Beide Jugendstationen bieten Behandlungsplätze für Mädchen und Jungen. Sie sind umgeben von einem großzügigen Spiel- und Freizeitgelände. Auf der Krisen- und DBT-Station (= dialektisch behaviorale Therapie) werden z.B. Jugendliche mit folgenden Störungsbildern behandelt:

 

  • Jugendliche, die Wut, Aggressionen und andere unangemessenen Konfliktlösungs-mechanismen reduzieren wollen.
  • Jugendliche, die sich selbst oder andere verletzen.
  • Jugendliche, die starke Traurigkeit erleben, das Gefühl nichts wert zu sein und keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen.
  • Jugendliche, die an ihren starken Gefühlswechseln leiden.
  • Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, längere Beziehungen aufrecht zu erhalten und Vertrauen und Selbstvertrauen entwickeln wollen.
  • Jugendliche, die die Welt verändert wahrnehmen und die entsprechend Schwierigkeiten haben, sich in ihr zurechtzufinden (Psychosen).

Auch bei akuten Krisen mit Selbstmordabsichten steht die Station zur Verfügung. Eine Intensiveinheit mit der Möglichkeit zur Isolierung und Fixierung unter 1:1-Betreuung steht zur Verfügung.

Der Behandlungsansatz ist multimodal. Wir nutzen auf dieser Station primär Elemente verhaltenstherapeutischer Verfahren. Daneben werden jedoch tiefenpsychologische und systemische Psychotherapieelemente angewandt, die wir an die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten unserer Patienten anpassen.


Für emotional instabile Patienten steht das Konzept der dialektisch behavioralen Therapie (DBT) zur Verfügung. Kombiniert werden Einzel-, Gruppen- und Familientherapie und wenn nötig auch in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung.


Unsere Behandlungsziele sind hier z.B. die Bewältigung der gestörten alterstypischen Ablösungs- und Verselbständigungsprozesse, Verbesserung der psychosozialen Integration und die Befähigung zur Annahme weiterer ambulanter Hilfen.


Ein Beispieltag beginnt für unsere Jugendlichen um 7:00 Uhr. Arzt- und Psychologengespräche werden vereinbart. Es erfolgt der Besuch der Klinikschule. In Einzelangeboten oder kleineren Gruppen laufen die Komplementärtherapien, wie Ergo-, Musik-, Körper-, Bewegungstherapie, Schwimmen und Reiten ab. Weitere therapeutische Angebote wie, z.B. Kochen, Backen und soziale Trainings finden im Rahmen der Bezugspflege statt. In der Freizeit bieten wir verschiedene Gruppenaktivitäten in der Patientengemeinschaft an. Die Besuchszeit ist geregelt. Individuelle Absprachen sind jedoch möglich.


Die Behandlungsschwerpunkte auf der zweiten Jugendstation sind Essstörungen, Zwangs- und Angsterkrankungen sowie depressive Störungen.

Die Therapie erfolgt nach einer diagnostischen Phase und nach einem individuellen Behandlungsplan unter Anwendung vorwiegend tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und unter Nutzung verhaltenstherapeutischer Elemente mit Berücksichtigung entwicklungspsychopathologischer Gesichtspunkte. Wenn erforderlich,
bieten wir auch hier Unterstützung durch Pharmakotherapie an.

Auch hier finden regelmäßig Einzel-, Gruppen- und Familientherapien statt. Ergänzend dazu können Dyadetherapien mit Patienten und einem Elternteil in einer gewünschten Komplementärtherapie erfolgen. Den Patienten wird ein breites Spektrum an Komplementärtherapien angeboten, wie z.B. Ergo-, Musik-, Kunst-, und Kommunikative Bewegungstherapie, Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren, Sport, Kraftsport und Bewegung im Wasser.