Informationen zur Brustverkleinerung im Überblick
- Eine Brustverkleinerung kann eine Option sein, um körperliche Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
- Während des Eingriffs werden Brustgewebe und Haut entfernt, die Brust (von innen und außen) gestrafft und die Brustwarze nach oben versetzt.
- Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, die reine Operationszeit liegt bei zwei bis drei Stunden und erfordert einen Klinikaufenthalt von zwei bis drei Übernachtungen.
- Nach der OP ist ein Kompressions-BH (sogenannter Sport-BH) für ca. sechs Wochen notwendig, körperliche Belastung sollte vorerst reduziert werden.
Was sind Gründe für eine Brustverkleinerung?
- Große und schwere Brüste können bei Frauen zu erheblichen Beschwerden führen. Häufig sind:
- Schmerzen durch Einklemmungen und Pendelgewicht
- Belastung für die Wirbelsäule und resultierende Haltungsschäden
- Nacken- und Rückenschmerzen
- Probleme beim Sport durch die Größe der Brüste
- Entzündungen in der Brustumschlagsfalte bei erhöhten Temperaturen und körperlicher Anstrengung (Schweiß und Reibung)
- tiefe und/oder schmerzhafte Einschnürungen und Striemen im Schulterbereich durch die Träger des BHs
- psychische Belastungen
„Die Gründe für eine operative Brustverkleinerung sind sehr vielfältig. In der Sprechstunde klären wir, ob eine Mammareduktionsplastik für Sie in Frage kommt und welche OP-Methode geeignet ist", sagt Prof. Dr. Ahmet Bozkurt, Direktor der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie im Helios Universitätsklinikum Wuppertal.
Gut zu wissen: Für die Brustverkleinerung gibt es keine festgelegte Mindestmenge an Brustgewebe. Dies ist individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Größe der Brust im Verhältnis zur Körpergröße
- Beschaffenheit der Brust (drüsig oder „fettig“)
Daneben spielen jedoch weitere Faktoren eine Rolle, die für eine OP sprechen können. Eine wichtige Voraussetzung ist zudem, dass das Brustwachstum in der Regel abgeschlossen ist.
Was passiert bei einer Brustverkleinerung?
„Bei einer Brustverkleinerung, medizinisch Mammareduktionsplastik, wird die Brust gleichzeitig verkleinert, gestrafft und die Brustwarze nach oben versetzt", erklärt Prof. Dr. Ahmet Bozkurt.
Bei dem Eingriff werden überschüssiges Fett-, Drüsen- und Hautgewebe der Brust entfernt. Mit den verbleibenden Anteilen werden dann kleinere, leichtere und gut proportionierte Brüste geformt. Der Warzenhof und die Brustwarzen werden zusammen mit Nerven und Blutgefäßen bei speziellen OP-Techniken nach oben verlagert. Größere Ungleichheiten (sogenannte Asymmetrien) zwischen beiden Seiten können ausgeglichen werden.
„Je nach Brustform und angestrebtem Ergebnis kommen unterschiedliche Schnitt- und Narbenführungen sowie verschiedene Operationstechniken zum Einsatz. Dafür ist im Vorfeld der OP eine körperliche Untersuchung notwendig, sodass ein Therapieplan erstellt werden kann, der auf die Patientin individuell zugeschnitten wird", erklärt Prof. Dr. Bozkurt.
Welche Operationstechnik geeignet ist, hängt von Faktoren wie:
- Brustgröße und -form,
- Brustwarzenposition,
- möglichen Größenunterschieden zwischen den Brüsten (Asymmetrie),
- der Gewebebeschaffenheit,
- Voroperationen / Narben,
- Körperform, -größe und -proportionen,
- Kinderwunsch und
- persönlichen Wünschen ab.
Ablauf der Brustverkleinerung
Vor einer Brustverkleinerung finden ein ausführliches Beratungsgespräch und verschiedene Voruntersuchungen statt.
Die Voruntersuchung
Im Rahmen der Voruntersuchung erfasst die Ärztin beziehungsweise der Arzt Ihre Krankengeschichte (Anamnese) und bespricht die Ziele der Operation mit Ihnen.
Zudem wird Ihre Körperhaltung beurteilt, um zu prüfen, inwieweit sich das Gewicht der Brüste auf diese auswirkt. Auch der BMI wird erfasst, um mögliche zugrundeliegende Gewichtsprobleme zu ermitteln, die gegebenenfalls im Vorfeld der Operation behandelt werden sollten.
Je nach Alter und Anamnese können bildgebende Verfahren wie eine Mammografie oder eine Ultraschalluntersuchung notwendig sein, um das Brustgewebe genauer zu untersuchen und zu beurteilen.
