Krebserkrankungen - Bestrahlung von Tumoren

Krebserkrankungen - Bestrahlung von Tumoren

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen gutartigen Tumoren und bösartigen Tumoren.

Gutartige Tumoren

Gutartige Tumoren wie z.B. Meningeome, Neurinome oder Hypophysenadenome sollten operiert werden, wenn eine Behandlungsnotwendigkeit besteht. Bei Inoperabilität oder inkompletter Entfernung kann aber eine Strahlentherapie notwendig werden. Sie soll ein lokales Weiterwachsen verhindern. Das Risiko für eine Metastasierung besteht bei diesen Tumoren nicht. Die Behandlungszeit beträgt meist ca. 6 Wochen. In fast allen Fällen kann eine dauerhafte Kontrolle erreicht werden, auch wenn diese Tumoren noch Jahre im CT oder MRT sichtbar bleiben.

Bösartige Tumoren

Nach Diagnose eines bösartigen Tumors setzt man die Strahlentherapie aus unterschiedlichen Gründen ein.

Primärtumor

  1. Eine chirurgische Tumorentfernung ist nicht möglich.
  2. Eine chirurgische Tumorentfernung soll nach Ende der Strahlentherapie erfolgen.
  3. Nach kompletter Tumorentfernung soll mit Hilfe der Bestrahlung verhindert werden, dass der Tumor lokal wieder wächst.
  4. Ein Resttumor soll nach durchgeführter Operation sterilisiert werden.
  5. Bei vielen Tumorerkrankungen kann durch die lokale Tumorkontrolle auch ein Entstehen von Metastasen verhindert werden.
  6. Durch das Bestrahlen auch der umgebenden Lymphknoten kann die Ausbreitung einer Metastasierung verhindert werden. Diese Therapie hängt meist vom Gewebetyp des Tumors und seiner Größe ab.

Metastasen

Wenn ein Tumor Metastasen bildet, können diese mit der Strahlentherapie meist sehr effektiv behandelt werden. Ziel ist im Idealfall die erneute Heilbarkeit, wenn es sich um wenige Absiedlungen handelt. Man nennt diesen Status Oligometastasierung. Strahlentherapeutisch behandeln wir mit ähnlich hohen Dosen wie im Falle der Erstdiagnose.

Wenn ein Tumor weiter fortgeschritten und eine dauerhafte Heilung unwahrscheinlich ist, spricht man von einer palliativen Therapie. Ziel der Strahlentherapie ist dann oft die Schmerzbehandlung, das Verhindern von zerstörerischem oder verdrängendem Metastasen-Wachstum oder die Stabilisierung von Knochen. Neben einer möglichen Lebensverlängerung geht es dabei vorrangig aber auch um bestmögliche Lebensqualität.

Bestrahlung und Immunsystem

Von zunehmender Bedeutung für die Strahlentherapie wird zukünftig die mögliche Immunantwort des Organismus sein. Eine steigende Zahl an wissenschaftlichen Veröffentlichungen zeigt eine direkte Beziehung zwischen Bestrahlung des Tumors, dessen Schädigung mit Freisetzen von verschiedenen Botenstoffen und die daraus resultierende Reaktion des Immunsystems. Die Strahlentherapie hilft also dem eigenen Immunsystem, den Tumor oder seine Metastasen besser zu erkennen und zu bekämpfen.

Wir werden in den kommenden Jahren zunehmend Kombinationen von Chemotherapie und Strahlentherapie mit Immuntherapien anwenden. Für einige Tumoren bieten wir diese neuen Kombinationen schon heute an.