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Wenn sich die Wirbelsäule krümmt

Wenn sich die Wirbelsäule krümmt

Unsere Klinik steht Ihnen als Ansprechpartner für die komplizierte Therapie der Skoliose zur Verfügung.

Normalerweise bildet die menschliche Wirbelsäule von der Seite betrachtet ein elegantes Doppel-S und ist ansonsten schnurgerade. Ganz anders bei Menschen, die unter einer Skoliose, einer mehrdimensionalen Verkrümmung der Wirbelsäule leiden: Ihre Rückgrat ist zur Seite geneigt, gleichzeitig sind die Wirbelkörper verformt und in der Längsachse verdreht. Eine Skoliose kann vielfältige Ursachen haben, beispielsweise Erkrankungen der Muskeln und Nerven sowie bestimmte Erkrankungen des Bindegewebes und Stoffwechsels. In den meisten Fällen ist die Ursache jedoch (noch) nicht genau bekannt. In diesem Fall spricht man von einer „Idiopathischen Skoliose“, die rund 80 bis 90 Prozent der Erkrankungen ausmacht und fast ausschließlich im Kindes- oder Jugendalter auftritt. Bei der sogenannten Idiopathischen Skoliose wachsen die betroffenen Wirbelkörper ungleichmäßig und drehen sich aus der ursprünglich geraden Ausrichtung heraus. Das kann neben dem sozialen und ästhetischen Aspekt, insbesondere mit fortschreitendem Alter, gravierende Folgen haben: Die Wirbelsäule nutzt sich durch die Verkrümmung verstärkt ab, was zu Schmerzen und im schlimmsten Fall auch zu einer krankhaften Verkürzung des Rumpfes und damit einhergehender Belastung der inneren Organe führt.
 

Neben dem Alter des Patienten entscheidet vor allem der Grad der Krümmung über die erfolgversprechendste Therapie. „Ist die Wirbelsäule um mehr als 40 Grad gekrümmt oder ist bei Kindern und Jugendlichen mit einem weiteren Fortschreiten der Erkrankung zu rechnen, sollte operiert werden. Ein gutes Zeitfenster dafür ist ein bis zwei Jahre vor Wachstumsende, denn dann kann die Wirbelsäule mit dem zu erwartenden Restgrößenwachstum gut gelenkt werden“, so Dr. Khanh-Toan Hau, Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie am Helios Klinikum Duisburg. Für eine solche Operation mussten Betroffene aus der Region bislang sehr weite Wege auf sich nehmen: Münster, Sankt Augustin oder Bad Wildungen (Hessen) sind die nächstgelegenen Krankenhäuser, die der Bundesverband Skoliose auf seiner Karte ausweist. Doch seit Mitte letzten Jahres bietet auch die Helios St. Johannes Klinik in Duisburg die operative Behandlung der Wirbelsäulendeformität an. Die ersten Operationen sind erwartungsgemäß sehr gut verlaufen, denn Dr. Hau ist ausgebildeter Skoliose-Operateur, der sein „Handwerk“ an den renommierten Skoliose-Zentren der Republik von der Pike auf gelernt hat. Bis er diese Form der Therapie in Duisburg angeboten hat, sind drei Jahre vergangen: „Je nach Schweregrad ist die Operation einer Skoliose eine echte High-End-Operation. Wir mussten zunächst die Voraussetzungen schaffen, beispielsweise indem wir die Fähigkeiten im Team trainiert haben, damit wir am Ende mit aller Überzeugung sagen können: Wir sind jetzt so weit“, erklärt der erfahrene Chirurg. Wichtig war dem Mitglied der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft auch die interdisziplinäre Vernetzung am Haus, denn „für eine ganzheitliche Skoliose-Behandlung sind zahlreiche ärztliche und pflegerische Fachdisziplinen nötig.“ 
 

Nun stehen er und sein Team den Orthopäden, Kinder- und Hausärzten in der Stadt Duisburg, aber auch im Ruhrgebiet, im Rheinland und am Niederrhein als Ansprechpartner zur Verfügung. Aufgrund der steigenden Nachfrage hat Dr. Hau eine eigenständige Skoliose-Sprechstunde eingerichtet. Das Behandlungsziel ist klar: „Wir möchten jedem unserer Patienten zu einer Wirbelsäule verhelfen, die möglichst so harmonisch ist, wie die Natur es eigentlich vorsieht“, sagt Hau.

Für weitere Informationen

Wenn Sie Fragen zu bestimmten Abläufen in unserer Abteilung oder zu unserem Leistungsangebot haben, sprechen Sie uns jederzeit gerne an.

Kontakt

Sekretariat der Wirbelsäulenchirurgie

0203 546 2108

Erreichbarkeit

Montag bis Freitag 8 - 16:30 Uhr