Der Diagnose Darmkrebs auf der Spur: Angela M. hört auf ihr „Bauchgefühl“

Der Diagnose Darmkrebs auf der Spur: Angela M. hört auf ihr „Bauchgefühl“

Berlin

Angela M. ist stark. Sie hat einen wachen Verstand, bohrt nach und will alles verstehen. Sie ist eine engagierte Frau – engagiert im Namen ihrer Gesundheit. Denn nach einer Odyssee wurde bei ihr kürzlich Darmkrebs diagnostiziert. Diese Diagnose hat sie den Experten des Zertifizierten Darmkrebszentrums am Helios Klinikum Emil von Behring zu verdanken und ihrer Hartnäckigkeit.

Der Brandenburgerin ging es schon einer längeren Zeit nicht wirklich gut. Im Gegenteil. Seit Ende 2018 hatte sie mit Verdauungsproblemen zu kämpfen. Sie ging zu verschiedenen Ärzten und ließ sich umfangreich untersuchen. Doch die Diagnosen ließen bei Frau M. oft genug Zweifel, so dass sie – im wahrsten Sinne des Wortes – ihrem Bauchgefühl folgte und immer wieder sich und die Ärzte fragte: „Ist es das wirklich?“
Es begann vor rund eineinhalb Jahren nach einem Restaurant-Besuch: Danach hatte Frau M. Durchfall. Doch sie machte sich keine weiteren Gedanken. Schließlich hatte sie auch wenige Monate zuvor erst eine Darmspiegelung, die ohne Befund war. Doch es blieb nicht beim Durchfall. Im Intervall kamen Darmkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen hinzu, so dass sie schließlich zu ihrer Hausärztin ging. Diagnose: möglicherweise Reizdarm. Verschiedene Medikamente, die sie im Laufe des Jahres 2019 verschrieben bekam, brachten kurzfristig Linderung, doch die Beschwerden kamen wieder. Und jedes Mal waren sie schlimmer. 
Als sie im November 2019 das erste Mal ins Helios Klinikum Emil von Behring kam, stand die gestellte Diagnose Reizdarm wieder im Raum, wurde sie doch von ihrem Partner über die Notaufnahme mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung nach einer Pilz-Mahlzeit eingeliefert. Frau M. wurde umfassend untersucht. Allerdings gab es keine weiteren Symptome, die auf eine schwerwiegendere Erkrankung hindeuteten. So konnte sie nach kurzer Zeit das Krankenhaus wieder verlassen. Aber nicht für lange: Im Januar 2020 erfolgte erneut die Notaufnahme ins Helios Klinikum in Berlin-Zehlendorf. Und dieses Mal war alles anders. Sie hatte typische Anzeichen eines Darmverschlusses, was sich im Ultraschall zeigte und die darauffolgenden Darmspiegelung auch bestätigte. Der Grund hierfür? Ein Dickdarmtumor! 
So plötzlich? Hätte der nicht früher erkannt werden müssen? „Nicht unbedingt!“ sagt Ines Stenzel, Oberärztin und Koordinatorin des Zertifizierten Darmkrebszentrums am Helios Klinikum Emil von Behring: „Tumore können mitunter sehr schnell wachsen, auch binnen weniger Monate. Das bedeutet nicht, dass im Darm von Frau M. vorher nichts war. Nur weil sie immer am Ball blieb und nicht resignierte, konnten wir am Ende die tatsächliche Diagnose stellen und handeln.“ 

Das Zertifizierte Darmkrebszentrum am Helios Klinikum Emil von Behring handelte bestmöglich: Gleich am Tag nach der Diagnose wurde Frau M. operiert und der Tumor wurde komplett entfernt. Mindestens genauso wichtig: Im Rahmen der hervorragenden interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Fachrichtungen wurde der Dickdarm im Vorfeld entlastet, so dass auf ein Stoma – sprich auf einen künstlichen Darmausgang – verzichtet werden konnte. Auch wenn ein Stoma heutzutage oftmals nur noch eine zeitlich befristete Lösung darstellt und die Lebensqualität mit einem künstlichen Darmausgang heute ungleich höher ist als noch vor Jahren, so findet Frau M. dieses Ergebnis natürlich am besten. 

Doch selbst wenn es anders gelaufen wäre, sie hätte auch mit einem Stoma gelebt. Denn in all den Monaten ist sie zu einer Kämpferin ihrer eigenen Gesundheit geworden. „Nach all der Zeit weiß ich endlich, womit ich es zu tun habe. Ich habe immer gespürt, da ist noch was. Diese Unsicherheit hat dafür gesorgt, dass wir letztlich so schnell reagieren mussten und das Krankenhaus handeln konnte. Jetzt bin ich so weit gekommen. Jetzt möchte ich auch gesundwerden.“ Oberärztin Ines Stenzel nickt: „Frau M. ist eine tolle Patientin und handelt vollkommen weitsichtig und richtig.“ 
Zum Gesundwerden gehört noch eine ergänzende Chemotherapie. Mutig und entschlossen zugleich sagt die Brandenburgerin: „Früher habe ich immer gesagt, wenn ich Krebs bekommen sollte, will ich nie eine Chemo machen.“ Und heute? „Es gehört dazu und ich hoffe natürlich auf ein gutes Ende. Damit mein Partner, der ebenfalls eine schwere Krankheit hinter sich hat und ich noch ein bisschen voneinander haben.“