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Richtige Fußpflege bei Diabetes

Diabetes kann die Nerven und Blutgefäße schädigen. Dadurch bleiben Verletzungen an den Füßen manchmal unbemerkt und Wunden heilen schlechter. Medizinische Fußpflege hilft, Schäden vorzubeugen. Erfahren Sie, wann eine podologische Behandlung sinnvoll ist, wie sie abläuft und was Sie selbst für Ihre Fußgesundheit tun können.

29.09.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Ulrike Schmitz
Fußpflege
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste im Überblick

  • Diabetes kann die Füße besonders verletzlich machen: Nerven- und Durchblutungsstörungen können dazu führen, dass Verletzungen unbemerkt bleiben und Wunden schlechter heilen.
  • Die tägliche Kontrolle bleibt wichtig: Untersuchen Sie Ihre Füße auf Druckstellen, Risse und Verletzungen.
  • Medizinische Fußpflege kann dabei unterstützen, Folgeschäden vorzubeugen.

Warum ist Fußpflege bei Diabetes besonders wichtig?

Wenn Diabetes die Nerven schädigt, spüren Betroffene Druck, Schmerzen, Wärme oder Kälte möglicherweise schlechter. Eine Blase am Fuß oder ein Steinchen im Schuh können dadurch unbemerkt bleiben. Bestehende Durchblutungsstörungen erschweren zusätzlich die Wundheilung. Auch trockene, rissige Haut kann Verletzungen begünstigen.

„Betroffene sollten ihren Füßen viel Aufmerksamkeit schenken“, rät Dr. Ulrike Schmitz, Diabetologin aus dem Helios Klinikum Krefeld und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Denn aus Verletzungen können schlecht heilende Wunden und Infektionen entstehen, die zum diabetischen Fußsyndrom gehören. Bei schweren Verläufen kann eine Amputation notwendig werden.

Diese Risiken betreffen nicht ausschließlich ältere Menschen und können sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes auftreten. Entscheidend sind unter anderem, wie lange der Diabetes bereits besteht und wie hoch der Blutzucker über längere Zeit war. Auch bereits geschädigte Nerven oder Blutgefäße spielen eine Rolle.

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Wie pflege ich bei Diabetes meine Füße zu Hause?

Schauen Sie Ihre Füße täglich an, auch die Fußsohlen und die Bereiche zwischen den Zehen. Achten Sie auf Druckstellen, Blasen, Risse, Rötungen und Veränderungen der Nägel. Ein Spiegel kann helfen, die Fußsohlen zu betrachten.

„Wer die Füße wegen eingeschränkter Beweglichkeit oder Sehfähigkeit nicht zuverlässig kontrollieren kann, sollte Unterstützung organisieren, etwa durch Angehörige oder Pflegefachkräfte. Die podologische Behandlung ersetzt die regelmäßige Kontrolle zu Hause nicht“, sagt Dr. Ulrike Schmitz.

Alltagstipp: Prüfen Sie Ihre Schuhe vor dem Anziehen innen auf Steinchen, störende Nähte oder andere Fremdkörper, um Verletzungen zu vermeiden. Wenn Sie Wärme schlechter spüren, verwenden Sie keine Wärmflasche und auch kein Heizkissen an den Füßen.

Füße waschen statt einweichen

Waschen Sie Ihre Füße täglich kurz mit lauwarmem Wasser unter 37 Grad Celsius. Prüfen Sie die Temperatur am besten mit einem Badethermometer, da das eigene Temperaturempfinden gestört sein kann. Trocknen Sie die Füße anschließend sorgfältig ab, besonders zwischen den Zehen.

Ist durch Nerven- oder Durchblutungsstörungen das Risiko für Fußwunden erhöht, sollten die Füße nicht in einem Fußbad eingeweicht werden. Bestehen bereits offene Wunden, sollten Sie die Reinigung und Versorgung der Füße mit dem behandelnden ärztlichen Team abstimmen.

Helios Klinikum Krefeld

Oberärztin der medizinischen Klinik III

Wer die Füße wegen eingeschränkter Beweglichkeit oder Sehfähigkeit nicht zuverlässig kontrollieren kann, sollte Unterstützung organisieren, etwa durch Angehörige oder Pflegefachkräfte. Die podologische Behandlung ersetzt die regelmäßige Kontrolle zu Hause nicht.

Trockene Haut pflegen

„Für trockene Fußhaut eignen sich zum Beispiel Pflegeprodukte mit fünf bis zehn Prozent Harnstoff“, sagt Frau Dr. Schmitz. Auf der Verpackung wird Harnstoff häufig als Urea bezeichnet. Er hilft der Haut, Feuchtigkeit zu speichern.

