder sollte sich hier die Frage stellen, wie lange er oder sie gesund leben möchte und was dafür getan werden muss.“

Winkler freut sich darauf, das ambulante Adipositaszentrum in Kooperation mit den Partnern zu gründen, zu starten und mit Leben zu erfüllen. „Damit bieten wir für die Ernährungsberatung und -therapie in Schwerin eine ganz neue Anlaufstelle und somit auch eine neue Qualität.“

Gestartet werden soll die Kooperation zunächst mit den erwachsenen Patienten aus der Adipositassprechstunde der Helios Kliniken. Langfristig werden aber auch die Kinder mit in den Blick genommen, um bereits präventiv ansetzen zu können. Durch die Vermittlung von Wissen über gesunde Ernährung und Spaß an Bewegung soll frühzeitig der Entstehung von Übergewicht und den Folgeerkrankungen entgegengewirkt werden.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Familien ganzheitlich zu unterstützen und zu begleiten. Die Themen gesunde Ernährung und Bewegung sind uns dabei ein besonderes Anliegen.“, so Axel Mielke, Geschäftsführer der AWO.

„Verschiedene Angebote der Familienbildungsstätte für Familien mit Babys und Kleinkindern konnten seit Sommer 2021 bereits im neuen Eltern-Kind-Zentrum starten: die Krabbelgruppe, die Turnmäuse für Eltern mit Kleinkindern sowie das Baby- und Familienschwimmen.“ Darüber hinaus möchte die AWO auch Vorschulkinder in Wassergewöhnungskursen fit machen, vor dem Schuleintritt die erste Schwimmstufe zu erlangen und bieten auch Kita-Eltern aus dem Stadtteil durch geförderte AquaFitness-Kurse die Chance, in Bewegung zu kommen.