Wichtig: Sprechen Sie in aller Offenheit Ihre Erwartungen an die Operation an. Für den Erfolg ist entscheidend, dass Sie sich mit der behandelnden Ärztin beziehungsweise dem behandelnden Arzt zum gewünschten und technisch möglichen Ergebnis austauschen.
Im Anschluss an die Voruntersuchung erhalten Sie eine Empfehlung für das geeignete Operationsverfahren und eine realistische Vorstellung von den Möglichkeiten und Grenzen der Brustverkleinerung. Dies betrifft unter anderem die gewünschte Brustgröße, den Narbenverlauf sowie mögliche Risiken oder Komplikationen.
Die erforderlichen Untersuchungen werden im Vorfeld in der Klinik durchgeführt. Hier haben Sie auch Gelegenheit, die Narkoseart zu besprechen und noch offene Fragen zu klären.
Die Operation zur Brustverkleinerung
Die Operation richtet sich nach Ihrer Brustgröße und -form sowie dem gewünschten Ergebnis. Dazu wird vor dem Eingriff die geplante Schnittführung auf Ihrer Haut aufgezeichnet. Für die Verkleinerung wird Brustdrüsengewebe reduziert und die Haut gestrafft. Zudem werden die Brustwarzen und der Brustwarzenhof höher gesetzt.
Der Eingriff findet in Vollnarkose statt. Die reine Operationszeit liegt in der Regel bei zwei bis drei Stunden – je nach Brustgröße auch länger. Die OP erfolgt im Rahmen eines stationären Aufenthalts.
Welche Methoden gibt es zur Brustverkleinerung?
Hier gibt es eine Reihe an Methoden, bei der verschiedene Stielungen der Brustwarze mit verschiedenen Schnittführungen kombiniert werden können.
Nach der Stielung der Brustwarzen (Blutversorgung)
- kranialer Stiel: Bei dieser bewährten Technik bleibt die Brustwarze (Mammillen-Areola-Komplex) fest mit dem oberen, gut durchbluteten Drüsengewebe verbunden und wird an ihre neue, höhere Position auf der Brust versetzt.
- kraniomedialer Stiel: Bei dieser Methode bleibt die Brustwarze fest mit dem oberen und inneren, stark durchbluteten Brustgewebe verbunden.
- kaudaler / inferiorer Stiel: Bei dieser klassischen Methode bleibt die Brustwarze fest mit dem unteren, gut durchbluteten Drüsengewebe verbunden, was ein sicheres Versetzen nach oben ermöglicht und sich besonders gut eignet, um auch bei sehr großen Brüsten eine dauerhaft schöne Form zu formen.
- zentraler Stiel: Bei diesem Verfahren bleibt die Brustwarze auf dem tiefen, zentralen Drüsenbett der Brust verankert, während das überschüssige Gewebe rundherum entfernt wird. Dies ermöglicht eine besonders natürliche, runde Formgebung der Brust bei maximaler Schonung der Durchblutung und Nerven.
- Freier Brustwarzentransfer: In sehr selten Fällen oder bei übergroßen Brüsten (sog. Gigantomastien) wird die Brustwarze vollständig vom Gewebe gelöst und am Ende der Operation wie ein Hauttransplantat an ihrer neuen Position platziert.
Nach der Schnittführung
- T-Schnitt (Ankermethode): Es erfolgt ein Schnitt rund um den Brustwarzenhof, der unterhalb der Brustwarze senkrecht nach unten sowie waagerecht entlang der Unterbrustfalte gesetzt wird. Es entsteht ein umgekehrter T-förmiger Schnitt. Die Methode ermöglicht eine gute Formgebung und ist für sehr große, hängende Brüste gut geeignet. Die waagerechte Narbe wird in die Unterbrustfalte gelegt und dadurch verdeckt.
- L oder I-Schnitt: Der Schnitt wird rund um die Brustwarze gesetzt und verläuft senkrecht zur Unterbrustfalte, ggf. mit Verlängerung nach außen. Die Methode wird häufig für moderate Verkleinerungen der Brust verwendet.
- O-Schnitt: Der Schnitt wird im Kreis rund die Brustwarze gesetzt. Die Methode ist für kleinere Reduktionen und leichte Straffungen geeignet. Sie hat den Vorteil einer geringen Narbenbildung und schnellen Heilung.
Nachsorge und Heilungsprozess
Sie erhalten im Anschluss einen Kompressions-BH, den Sie sechs Wochen lang Tag und Nacht tragen sollten.
