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Ohren anlegen: Wie abstehende Ohren behandelt werden

Abstehende Ohren machen Kindern oft zu schaffen – aber auch Erwachsenen. Medizinisch gesehen sind sie kein Problem, psychisch jedoch können abstehende Ohren eine Belastung darstellen. In einer Operation lassen sich die Ohren chirurgisch anlegen. Lesen Sie dazu mehr.  

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Warum stehen manche Ohren ab? 

Abstehende Ohren (Apostasis otum) sind definitionsgemäß Ohrmuschelfehlbildungen. Sie werden zu den Ohrmuscheldysplasien Grad 1 gezählt und liegen dann vor, wenn die Ohrmuscheln mehr als 40 Grad von der Kopfebene (Planum mastoideum) abstehen. Weitere Ohrfehlbildungen sind unter anderem:

  • Tassenohr
  • Taschenohr
  • Makrotie (zu große Ohrmuschel)
  • das Miniohr
  • das Makakusohr

Abstehende Ohren haben in der Regel keine oder nur geringfügige Auswirkungen auf die Hör- und Ohrfunktion. Deshalb stellen sie nur eine ästhetische Formvariante mit normalem Mittel- und Innenohr dar. Andere Ohrmuschelfehlbildungen wie zum Beispiel das Miniohr können mit Fehlbildungen des Mittel- oder Innenohres einhergehen.

Menschen mit abstehenden Ohren, vor allem Kinder, können unter Hänseleien im sozialen Umfeld leiden. Auch wenn diese aus HNO-Sicht ungefährlich sind, kann das zu einer massiven psychischen Belastung führen.

 

Ohren anlegen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Das Vorschulalter ist der beste Zeitpunkt für die Durchführung einer Ohranlegeplastik. Dann ist das Wachstum des menschlichen Ohres in Form und Größe weitestgehend abgeschlossen. Außerdem besteht in der Regel kein Leidensdruck seitens der Kinder, sodass der Eingriff vor der Einschulung problemlos durchgeführt werden kann.

Bei Erwachsenen kann die Ohranlegung jederzeit durchgeführt werden, soweit keine schweren Grunderkrankungen vorliegen.

 

Operatives Vorgehen

Die Ohranlegeplastik hat das Ziel, eine normale Ohrmuschelform herzustellen. Sie wird im Kindes- und Jugendalter in Vollnarkose durchgeführt. Im Erwachsenenalter kann in besonderen Fällen der Eingriff auch in Lokalanästhesie, also in örtlicher Betäubung, durchgeführt werden.

Das Prinzip der Ohranlegeplastik beruht auf der Umformung des Ohrmuschelknorpels. Hierfür wird über einen Schnitt an der Ohrmuschelrückfläche die Ohrmuschel neu geformt und dem Schädel angenähert. Dieser Schnitt wird später nicht zu sehen sein. Für den Eingriff werden spezielle Operationstechniken angewandt. Nach einer gewissen Zeit wird die Ohrmuschelform durch die dann einsetzende Vernarbung in der neuen Form dauerhaft stabil gehalten.

Der Wundverschluss wird mittels resorbierbarer Nähte mit selbstauflösenden Fäden durchgeführt. Ein anschließendes Entfernen der Hautfäden ist somit nicht notwendig.

 

Nachbehandlung

Bereits während der Operation wird ein stabiler Wickelverband um beide Ohren angelegt, der nach sieben Tagen gewechselt und dann für weitere sieben Tage getragen wird.

Nach endgültiger Abnahme des Wickelverbandes (14 Tage nach der Operation) empfehlen wir das Tragen eines Stirnbandes für mindestens acht Wochen am Tag und auch zur Nacht.

In den ersten Wochen nach der Operation ist von Sport, insbesondere Ball- und Kampfsport, abzuraten. Der Ohrknorpel ist noch empfindlich, die Narbenbildung nicht ausreichend fest und somit die neue Ohrmuschelform durch ein mögliches Ausreißen der Haltenähte gefährdet. Nach Abschluss der Wundheilung ist das Ergebnis dauerhaft.

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