Außergewöhnliche Viertkaiserschnitt-OP: starkes Team rettet Mutter und Kind
Mehrlingsgeburt

Außergewöhnliche Viertkaiserschnitt-OP: starkes Team rettet Mutter und Kind

Filos Geburt ist das größte Geschenk für Dunia M.* und ihren Mann. Das vierte Kind sollte wie die drei älteren Geschwister per Kaiserschnitt zur Welt kommen. Doch in den Voruntersuchungen zeigte sich, dass dieser Eingriff ein lebensbedrohliches Risiko für Mutter und Kind sein würde.

Dieser dramatische Zustand wurde von den Ärzten im Helios Klinikum Berlin-Buch früh erkannt. Ein hochspezialisiertes, multidisziplinäres Team rettet das Leben von Mutter und Kind. Nach der 32. Schwangerschaftswoche erblickt der Sohn von Dunia M. das Licht der Welt.

Schockmeldung 

Mit jedem vorherigen Kaiserschnitt steigt das Risiko für eine Wucherung der Plazenta oder das Reißen der Gebärmutter. So wurde auch bei der 32-jährigen Dunia M. der Viertkaiserschnitt zur Ausnahmesituation. In der Ultraschall-Feindiagnostik sowie MRT-Untersuchung entdeckten die Ärzte, dass die Plazenta gewuchert hatte und sogar mit den anliegenden Organen verwachsen war.
 

Eine natürliche, spontane Ablösung der Plazenta bei der Geburt ist in solchen Fällen nicht mehr möglich. Dieser Zustand bedeutet eine lebensbedrohliche Situation durch eine nicht mehr kontrollierbare Blutung. Bei einer sogenannten `abnormen invasiven Plazenta (AIP)` ist höchste Vorsicht geboten. Es braucht eine sehr gute Vorbereitung eines hochspezialisierten und multidisziplinären Teams, um eine Überlebenschance für die Mutter zu bekommen“

, sagt Prof. Dr. med. Michael Untch, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Leiter des Perinatalzentrums Level 1 im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Lange Vorbereitung und Betreuung durch ein starkes Team

Ein Teil des vielköpfigen Teams aus acht Fachdisziplinen (v.l.n.r.): leitende Oberärztin Geburtshilfe Dr. med. Annette Isbruch, OP-Koordinatorin Sabine Schmieglitz, Chefarzt Geburtshilfe und Gynäkologie Prof. Dr. Michael Untch, Oberärztin Gynäkologie Dr. med. Kathi Schreiber, Operationstechnische Assistentin Jessica Schlösser, leitender Oberarzt Anästhesie Herbert R. Full. Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

Die gute Nachricht: Nach der Diagnostik wird im Helios Klinikum die komplexe Viertkaiserschnitt-OP akribisch vorbereitet. Ein vielköpfiges Team aus acht Fachdisziplinen wurde zusammengestellt (Geburtshilfe und Gynäkologie, Neonatologie, Hebammen, interventionelle Radiologie, Urologie, Anästhesie und OP-Fachkräfte). Und nichts wird dem Zufall überlassen: Jedes Detail der Operation wurde im Vorfeld genau eingeübt.
 

Bei der mehrstündigen OP konnten Mutter und Kind gerettet werden. Mithilfe eines Ballons in der Hauptschlagader wurde die befürchtete Blutung während der entscheidenden Phase der Operation beherrscht und wichtige Organe wie Harnblase, Harnleiter und grosse Beckengefäße blieben intakt.

Kaiserschnittgeburt

In Deutschland werden drei von zehn Kindern bei einer „normalen“ Kaiserschnitt-Geburt entbunden. Die dahinterliegende Geschichte ist von Frau zu Frau verschieden, doch bei den Experten eines Perinatalzentrums der höchsten Versorgungsstufe ist man in den besten Händen. 

Aufgrund von steigenden Kaiserschnittraten ist mit mehr Patientinnen mit Plazentationsstörungen zu rechnen. Und so werden wir auch in Zukunft sehr komplexe Fälle meistern müssen“

, prognostiziert Prof. Dr. Untch.

Beste Startchancen

„Wir sind überglücklich und sehr dankbar, dass es Filo gut geht und sich alle so gut um uns gekümmert haben“ sagt Dunia M. sichtlich gerührt. Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

Mit Abschluss der 32. Schwangerschaftswoche konnte für Filo der Kaiserschnitt durchgeführt und sogar mit einer späten Abnabelung gute Startchancen für die Entwicklung des kleinen Jungen gesorgt werden. Mit vier Kindern ist das Familienglück von Dunia M. nun komplett.

„Wir sind überglücklich und sehr dankbar, dass es Filo gut geht und sich alle so gut um uns gekümmert haben“ sagt Dunia M. sichtlich gerührt. In langen Spaziergängen schöpft die vierfache Mutter nun Kraft und blickt aufgrund der guten Entwicklung ihres Sohnes hoffnungsvoll in die Zukunft.
 

*Name von der Redaktion geändert