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10 Tipps Schlaganfall effektiv vorbeugen

<strong>10 Tipps</strong> Schlaganfall effektiv vorbeugen

Um das Risiko für einen Schlaganfall zu senken, kann jeder selbst aktiv werden: Gesunde Ernährung, viel Bewegung, gute Blutdruckwerte. Die zehn wichtigsten Tipps zur Vorbeugung geben Prof. Dr. habil. Paul Janowitz und Dr. Sven Kolfenbach.

Alle sechs Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an einem Schlaganfall. Über 90 Prozent aller Schlaganfälle sind vermeidbar, wenn die Betroffenen gesünder leben würden. „Bestimmte Faktoren können die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen. Nicht alle lassen sich beeinflussen, etwa die Gene oder das Alter. Eine genaue Familienanamnese ist im Augenblick immer noch der beste „Gen-Test“. Doch auch verschiedene andere Faktoren begünstigen die Entstehung eines Schlaganfalls“, sagt Dr. Sven Kolfenbach, Chefarzt der Inneren Medizin der Helios Klinik Jerichower Land in Burg. Hier können Betroffene aktiv gegensteuern und durch einen gesunden Lebensstil sowie die Behandlung anderer Erkrankungen das Risiko senken.

  1. Bluthochdruck vermeiden

    Regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks sind sinnvoll | Foto: Canva

    Bluthochdruck ist der Hauptrisikofaktor für den Schlaganfall, da er zu einer Verengung und zur Verkalkung der Blutgefäße führt. Bluthochdruck erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Im Vergleich zu einem Menschen, der keinen Bluthochdruck hat, ist das Schlaganfallrisiko rund sechs- bis achtmal höher. Dabei spielt das Ausmaß des Bluthochdrucks eine besondere Rolle, denn mit der Höhe des Blutdrucks, nimmt das Schlaganfallrisiko zu. „Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, nur jeder achte Patient mit erhöhten Werten ist medikamentös gut eingestellt!", sagt Prof. Dr. habil. Paul Janowitz, Geriater und hausärztlich tätiger Internist im Medizinischen Versorgungszentrum Sachsen-Anhalt.

  2. Mit dem Rauchen aufhören

    Nikotin verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck. Raucher haben ein doppelt so hohes Schlaganfall-Risiko wie Nichtraucher. Wer mit dem Rauchen aufhört, verringert sein Schlaganfallrisiko. Schon fünf Jahre nach dem Rauch-Stopp sinkt das Risiko auf das Level eines Nichtrauchers. Geben Sie daher in jedem Fall das Rauchen auf!

  3. Abnehmen bei Übergewicht

    Hantel, Fitnessball, Sportschuhe und Waaage
    Gewicht reduzieren bei Übergewicht | Foto: Canva

    Auch Übergewicht ist ein Risikofaktor für viele Erkrankungen. Es führt zu Bluthochdruck, belastet die Knochen und Gelenke und erhöht die Gefahr an Diabetes zu erkranken. Das Risiko eines übergewichtigen Menschen, einen Schlaganfall zu erleiden, ist im Vergleich zu einem normalgewichtigen Menschen um das Ein- bis Zweifache erhöht. Wichtig: Bewegung ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um Übergewicht abzubauen. Grundsätzlich gilt: Ausdauersportarten sind sinnvoll. Fangen Sie langsam an, aber: Fangen Sie an!

  4. Den Cholesterinspiegel im Blick haben

    Fettstoffwechselstörungen erhöhen das Schlaganfallrisiko, denn Blutfette lagern sich an den Arterienwänden ab und fördern die Entwicklung der Gefäßverkalkung. Eine gesunde Lebensweise, insbesondere eine ausgewogene Ernährung und reichlich Bewegung, können die Cholesterinwerte und weitere Blutfettwerte günstig beeinflussen.

  5. Gesunde Ernährung

    Spinat und Rote Bete Salat
    Gesunde und ausgewogene Ernährung | Foto: Canva

    Gut für die Gefäße ist eine Ernährungsweise, die gemeinhin als „Mittelmeerkost“ bekannt ist. Das heißt: Viel Obst und Gemüse, Nüsse, Olivenöl anstatt Butter zum Braten, weniger Wurst und Fleisch auf dem Teller, dafür öfter Fisch.

  6. Alkohol nur in Maßen

    Übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Völlig verzichten müssen Sie aber nicht. Ein Glas Rotwein am Tag schadet zumindest nicht.

  7. Ausreichende Bewegung

    Älteres Paar geht Händchenhaltend spazieren
    Auch im Alter ist ausreichend Bewegung wichtig | Foto: Canva

    Wer sich nur wenig oder gar nicht bewegt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck und Arteriosklerose zu erkranken. Das gilt insbesondere für Menschen, die auch bei ihrer Arbeit vorwiegend sitzende Tätigkeiten ausführen. Bewegung ist mitunter das Beste, was Sie für Ihren Körper tun können. So bauen Sie Übergewicht ab, verbessern Blutdruck- und Blutfettwerte und halten die Gefäße elastisch. Ideal ist eine Ausdauerbelastung, bei der man leicht ins Schwitzen gerät; etwa Walken, Schwimmen oder schnelles Spazierengehen. Dauer und Intensität hängen vom individuellen Fitnesszustand ab.

  8. Herzrhythmusstörungen: Auf das Herz hören

    Eine Reihe von Herzerkrankungen begünstigen die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden. Insbesondere eine bestimmte Art von Herzrhythmusstörung, das Vorhofflimmern, bedeutet ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko. Dabei ist das Schlaganfallrisiko mindestens um das Fünffache erhöht. Zur Vorbeugung eines Schlaganfalles bei Menschen mit Vorhofflimmern werden Medikamente eingesetzt, die das Blut verdünnen, um die Bildung von Blutklümpchen zu verhindern.

  9. Richtig eingestellter Diabetes

    Menschen mit der Zuckerkrankheit erleiden mehr als doppelt so häufig einen Schlaganfall als der Rest der Bevölkerung. Dabei werden die Wände der Blutgefäße angegriffen. Sie verdicken sich und dadurch wird die Durchgängigkeit der Blutgefäße gestört. Viele Menschen mit Diabetes merken zunächst nicht, dass sie diese Erkrankung haben. Da Diabetes nicht weh tut, wird die Krankheit oft erst spät bemerkt. Der Altersdiabetes ist die häufigste Form. Auch hier gilt, dass nur eine Erkrankung behandelt werden kann, die bekannt ist. Regelmäßige Untersuchungen auf das Vorhandensein von Diabetes sind deshalb sinnvoll. Mit einer Behandlung lässt sich eine Verringerung des Risikos herbeiführen.

  10. Unnötigen Stress vermeiden

    Aufgeschlagenes Buch auf dem eine Brille liegt
    Mit einem guten Buch dem Alltag entfliehen | Foto: Canva

    Gelegentlicher Stress ist nichts Schlimmes. Dauerstress dagegen kann den Blutdruck erhöhen und anfälliger für Krankheiten machen. Damit ist er indirekt ein Risikofaktor für einen Schlaganfall. Ein Rezept gegen chronische Belastungen gibt es nicht. Finden Sie heraus, was Ihrer Psyche am besten hilft: Sport oder ein interessantes Hobby? Die Durchführung von Entspannungsübungen oder Autogenem Training kann den Stress und seine Folgen beseitigen helfen.