Gesichtslähmung - Facialisparese

Als Facialisparese bezeichnet man eine Funktionsstörung des Gesichtsnervens „Nervus facialis“ beispielsweise nach einem Unfall oder nach einer Infektion. Viele Gesichtsnervenlähmungen bessern sich von allein. Solange die Lähmung besteht, ist besonders darauf zu achten, dass das unvollständig schließende Auge nicht austrocknet.

Besteht eine Schwäche des Gesichtsnervs, werden in der Regel verschiedene Bereiche in Mitleidenschaft gezogen: Die Stirn, die Augenbraue, die Augenlider, die Wange, die Nase, die Lippen und der Hals. Jeder Bereich erfordert eine individuelle Behandlung.

Die Korrektur der Gesichtslähmung

Wenn möglich, wird die Funktion des Nervs durch eine Nervennaht wiederhergestellt. Ist eine Naht des Nervs nicht möglich, kommen andere Techniken zur Anwendung. So kann der Gesichtsnerv an andere Nerven angeschlossen werden. Nach einer solchen Operation kann eine teilweise, aber keine vollständige Wiederherstellung der Funktion des Gesichtsnervs erwartet werden:

  • Ein asymmetrisches Erscheinungsbild der Stirn kann durch eine Injektion der nicht gelähmten Seite mit Botulinum- Toxin ausgeglichen werden. Dadurch wird die Faltenbildung der gegenseitigen Stirn reduziert, die Stirn erscheint symmetrischer. 
  • Durch ein Stirnlift kann die herabgesunkene Augenbraue wieder angehoben werden. 
  • Eine direkte Reduzierung von Haut über der Augenbraue mit Anhebung des abgesunkenen Gewebes, Brauensuspension,  ist als verhältnismäßig gering invasiver Eingriff möglich.
  • Oft ist auch eine Korrektur des Augenoberlides (Blepharoplastik) notwendig. So lässt sich auch eine Einschränkung des Sichtfeldes korrigieren.
  • Ein aktiv nicht schließbares Auge lässt sich im Oberlid mit einem implantierbaren Gewicht aus Gold oder Titan beschweren und damit den Augenschluß bewirken.
  • Ein auswärts gekehrtes offenstehendes Unterlid ist mit besonderen Operationstechniken zu behandeln, unter anderem mittels einer lateralen oder medialen Canthoplastik.
  • Durch spezielle Techniken der Nasenkorrektur wird das oft kollabierte Nasenloch wieder geöffnet, um die Nasenatmung zu verbessern. 
  • Die Gesichts- und Halshaut kann gestrafft werden („halbseitiges Facelift“), um einem Verbleiben von Speiseresten in der Backentasche entgegenzuwirken und das asymmetrische Erscheinungsbild des Gesichts zu verbessern. 
  • Die Lippen können z.B. durch sogenannte Zügelungsplastiken in eine natürlichere Position gebracht werden. Dabei wird zum Beispiel ein Kaumuskel verschoben und am Mundwinkel angenäht.
  • Eine motorische Ersatzplastik ermöglicht, das noch funktionierende Muskelanteile die ausgefallenen Bewegungen kompensieren lassen (die sognannte Gesichtsreanimation).
  • Die Transplantation eines Nerves von der Unterschenkelrückseite kann in der gesunden Gesichtsseite in mikrochirurgischer Technik verbunden werden und nach einem entsprechenden Zeitintervall zu einer erneuten Beweglichkeiten in der gelähmten Gesichtshälfte führen, (sogenannt „cross-face-nerve-graft“).

Die Wahl der richtigen Technik zum richtigen Zeitpunkt für jeden Patienten individuell geplant werden muss. Die Behandlungen können sich über viele Monate hinstrecken.
 

Die intensive logopädische, ergo- und physiotherapeutische Mit- und Nachbehandlung ist unbedingt erforderlich. Eine gute Compliance, das heißt folgsame Mitarbeit, Geduld und realistische Einschätzung sind Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Heilungsverlauf.

Gemeinsam zum Ziel

Bei einem oder auch mehreren Vorgesprächen entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen - auf Wunsch auch in Begleitung einer Person Ihres Vertrauens - ein persönliches Behandlungskonzept, das sich ganz nach Ihren Bedürfnissen und den vorhandenen Ressourcen richtet.

Auf einen Blick (ausgewählte Behandlungen)

Halbseitiges Facelift 

  • Narkose: Dämmerschlaf/Vollnarkose
  • Eingriffsdauer: 2-3 Stunden
  • Klinikaufenthalt: 2-5 Tage
  • Nachbehandlung: ca. 3 Wochen
  • Fadenzug: nach 7-12 Tagen
  • gesellschaftsfähig: ca. 2 Wochen
  • Schonung: 3 Wochen

Oberlid- bzw. Unterlidkorrektur 

  • Narkose: Dämmerschlaf/Vollnarkose
  • Eingriffsdauer: 1-1,5h
  • Klinikaufenthalt: 2-3 Tage
  • Nachbehandlung: 3 Wochen
  • Fadenzug: nach 7 Tagen
  • gesellschaftsfähig: nach ca. 3-4 Wochen
  • Schonung: 4-6 Wochen
     

Einseitige Nasenflügelkorrektur 

  • Narkose: Dämmerschlaf/Vollnarkose
  • OP-Dauer: 2-3h
  • Klinikaufenthalt: 2-5 Tage
  • Nachbehandlung: 2-3 Wochen
  • Fadenzug: nach 7-10 Tagen
  • Gesellschaftsfähig: nach 2-3 Wochen
  • Schonung: etwa 4 Wochen

Gesichtsreanimation 

  • Narkose: Vollnarkose
  • Eingriffsdauer: 3-4 Stunden
  • Klinikaufenthalt: 5-7 Tage
  • Nachbehandlung: ca. 4-6 Wochen
  • Fadenzug: nach 7-12 Tagen
  • gesellschaftsfähig: ca. 4-6 Wochen
  • Schonung: 6-8 Wochen