Besuchsverbot!

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen und im Interesse der Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besteht in unserer Klinik ein Besuchsverbot!

 

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Imagination

„Unsere Fähigkeit zu imaginieren ist das Hilfsmittel, das uns in Kontakt bringt mit dem Heilsamen in uns“.

Imaginationsverfahren, also innere Phantasiebilder, Traumreisen oder Visualisierungen, haben in der heutigen Psychotherapie eine große Bedeutung erlangt. Sie helfen uns, Kontakt mit dem Unbewussten aufzunehmen, alte Verletzungen zu heilen und Entspannung zu vertiefen. Wenn negative Bilder und Erinnerungen sich in das Alltagsleben drängen, löst das Angst, Spannung und Depressionen aus.

Imaginationen dienen dem Aufbau von Selbstfürsorge, Selbstachtsamkeit, dem Abbau innerer Spannungen, der Gefühlsregulation und dem Umgang mit wiederkehrenden Bildern früherer Traumatisierungen. Ressourcen dienen als Kraftquellen in der Traumatherapie und die Forschung hat gezeigt: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Verlassen der Opferrolle, Verantwortungsübernahme und Zukunftsplanung sind wichtige Voraussetzungen für ein glücklicheres Leben.

Einige bekannte Imaginationsverfahren sind nachfolgend aufgelistet:

- Das helle und das dunkle Land

- Die fünf Päckchen Zwei innere Landkarten

- Das innere hilfreiche Team in den inneren Garten einladen

- Eine Ressource aktivieren

- Das klärende Bad

- Lichtübung (Ziel: Geborgenheit, Wohlfühlen, ruhe, Heilung, Entspannung, Schmerzreduktion, Selbsttröstung, Auftanken von Kraftreserven)

- Innerer Beobachter (Ziel: Distanzierung von belastenden Gefühlen und Zuständen)

- Innerer sicherer Ort (Ziel: Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Wohlfühlen, Selbsttröstung, Gepäck ablegen (Ziel: Erleichterung von Lasten, Selbsttröstung, Auftanken von Kraftreserven, Geborgenheit, Wohlfühlen und Ruhe)

- Tresorübung (Ziel: Distanzierung belastender Bilder, Flashbacks oder Intrusionen) Der innere Garten (Ziel: Gefühl von Geborgenheit, Wohlfühlen, Ruhe, Selbsttröstung, Auftanken von Kraftreserven)

- Die Glücksübung Frieden mit sich schließen Mitgefühlsübung Bildschirmtechnik Die Schutzkugel (Gefühl von Schutz und Geborgenheit, Körpergrenzen wahren, wenn viele Menschen um einen herum sind)

- Innere Helfer (Ziel: Gefühl von Trost, Halt, Unterstützung, Selbsthilfe in Krisensituationen und bei Gefühlen von Verlassenheit)

- Eine Mauer hinter sich bauen (Ziel: Flashbacks verhindern, innere Stabilität, Distanzierung von überflutenden Emotionen)

- Die Baumübung (Ziel: Welche Nahrung braucht man gerade, Gefühl von Halt, Stabilität und Genährtwerden, Selbsttröstung, Auftanken von Kraftreserven)

Tipps und Tricks zur Imagination bestehen darin, zunächst einen ungestörten, ruhigen und sicheren Ort aufzusuchen. Falls Patienten während der Übung wegdriften, sollten die Patienten die Augen offen lassen, einen Punkt im Raum fixieren und die Füße fest auf den Boden stellen. Generell ist zu empfehlen, die Übung im Sitzen zu machen und gegebenenfalls einen Wecker zur Orientierung zu stellen. Bei starker Anspannung vor der Übung sollten Techniken zur Spannungsregulation eingesetzt werden, wie beispielsweise Ammoniak, Hirn-Flick-Flacks, Chilli-Schoten oder körperlich anstrengende Übungen. Falls Teile der Imaginationsübungen die Patienten an Negatives erinnern, sollten nur unbedenkliche ausgewählt oder diese Stellen verändert werden.

Falls während der Übungen Trigger oder andere belastende Erinnerungen auftauchen, können die Patienten jederzeit daraus auftauchen und später wieder eintauchen. Die Augen müssen während der Übung nicht geschlossen sein, wenn etwas unangenehm ist, sollen sofort die Augen geöffnet werden und eine Orientierung im Raum stattfinden. Die Patienten sollen sich im Hier und jetzt verankern, wenn alles zu viel wird, eine Vogelperspektive oder eine Beobachterrolle einnehmen.

Die Verfahren müssen gut trainiert werden, am besten zwei bis dreimal täglich, denn auch die Feuerwehr übt bereits vor einem möglichen Brand. Manche Patienten profitieren von anderen bildhaften Verfahren wie Märchen, Phantasiebildern oder Helden aus Filmen. Wenn eine Imaginationsübung hilfreich ist, kann die Vorstellung auch in der Realität gemalt werden oder es können Erinnerungsstücke dafür gefunden werden, die in der Hosentasche oder im Notfallkoffer aufbewahrt werden.

Literatur

Reddemann, L. Imagination als heilsame Kraft. 15.A. Stuttgart: Klett-Cotta, 2010 Peichl, J. Hypno-analytische Teilearbeit. 2.A. Stuttgart: Klett-Cotta, 2015 Huber M. Der innere Garten. 4.A. Paderborn: Jungfermann, 2010