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Prostatakrebs: Alle Informationen im Überblick

Mit rund 79.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs (auch Prostatakarzinom) in Deutschland die häufigste Krebsdiagnose bei Männern. Gleichzeitig ist die Erkrankung heute in vielen Fällen gut behandelbar und oft heilbar, vor allem wenn sie früh erkannt wird. Wir erklären, was Prostatakrebs ist, wie er entsteht und warum Vorsorge sinnvoll ist.

08.06.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Thomas Steiner
Prostate disease and treatment. Male reproductive system anatomical model in doctors hands close-up during consultation of male patient with suspected bacterial prostatitis
Inhaltsverzeichnis

Die Prostata: Lage und Funktion

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein etwa kastaniengroßes Organ des Mannes. Sie liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre.

Ihre wichtigste Aufgabe ist die Bildung eines milchig-weißen Sekrets, das beim Samenerguss gemeinsam mit den Spermien abgegeben wird. Dieses Sekret sorgt dafür, dass sich die Samenzellen bewegen können und ausreichend versorgt werden

Anatomie der Prostata Grafik: Helios / Abbildung nach Leitlinie

Prostatakrebs früh erkennen: Kennen Sie Ihren PSA-Wert?

Viele Männer schieben Vorsorge lange vor sich her – selbst bei ersten Veränderungen wie z.B. Problemen beim Wasserlassen. Ein PSA-Bluttest kann helfen, Risiken frühzeitig einzuordnen und rechtzeitig die nächsten Schritte zu gehen.

Wie entsteht Prostatakrebs?

Wachstum und Teilung der Körperzellen sind normalerweise ein geregelter Prozess. Alte Zellen sterben ab und werden durch neue ersetzt. Durch Veränderungen im Erbgut einzelner Zellen (Mutationen) kann dieses Gleichgewicht gestört werden. Die Folge ist ein unkontrolliertes Zellwachstum, durch den ein Tumor entsteht.

Beim Prostatakrebs handelt es sich um eine solche bösartige Veränderung der Zellen der Vorsteherdrüse. Warum genau sich bei einem Mann ein Prostatakrebs entwickelt und bei einem anderen nicht, ist bislang nicht vollständig geklärt. Bekannt sind jedoch mehrere Risikofaktoren, etwa:

  • höheres Lebensalter
  • familiäre Vorbelastung
  • bestimmte genetische Veränderungen

Die Erkrankungsrate steigt mit dem Alter. Bei Männern unter 40 Jahren ist Prostatakrebs selten. Deutlich häufiger tritt er ab dem 60. Lebensjahr auf. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 71 Jahren.

Wichtig zu wissen: Ein erhöhtes Risiko bedeutet nicht automatisch, dass Prostatakrebs entsteht. Umgekehrt können auch Männer ohne bekannte Risikofaktoren erkranken.

Gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs?

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Prostata bei vielen Männern: Sie kann größer werden, ohne dass dies krankhaft ist. Die gutartige Vergrößerung ist häufig und nicht mit Prostatakrebs gleichzusetzen.

Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) entsteht meist im zentralen Bereich der Prostata in Umgebung der Harnröhre und kann Beschwerden beim Wasserlassen verursachen wie einen schwachen Harnstrahl oder häufigen Harndrang. Sie ist medikamentös oder auch durch ein operatives Verfahren gut behandelbar.

Prostatakrebs entsteht meist weiter entfernt von der Harnröhre im äußeren Teil der Vorsteherdrüse, wo er oft lange Zeit unbemerkt bleibt. Die Probleme beim Wasserlassen zeigen sich oft erst später, wenn sich der Tumor bereits vergrößert hat.

„Bemerken Sie bei sich ein verändertes Harnverhalten, beispielsweise mit einem verstärkten Harndrang oder erschwertem Wasserlassen, sollten Sie dies unbedingt urologisch abklären lassen. Ob hinter einer Veränderung eine ernsthafte Erkrankung steckt, lässt sich nicht zuverlässig selbst einschätzen“, sagt Prof. Dr. Thomas Steiner, Chefarzt Urologie und Leiter des Uroonkologischen Zentrums im Helios Klinikum Erfurt.

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Helios Klinikum Erfurt

Chefarzt Urologie, Leiter des Uroonkologischen Zentrums, Leiter des Robotikzentrums Mitteldeutschland

Prostatakrebs ist kein Thema, das man aus Angst verdrängen sollte. Wer an den Früherkennungsuntersuchungen teilnimmt und auftretende Veränderungen frühzeitig abklären lässt, verschafft sich im Krankheitsfall den größten Handlungsspielraum.

