Die DEL-LIVER-Studie prüft einen hochinnovativen Therapieansatz für Patientinnen und Patienten, deren Behandlungsmöglichkeiten in einem sehr fortgeschrittenen Stadium begrenzt sind. Ziel ist es, die Lebermetastasen gezielt und intensiver zu behandeln, ohne den gesamten Organismus unnötig zu belasten.
Ansatz der Chemosaturation
Im Mittelpunkt steht die sogenannte Chemosaturation – ein Verfahren, bei dem die Leber vorübergehend vom übrigen Blutkreislauf getrennt wird, um das Organ gezielt mit einer hochdosierten Chemotherapie zu behandeln. Die Leber gilt als vergleichsweise widerstandsfähiges Organ und könnte höhere Wirkstoffdosen vertragen, als sie im gesamten Körper verabreicht werden können. Im normalen systemischen Kreislauf ist die Dosis jedoch durch die Belastbarkeit anderer Organe begrenzt. Das in der Studie eingesetzte Verfahren verfolgt deshalb das Ziel, die Leber isoliert zu behandeln und gleichzeitig den restlichen Körper weitgehend zu schützen. Durch einen gerätegestützten Umgehungskreislauf wird das Zytostatikum direkt der Leber verabreicht und anschließend aus dem Körper geleitet.
Die Idee einer solchen Organabschottung stammt ursprünglich aus der Behandlung von Lebermetastasen beim Aderhautmelanom. Dort konnten mit dem Verfahren bereits vielversprechende Erfahrungen gesammelt werden. Die DEL-LIVER-Studie untersucht nun, ob sich dieser Ansatz auch auf kolorektale Lebermetastasen übertragen lässt.
FAQ: Informationen zur Studienteilnahme
Die Studie richtet sich an Patient:innenen mit leberdominanten refraktären CRLM. Sie ist randomisiert und umfasst zwei Behandlungsarme. Eine Gruppe erhält direkt die standardisierte Drittlinien-Chemotherapie ambulant über einen venösen Zugang. Die zweite Gruppe wird zunächst mit einer Chemosaturation behandelt. Zeigt sich ein Ansprechen, kann nach sechs bis acht Wochen eine weitere Behandlung erfolgen. Im Anschluss wird zusätzlich eine Standard-Drittlinien-Therapie durchgeführt. Bleibt eine Reaktion nach der ersten Chemosaturation aus, endet die Studienteilnahme. Geplant ist die Teilnahme von insgesamt 90 Patient:innen in Europa und den USA.
Die Chemosaturation erfolgt stationär und in Vollnarkose. Der Klinikaufenthalt beträgt ca. 3-4 Tage. Dabei werden minimal-invasiv mehrere Katheter über den Hals- und Leistenbereich eingebracht. Über einen gesonderten Zugang wird die Leberarterie gezielt kanüliert, um das Zytostatikum direkt in die Leber einzuleiten. Das mit dem Medikament angereicherte Blut wird anschließend wieder aus dem Körper ausgeleitet, über ein externes Filtersystem gereinigt und danach in den Blutkreislauf zurückgeführt. So soll verhindert werden, dass die hochdosierte Therapie andere Organe in gleichem Maße belastet wie eine konventionelle systemische Behandlung.
- ein histologisch gesichertes mCRC und vorhandene Lebermetastasen
- eine Tumorlast bis 50% des Lebervolumens sowie der Ausschluss einer kurativer lokalen Therapieoption (Resektion/Ablation).
Weiteren, konkrete medizinische Einschlusskriterien erfahren Sie im Gespräch mit unserem Case-Management. Gern unterstützen wir bei der Überprüfung durch Sichtung der bisherigen Befunde.
Kontakt:
Frau Marie-Christin Kretzschmar | Case-Management
Tel. 0341/864-252490
Mail ivr.parkklinikum@helios-gesundheit.de
- eingeschränkte Leberfunktion (Child B or C / significant portal
- eingeschränkte Herzfunktion (NYHA II IV /unstable coronary syndromes)
- Blutungen , Hirnmetastasen , Magenulzera usw
- HIT oder andere Heparinunverträglichkeit
- Peritonealkarzinose
- offene Wunden
- vorherige Behandlung mit trifluridine tipiracil , vorherige TACE oder SIRT