Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Lungenkrebs, auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom bezeichnet, ist eine der gefährlichsten Krebsformen. Ein bösartiger Tumor, der seinen Ursprung im Gewebe, vor allem auch in den Schleimhäuten der Lunge hat, der dort wachsen, sich ausbreiten und auf Lymphknoten und andere, weit entfernt liegende Organe übergreifen kann. Insgesamt ist Lungenkrebs damit die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und die Dritthäufigste bei Frauen. Er macht bei Männern 20 bis 25 Prozent aller bösartigen Erkrankungen aus, auch bei Frauen steigt die Anzahl der Neuerkrankungen. Für das Jahr 2018 rechnen die Krebsregister in Deutschland mit 33.700 neu erkrankten Männern und 22.000 neu erkrankten Frauen.

Es gibt zwei Formen des Lungenkrebses: den häufigeren nicht-kleinzelligen ( Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinome, großzellige Karzinome) und den selteneren kleinzelligen Lungenkrebs. Diese Unterscheidung ist für die Behandlungsplanung wichtig, da die Therapie des kleinzelligen Lungenkrebses grundsätzlich anders aussieht als die anderer Lungentumoren.

Operation

Chemotherapie/Immuntherapie

Perkutane Radiotherapie (Bestrahlung durch die Haut)

Brachytherapie (Bestrahlung von innen)

kombinierte Therapie (Radiochemotherapie)

Alle diese Therapiemethoden werden oft miteinander kombiniert. Wie Lungenkrebs behandelt wird, hängt im Wesentlichen davon ab, um welchen "Krebstyp" es sich handelt: Ist es ein kleinzelliger Tumor oder ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom? Auch das Alter eines Patienten und sein allgemeiner Gesundheitszustand spielen eine Rolle.

In unserer Klinik erfolgt die Therapie beim Lungenkrebs leitliniengerecht und wird entsprechende des wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorboardes beschlossen.

 

Bestrahlungen bei einem Lungenkarzinom werden meist perkutan ausgeführt, also „über die Haut“. Ziel der Behandlung ist die Zerstörung oder zumindest die Verkleinerung des Tumors.

Abhängig vom Allgemeinzustand des Patienten, Nebenerkrankungen und Größe des Tumors kommt zur Entscheidung ob die Bestrahlung ambulant oder stationär durchgeführt werden kann.

Die Strahlentherapie von außen kann in Kombination mit Chemotherapie als Radiochemotherapie erfolgen. Hierbei erhöhen die eingesetzten Chemotherapeutika die Strahlenempfindlichkeit des Tumorgewebes, wodurch die Effizienz der Strahlentherapie zunimmt. Die kombinierte Behandlung hat sich als wirksamer erwiesen und sollte bei gesundheitlich "fitten" Patienten bevorzugt werden. Die gleichzeitige Behandlung mit Zytostatika und Bestrahlung hat sich dabei als günstiger herausgestellt als eine Therapie, in der die beiden Methoden nacheinander angewendet werden.

Abhängig von der Tumorart erfolgt die Chemotherapie parallel zur Bestrahlung über mehrere Tage oder einmal wöchentlich. Während dieser Zeit wird der Patient stationär aufgenommen. Für die Verabreichung der Chemotherapie ist ein venöser Zugang (Katheter, Flexüle) notwendig. Nach dem Ende der Chemotherapie kann die weitere Bestrahlung ambulant erfolgen.

Die Brachytherapie – eine Bestrahlung von innen – wird unter Kurzzeitnarkose durchgeführt. Das behandelnde Team führt die Strahlenquelle über ein Bronchoskop direkt an die betroffene Stelle heran und dosiert und steuert die Strahlendosis während des Eingriffs. Das Ziel ist es, tumorbedingte Verengungen in den Atemwegen auf diese Weise zu minimieren oder ganz zu beseitigen. Für die Durchführung der Brachytherapie ist ein stationärer Aufenthalt für 2-3 Tage notwendig.

Stereotaxie ist auch eine Form der perkutanen Radiotherapie.

Dabei werden mit hohen Einzeldosen, in der Regel zwischen drei und acht Bestrahlungssitzungen (je nach Größe und Lage des Tumors), wirksame Gesamtdosen auf den Lungentumor gegeben. Dies ist nur möglich, wenn das Zielgebiet (der Tumor) relativ klein ist. Auf das gesunde Gewebe entlang der Einstrahlbahnen trifft nur eine geringe Strahlendosis, sodass der Tumor selbst mit hohen Energiedosen bestrahlt werden kann. Die Bestrahlung ist dadurch sehr präzise, vergleichbar einem chirurgischen Eingriff, weshalb diese Form der Bestrahlung auch als Radiochirurgie oder bezeichnet wird.

In dieser speziellen Form der Radiotherapie nutzen wir zur Therapieplanung einen besonderen Computertomografen, der nicht nur den Lungentumor darstellen kann, sondern auch die Bewegung des Tumors während der normalen Atmung (4D-CT) aufzeichnen kann. Dadurch ist für solch kleine Tumore eine hochpräzise Bestrahlungsplanung und Bestrahlung möglich.

Vor der Strahlentherapie wird ein Computertomogramm (Plannung-CT) des Brustkorbs in der Position angefertigt, in der Sie später bestrahlt werden.

In den so erzeugten Schichtbildern zeichnet der Arzt das gewünschte Bestrahlungsvolumen ein. Dann wird zusammen mit unserer Medizin Physik die Bestrahlungstechnik festgelegt, mit der die günstigste Verteilung der Strahlendosis erzielt wird.

Dabei wird darauf geachtet, dass die Tumorregion eine möglichst hohe und gleichmäßig verteilte Dosis erhält, während die gesunde Lunge und das Herz bestmöglich geschont werden.

Was wird bestrahlt?

Das Bestrahlungsfeld umfasst neben der unmittelbaren Tumorregion meist auch die umgebenden Lymphabflusswege.

Dank hochmoderner Bestrahlungstechniken ist die Bestrahlung heute höchstpräzise und dadurch sehr verträglicher. Dennoch sind Nebenwirkungen leider nicht komplett auszuschließen. So kann in der Bestrahlungsregion in Einzelfällen eine Reizung der Haut auftreten, die einem Sonnenbrand ähnelt. Wenn die Speiseröhre im Bestrahlungsfeld liegt, können Schluckbeschwerden auftreten. Auch Husten und Luftnot können sich verstärken. Unter der Radiochemotherapie können sich die Blutwerte verändern. Manchmal kommt es auch zur Übelkeit. Diese kann man meist erfolgreich behandeln. Manche Patienten reagieren auf die Bestrahlung mit Müdigkeit, Kopfschmerzen. Diese Symptome halten in der Regel jedoch nicht lange an.

Die prinzipiell erforderlichen Unterlagen für eine Bestrahlung wie

  • CT – Abdomen / Thorax CD
  • MRT/CT – Hirn CD
  • ggf. PET - CT
  • Histologie im Wortlaut
  • Arztbrief
  • Tumorboardprotokoll
  • Überweisung vom Hausarzt

sind, wenn nicht bei uns diagnostiziert, vor der Erstvorstellung an unsere Ambulanz zu übersenden.