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Prostatakarzinom

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Wenn Patienten mit frühem Tumorstadium entdeckt werden, kann unter Umständen ein abwartendes Verhalten mit engmaschigen Kontrollen sinnvoll sein. Bei behandlungsbedürftiger Erkrankung stehen unterschiedliche etablierte Verfahren (verschiedene Operations- und Bestrahlungstechniken) zur Verfügung.

Vergleichbar einer Radikaloperation, ist eine Heilung durch die Strahlentherapie möglich.

In unserer Abteilung wird die Prostata von außen (perkutan, durch die Haut) mit modernen Strahlentherapiegeräten, sogenannten Linearbeschleunigern, bestrahlt. Mit der VMAT (Volumetric Arc Therapy)-Technik rotiert das Gerät mit variabler Geschwindigkeit während des Strahlens kontinuierlich um den Patienten. Während der Rotation variiert die Strahlenintensität oder ist ganz abgeschaltet zur Schonung des umliegenden Gewebes. Eine Rotation von 360° dauert ca. 2 Minuten. Diese sehr schnelle Behandlung ist gegenüber herkömmlichen Techniken bei beweglichen Organen wie der Prostata von Vorteil. Die Prostata liegt je nach Füllungszustand von Blase und Darm und je nach Anspannung der Gesäßmuskeln etwas verändert im Becken.

Um noch präziser bestrahlen und das Behandlungsvolumen sogar verkleinern zu können, werden seit vielen Jahren durch die Urologen unseres Hauses Goldmarker (3mm lang und 1,2mm im Durchmesser) in der Prostata platziert. Diese Prozedur ist mit der einer Prostatastanzbiopsie vergleichbar. Die Entscheidung zur Implantation von Goldmarkern treffen wir individuell im ersten Aufklärungsgespräch.

Mit Goldmarkern wird die Prostata im Kontroll-Röntgenbild am Bestrahlungsgerät sichtbar. So kann bei jeder Bestrahlung die Lage der Prostata optimal kontrolliert und gegebenenfalls die Lage des Patienten korrigiert werden.  Inzwischen bieten wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit der präzisen Bestrahlung der Prostata unseren Patienten eine von 38 auf 20 Bestrahlungen verkürzte Behandlungsserie an, die bei moderat erhöhter Tagesdosis keine wesentliche Erhöhung strahlentherapeutischer Nebenwirkungen zur Folge hat.

Wenn nach operativer Entfernung der Prostata die Prostataloge bestrahlt werden soll, ist diese in der Regel mit Teilen der Harnblase ausgefüllt. Dies kann zu Nebenwirkungen an Harnblase und deren Schließmuskel führen. Goldmarker sind hier nicht möglich.  Die tägliche Einzeldosis der Strahlendosis ist zur besseren Verträglichkeit nach radikaler Prostatektomie geringer, sodass mindestens 33 Bestrahlungen durchgeführt werden. Auch diese Bestrahlung erfolgt in VMAT-Technik.

Die prinzipiell erforderlichen Unterlagen für eine Bestrahlung wie

  • Laborwerte: erster PSA-Wert, PSA-Verlauf, Kreatinin, TSH
  •  Arztbrief mit bisherigem Krankheitsverlauf und Nebendiagnosen
  • Histologie der Stanzbiopsie im Wortlaut
  • Aktueller Medikamentenplan (Hormontherapie?)
  • Abdomen-CT-Befund und Bildgebung auf CD
  • Skelettszintigrafie-Befund
  • Wenn vorhanden MRT-Befund der Prostata und Bildgebung auf CD
  • Wenn vorhanden PET-CT-Befund (Cholin oder PSMA) mit Bildgebung auf CD

sind, wenn nicht bei uns diagnostiziert, vor der Erstvorstellung an unsere Ambulanz zu übersenden.