Prostatakrebs: Wachstum und Ausbreitung

Solange der Tumor auf die Prostata begrenzt ist, bestehen sehr gute Möglichkeiten, ihn optimal zu behandeln: Etwa durch Operation, Bestrahlung oder auch durch ein kontrolliertes Abwarten („aktive Überwachung“) bei sehr langsam wachsenden Tumoren.

Hat sich der Krebs bereits über die Prostata hinaus ausgebreitet, stehen heute verschiedene moderne Therapien zur Verfügung, um das Tumorwachstum zu bremsen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt immer von mehreren Faktoren ab: Beispielsweise vom Tumorstadium, von den Eigenschaften des Tumors und auch den persönlichen Lebensumständen des Betroffenen.

Mehr Informationen zu den Stadien und Behandlungsmöglichkeiten haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Prostatakrebs nach Gewebetyp

Etwa 95 Prozent aller Prostatakrebserkrankungen sind sogenannte Adenokarzinome. Sie entstehen aus Drüsenzellen der Prostata und unterscheiden sich in ihrem Wachstumsverhalten teils deutlich.

Seltene Sonderformen sind unter anderem:

  • neuroendokrine Prostatakarzinome
  • intraduktale Karzinome (IDC-P)
  • Sarkome der Prostata

Diese Formen spielen im klinischen Alltag eine untergeordnete Rolle, erfordern aber spezielle Therapiekonzepte.

Prostatakrebs nach Lokalisation

Die Prostata wird anatomisch in verschiedene Zonen eingeteilt:

  • Periphere Zone
  • Übergangszone (Transitionalzone)
  • Zentrale Zone

Rund 70 bis 75 Prozent aller Prostatakarzinome entstehen in der peripheren Zone. Diese Lage erklärt, warum der Tumor lange unauffällig bleiben kann und bei der Früherkennung gezielt gesucht wird.

Das Prostatamodell nach McNeal | Grafik: Helios (Abbildung nach DAZ/Hammelehle)

Erhöhter PSA-Wert? Sichere Abklärung für Ihren Befund.

Ein auffälliger PSA-Wert bedeutet nicht automatisch Krebs. Wichtig ist jetzt eine fundierte medizinische Einordnung. Unsere spezialisierten Zentren begleiten Sie Schritt für Schritt durch die weitere Diagnostik. Wir sind an Ihrer Seite

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Fazit: Wissen schafft Sicherheit

Prostatakrebs ist eine häufige Erkrankung, die vor allem im höheren Lebensalter auftritt. Viele Tumore entwickeln sich langsam und bleiben lange auf die Prostata begrenzt. Das eröffnet gute Möglichkeiten für eine individuell angepasste Behandlung bis hin zur Heilung.

„Prostatakrebs ist kein Thema, das man aus Angst verdrängen sollte. Wer an den Früherkennungsuntersuchungen teilnimmt und auftretende Veränderungen frühzeitig abklären lässt, verschafft sich im Krankheitsfall den größten Handlungsspielraum“, sagt Professor Dr. Steiner.

FAQ

Prostatakrebs ist eine bösartige Erkrankung der Prostata, einer Drüse unterhalb der Harnblase. Er entsteht, wenn sich die Zellen der Prostata unkontrolliert vermehren. In vielen Fällen wächst der Tumor langsam und verursacht lange Zeit keine Beschwerden.

Nein. Prostatakrebs verläuft sehr unterschiedlich. Viele Tumore wachsen so langsam, dass sie über Jahre hinweg keine Probleme verursachen. Entscheidend sind vor allem das Tumorstadium, die Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors und der Zeitpunkt der Diagnose. 

In frühen Stadien verursacht Prostatakrebs häufig keine typischen Symptome. Beschwerden beim Wasserlassen können auftreten, sie können aber auch Folge einer gutartigen Prostatavergrößerung sein.

 

Die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen ab 45 Jahren ist daher besonders wichtig.  

Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Zuletzt registrierte das Robert Koch-Institut über 79.000 Neuerkrankungen in einem Jahr (Stand 2023).

 

Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Bei jüngeren Männern ist die Erkrankung sehr selten, ab dem 60. Lebensjahr tritt sie häufiger auf. 

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