„In dieser Zeit sollte man sich körperlich schonen, schweres Heben und Tragen sowie Überkopfbewegungen vermeiden", rät der Wuppertaler Experte. Sport ist etwa nach zwölf Wochen wieder möglich.
Ist eine Brustverkleinerung mit Risiken verbunden?
Wie jede Operation kann es auch bei einer Brustverkleinerung zu Komplikationen kommen. Schwellungen und Verfärbungen nach der Operation sind normal. Sie bilden sich nach einiger Zeit von allein zurück.
Zudem sind Infektionen und Blutungen sowie ein Sensibilitätsverlust in den Brustwarzen oder der Brust sowie Asymmetrien möglich. Auch die Stillfähigkeit kann nach der Operation beeinträchtigt sein.
Was sind Vorteile der Brustverkleinerung?
„Viele Frauen berichten nach der Heilungsphase von Entlastungen im Alltag und nehmen positive Veränderungen mit gesteigerter Lebensqualität wahr", sagt der Chefarzt. Dazu zählen etwa:
- verringertes Gewicht
- mehr Bewegungsfreiheit im Alltag
- bessere Haltung
- Sport fällt leichter
- Abnahme von Reibung und Entzündungen
- Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensqualität
Hat die Brustverkleinerung Nachteile?
Narben können, je nach Methode, dauerhaft sichtbar bleiben. Daher ist auf eine gute Narbenpflege zu achten.
Die Erwartungen an die neue Brustgröße und -form können eventuell nicht der Realität entsprechen. Eine hundertprozentige Symmetrie kann nicht garantiert werden.
Was kostet eine Brustverkleinerung?
Bei einer Brustverkleinerung werden die Kosten in der Regel übernommen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Das bedeutet, dass starke körperliche Beschwerden vorherrschen, die eine Operation medizinisch notwendig machen. Sprechen Sie unbedingt im Vorfeld des OP-Termins mit Ihrer Krankenkasse, um die Kostenübernahme zu sichern.
Wichtig: Bei einem rein ästhetischen Eingriff handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung.
FAQ
In den ersten ein bis zwei Wochen nach der Brustverkleinerung sollten Sie in Rückenlage mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen. Dadurch können Schwellungen reduziert werden.
Seitenlage sollte in den ersten zwei bis vier Wochen vermieden werden. Bauchschläfer sollten rund sechs bis acht Wochen warten, bis sie wieder auf dem Bauch schlafen.
Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach Tipps, wie Sie die Position nachts am besten einhalten können, um den Heilungsprozess gut zu unterstützen.
Um wie viel sich die Brust verkleinern lässt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Ausgangsgröße, der Hautbeschaffenheit und den körperlichen Proportionen. Sie können Ihre Wunschgröße in einem persönlichen Beratungsgespräch mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, um zu erfahren, was möglich ist oder womit Sie rechnen sollten.
In der Regel werden pro Brust 500 bis 1.500 Gramm entfernt, in Ausnahmefällen auch mehr. Die Menge ist aber individuell und abhängig von der Patientin.
Ja, es bleiben feine Narben zurück, allerdings wird versucht, diese gezielt unter die Brustfalte zu setzen, sodass sie nicht auffallen. Dafür stehen verschiedene Operationsmethoden und Narbenführungen zur Auswahl. Sie sollten sich jedoch bewusst darüber sein, dass sichtbare Narben möglich sind.
In der Regel wird das finale Ergebnis je nach Technik nach drei bis sechs Monaten sichtbar, wenn die Schwellungen vollständig abgeklungen sind und auch das Gewebe wieder weicher wird.
Die Narben verblassen im Laufe des ersten Jahres.
Ob Sie nach der Brustverkleinerung noch stillen können, ist möglich, aber nicht garantiert. Es hängt unter anderem von der gewählten Operationsmethode und der Menge des entfernten Gewebes ab.
Wenn Ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist und Sie stillen möchten, sprechen Sie das Thema vor dem operativen Eingriff an, sodass dies in der OP-Planung berücksichtigt werden kann.
Grundsätzlich kann eine Brustverkleinerung in jedem Alter stattfinden.
Voraussetzung ist, dass das körperliche Wachstum und die Entwicklung der Brust abgeschlossen sind.
Eine Brustverkleinerung ist in der Regel dauerhaft. Das entfernte Brust- und Fettgewebe wächst nicht von selbst nach.
Aber: Der Lebensstil, Gewichtsschwankungen, Schwangerschaften und natürliche Alterungsprozesse können dazu führen, dass sich die Brust im Laufe des Lebens wieder verändert.
Bei Problemen kann ein erneuter Eingriff eine mögliche Option sein.