Krebserkrankungen des Abdomen

Krebserkrankungen des Abdomen

Strahlentherapie von bösartigen Tumoren des Abdomens (z.B. Vulvakarzinom, inneren Genitale, Eierstockkrebs).

Diese Tumore werden häufig zunächst operativ entfernt.

Danach ist  bei unvollständiger Entfernung oder großem Tumor eine adjuvante (ergänzende)  Bestrahlung der ehemaligen Tumorregion und eventuell auch der Leistenlymphknoten über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen erforderlich.

Eine alleinige Bestrahlung des Tumors zur Verkleinerung oder  Verminderung bzw. Verhinderung von Komplikationen (Blutung, Störung beim Stuhlgang oder Wasserlassen) kann bei Inoperabilität erfolgen.

Diese Tumore werden ebenfalls zunächst operativ behandelt.

Die Nachbestrahlung ist bei unvollständiger Entfernung (R1-Resektion),  Nachweis von Lymphknotenmetastasen im kleinen Becken (iliakal) und/oder neben der Aorta (paraaortal) sowie bei Vorhandensein von Risikofaktoren im histologischen Endbefund erforderlich.

Diese sogenannte adjuvante Bestrahlung dauert ca. 5-6 Wochen und umfasst in der Regel das kleine Becken und die paraaortalen Lymphknoten.

Grundsätzlich ist bei Inoperabilität auch eine alleinige Bestrahlung möglich.

Diese Tumore werden heute nur noch bei Wiederauftreten nach Operation und Chemotherapie am Ort der Not nach evtl. erneuter Operation gezielt über 3 bis 5 Wochen bestrahlt.

Video Ablauf einer Strahlentherapie

Die perkutane (durch die Haut) Bestrahlung erfolgt  nach CT-gestützter Bestrahlung mit modernen Strahlentherapiegeräten, den Linearbeschleunigern, in liegender Position.  Bei  der VMAT (Volumetric Arc Therapy)-Technik rotiert das Gerät mit variabler Geschwindigkeit während des Strahlens kontinuierlich um den Patienten. Während der Rotation variiert die Strahlenintensität oder ist ganz abgeschaltet zur Schonung des umliegenden Gewebes.

Die Bestrahlung kann auch in Kombination mit einer Chemotherapie (kombinierte Radiochemotherapie) erfolgen zur Verstärkung der örtlichen Strahlenwirkung.

Die Chemotherapie wird über eine Woche oder auch einmal wöchentlich durchgeführt.

In Vorbereitung einer Chemotherapie müssen zur vorherigen Abklärung und Risikominimierung Untersuchungen der Nieren und des Gehörs erfolgen.

Während der Chemotherapie ist ein stationärer Aufenthalt unumgänglich. Ansonsten ist die Therapie auch ambulant durchführbar.

Als Ergänzung oder anstelle der perkutanen Bestrahlung wird heute auch insbesondere beim Vagina-, Zervix- und Endometriumkarzinom die lokale Strahlentherapie = Kontaktbestrahlung durchgeführt. Sie erfolgt über das sogenannte Nachladeverfahren = Afterloading – Therapie   in mehreren Sitzungen in der Regel einmal wöchentlich über jeweils 5 bis 10 Minuten.

Dabei wird ein sogenannter Applikator  (Hohlkörper) in die Scheide eingeführt und diese und/oder der Scheidenstumpf über eine kurze Distanz hochdosiert bestrahlt.

Manchmal muss auch innerhalb der Gebärmutter (intrauterin) bestrahlt werden. Dazu wird vorher durch die Ärzte der Frauenklinik während eines kleinen operativen Eingriffs eine Hülse in die Gebärmutter eingesetzt für ca. 4 Wochen. Die Lage der Hülse in der Gebärmutter und der Befund werden mittels CT und MRT kontrolliert.

Über die Hülse wird dann ebenfalls die Bestrahlung appliziert. Danach kann diese problemlos entfernt werden.

 

Gelegentliche Übelkeit,  Erbrechen, Durchfall oder Blasenbeschwerden können durch eine gute Bestrahlungsplanung mit Schonung der Risikoorgane vermindert und bei Erfordernis behandelt werden. Zusätzlich kann durch eine gute Blasenfüllung zum Zeitpunkt der Bestrahlung die Gefahr einer Strahlenentzündung der Blase mit schmerzhaftem Wasserlassen reduziert werden.

Zur Schonung der bestrahlten Hautareale sind zusätzliche Belastungen wie Cremes oder Rasuren zu vermeiden. Die Kleidung sollte luftdurchlässig und locker sein. Vermeiden  Sie bitte stark schweißtreibende Tätigkeiten!

Regelmäßige klinische und paraklinische Kontrollen (Blutbild, Nierenwerte), insbesondere bei gleichzeitiger Chemotherapie werden von uns veranlasst.

Die prinzipiell erforderlichen Unterlagen für eine Bestrahlung  wie

  • CT – Abdomen / Thorax CD
  • MRT – Becken CD
  • ggf. PET - CT
  • Histologie im Wortlaut
  • Operationsbericht
  • Tumorboardprotokoll

sind, wenn nicht bei uns diagnostiziert, vor der Erstvorstellung an unsere Ambulanz zu übersenden.