Wichtig: Lassen Sie die Zehenzwischenräume beim Eincremen aus. Zudem sollten ureahaltige Produkte nicht auf offene, nässende oder akut entzündete Hautstellen aufgetragen werden. Brennt eine ureahaltige Pflege auf der Haut, sollten Sie sich zu alternativen Produkten beraten lassen.

Verletzungen bei Nagelpflege und Hornhaut vermeiden

Besprechen Sie mit Ihrer podologischen Praxis, welche Pflegeschritte Sie selbst sicher übernehmen können. Insbesondere bei Gefühlsstörungen sollten ausgeprägte Hornhaut und krankhaft veränderte Nägel professionell behandelt werden.

Verwenden Sie an gefährdeten Füßen keine Hornhauthobel, Rasierklingen oder säurehaltigen Hühneraugenmittel. Bei der Nagelpflege sollten Sie die Nägel gerade und nicht zu kurz feilen, damit sie nicht einwachsen.

Was unterscheidet medizinische Fußpflege von kosmetischer Fußpflege?

Während kosmetische Fußpflege vor allem gesunde Füße pflegt und verschönert, behandelt die Podologie krankhafte Veränderungen an Haut und Zehennägeln. Podologinnen und Podologen sind speziell ausgebildet, ihre Berufsbezeichnung ist geschützt.

Bei Gefühlsstörungen werden Berührungen oder Schmerzen schlechter wahrgenommen. Verdickte Hornhaut oder veränderte Nägel können das Verletzungsrisiko zusätzlich erhöhen. Eine fachgerechte Behandlung ist dann besonders wichtig.

Ob Sie eine medizinische Fußpflege benötigen und welche Behandlung sinnvoll ist, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bei einer Untersuchung der Füße.

Wie läuft eine medizinische Fußpflege ab?

Zu Beginn untersucht die Podologin oder der Podologe die Füße und stimmt die Behandlung auf die vorhandenen Veränderungen ab. Dazu können das vorsichtige Abtragen von verdickter Hornhaut und Schwielen sowie das fachgerechte Kürzen und Bearbeiten veränderter Nägel gehören. Ist beides erforderlich, spricht man von einer podologischen Komplexbehandlung.

Zur verordneten Behandlung gehören auch die Kontrolle von Schuhen und Einlagen sowie Hinweise zur Fußpflege zu Hause. Das gilt unabhängig davon, ob Hornhaut, Nägel oder beide behandelt werden.

Wichtig: Offene Wunden und entzündete Stellen müssen ärztlich behandelt werden. Die medizinische Fußpflege ersetzt keine Wundbehandlung.

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Fußpflege bei Diabetes?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt eine ärztlich verordnete Fußpflege, wenn Diabetes das Gefühl in den Füßen nachweislich beeinträchtigt hat (Gefühlsstörung). Zusätzlich müssen krankhaft verdickte Hornhaut oder krankhaft veränderte Nägel vorliegen, ohne deren Behandlung weitere, bleibende Schäden drohen. Diabetes allein reicht für eine Verordnung nicht aus.

Gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen zehn Prozent der Behandlungskosten sowie zehn Euro je Verordnung zu, sofern keine Zuzahlungsbefreiung vorliegt.

Werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen, können Betroffene eine Behandlung als Selbstzahler wahrnehmen. Fragen Sie vorab in der podologischen Praxis nach den Kosten.

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FAQ

Für eine ärztlich verordnete Behandlung beim diabetischen Fußsyndrom empfiehlt der Heilmittelkatalog einen Abstand von vier bis sechs Wochen. Zum diabetischen Fußsyndrom zählen verschiedene krankhafte Veränderungen an den Füßen bei Diabetes, von ausgeprägten Hornhautschwielen bis zu offenen Wunden. 

 

Diese Empfehlung gilt aber nicht pauschal für alle Menschen mit Diabetes. Vielmehr richtet sich der tatsächliche Behandlungsabstand nach dem individuellen Befund und der ärztlichen Verordnung. 

Ja. Die podologische Behandlung ersetzt nicht die ärztliche Kontrolle. Dabei wird unter anderem geprüft, ob Nerven- oder Durchblutungsstörungen vorliegen. 

 

Bei geringem Risiko ist in der Regel eine jährliche Kontrolle vorgesehen, bei erhöhtem Risiko, etwa durch vorliegende Nervenschäden oder frühere Fußwunden, sind kürzere Abstände nötig. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt fest, wie häufig Ihre Füße untersucht werden sollen.  

Nein! 

 

Bei diabetesbedingten Nerven- oder Durchblutungsstörungen sollten Sie nicht barfuß laufen, auch nicht zu Hause. Denn kleine Verletzungen können unbemerkt bleiben und zu Folgeschäden führen. Socken oder dünnsohlige Hausschuhe schützen gefährdete Füße nicht ausreichend. Tragen Sie stattdessen gut passende, schützende Schuhe.