Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?
Das können Sie tun

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Rückenschmerzen während der Schwangerschaft sind leider keine Seltenheit. Schuld daran sind nicht die zusätzlichen Kilos, sondern die Hormone. Aber warum? Und was kann man dagegen tun?

Unser Chefarzt für Gynäkologie, Dr. Hans-Jürgen Richter, klärt auf.

Viele Schwangere haben Rückenschmerzen, vor allem, wenn sie schon vor der Schwangerschaft Probleme mit dem Rücken hatten. Rückenschmerzen treten meist im letzten Schwangerschaftsdrittel auf. Sie melden sich oft im unteren Lendenwirbelbereich. Manchmal strahlen sie auch in die Beine aus. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden nach der Geburt.

Durch die Ausschüttung von Schwangerschaftshormonen wird der Körper auf die Geburt vorbereitet. Dadurch werden auch die Bänder und Sehnen weicher und die Wirbelsäule und Gelenke verlieren an Stabilität.

Dr. Hans-Jürgen Richter, Chefarzt für Gynäkologie Helios Klinik Jerichower Land

Ausschüttung von Schwangerschaftshormonen

Schwangere auf Pezziball gelehnt
Rückenschmerzen in der Schwangerschaft kommen öfters vor | Foto: Thomas Oberländer

„Die Schwangerschaftshormone sind dazu da, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Durch die Ausschüttung von Schwangerschaftshormonen wird der Körper auf die Geburt vorbereitet. Dadurch werden auch die Bänder und Sehnen weicher und die Wirbelsäule und Gelenke verlieren an Stabilität. Viele Frauen schieben den Bauch nach vorne und gehen immer mehr ins Hohlkreuz. Eine zusätzliche körperliche Belastung verstärkt diese Schmerzen,“ sagt der Gynäkologe der Helios Klinik Jerichower Land.

Wann zum Arzt?

Spannungen im Bauch oder Ziehen im Lendenwirbelbereich gehören in gewissem Maße zu einer Schwangerschaft dazu. „Bei anhaltenden Rückenschmerzen sollte auf alle Fälle der Hausarzt oder Gynäkologe aufgesucht werden“, rät Dr. med. Hans-Jürgen Richter.

Wir haben für 5 einfache Tipps und Übungen für eine schöne Schwangerschaft ohne Rückenschmerzen:

Sport in der Schwangerschaft ist nicht nur erlaubt, sondern gewollt. Ihrer gewohnten sportlichen Betätigung kannst du – vor allem in der Frühschwangerschaft – wie gewohnt nachgehen. Gymnastik oder Yogaübungen nehmen Schwangere häufig als wohltuend war. So lassen sich Rücken und Becken stärken.

Wie für jeden anderen gilt auch für Schwangere: raus an die frische Luft. Das bringt den Kreislauf in Schwung und erhöht die Stimmungslage. Entspannen geht auch bei einem schönen Buch und einer guten Tasse Tee. Manchen Schwangeren hilft es, Lockerungsübungen durchzuführen, um die Wirbelsäulenbeweglichkeit zu verbessern.

Löse die Muskelverspannungen und Blockaden mit einer Massage. Ab der 12 SSW möchten sich manche Frauen nicht mehr auf den Bauch legen. Setze dich falsch herum auf einen Stuhl und versuche, leicht vornübergebeugt, die Arme auf der Stuhllehne abzustützen. Dein Partner kann dich leicht mit einem Schwangerschaftsöl massieren. Aber Vorsicht: Eine Massage im Kreuzbeinbereich kann möglicherweise zu Kontraktionen der Gebärmutter führen! Deshalb nur den mittleren und oberen Rücken möglichst ohne Druck massieren.

Um Fehlhaltungen im Alltag zu vermeiden sollten Schwangere bewusst auf eine aufrechte Körperhaltung achten. Manche Frauenärzte oder Hebammen empfehlen sogenannte Stützgürtel, welcher helfen kann, dass zusätzliche Gewicht des Ungeborenen zu tragen. Zusätzlich stützt er Bauch und Rücken und fördert dadurch eine aufrechte Haltung.

Wärme und Wasser bringen Linderung in der Schwangerschaft. Gönnen dir ein warmes, nicht zu heißes, Vollbad und genießen Sie die Schwerelosigkeit im Wasser. Ein Kirschkernkissen wärmt den unteren Rücken und kann ebenfalls Linderung bei Rückenschmerzen bringen.

Für zu Hause haben wir Ihnen einmal einige Übungen zusammengestellt, die Sie einfach mit einem Pezziball. durchführen können.

Beckenkreisen

Beckenkreisen auf dem Pezziball | Foto: Thomas Oberländer
  • Stellen Sie sich mit Oberkörper gerade hin
  • Füße auf festen Untergrund in Hüftbreite, Beine leicht gebeugt
  • Hände in die Taille oder in Schulterhöhe anwinkeln
  • Ziehen Sie mit Ihrem Becken entspannte Kreise
  • Kippen Sie Ihr Becken nach vorne und hinten, nach links und rechts – mehrmals wiederholen

Vierfüßlerstand

Frau kniet auf Boden für Vierfüßlerstand
Einfach und wohltuend: der Vierfüßlerstand | Foto: Thomas Oberländer

Das ist eine schöne und einfache Übung aus dem Yoga: Die Schwangere geht in den Vierfüßlerstand. Jetzt formt sie einen Rundrücken, während der Blick zum Boden gerichtet ist. Danach kehrt sie in die Ausgangsposition zurück. Diese Abfolge kann zehn Mal wiederholt werden.

Wichtig ist, bei den Übungen immer auf den eigenen Körper zu hören: Ein bisschen anstrengend darf es sein, aber wenn etwas zwickt oder gar weh tut, dann sollte die Übung abgebrochen werden.

Entspannung

Schwangere legt Füße auf Pezziball ab
Entspannung auf dem Rücken | Foto: Thomas Oberländer

Zum Abschluss der Übungen ist etwas Entspannung für den Körper wichtig. Legt euch auf den Rücken und lagert die Waden entweder auf einem Gymnastikball ab oder zieht sie sanft an den Oberkörper heran. Rollt dann den verspannten unteren Rücken sanft auf dem Boden nach rechts und links.