Ventrikuläre Extrasystolen

Abbildung 1: 12-Kanal EKG mit VES (Bigeminus) aus dem rechtsvertikulärem Ausflusstrakt.

Herzrhythmusstörungen aus der Herzkammer manifestieren sich in unterschiedlichen Formen und Beschwerden. Ihr Erscheinen hängt auch mit anderen Herzerkrankungen wie z.B. koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck, Herzmuskelentzündung und Herzmuskelschwäche zusammen, sodass die Behandlung der Grunderkrankung zunächst im Vordergrund steht. Sind keine behebbaren Ursachen vorhanden, kommt eine Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) als Behandlungsmethode in Frage.


Bei den ventrikulären Extrasystolen (VES) handelt es sich um Extraschläge aus den Hauptkammern oder Ausflusstrakt. Dabei werden VES aus der rechten und der linken Herzkammer oder Ausflusstrakt unterschieden (s. Abb. 1). Ferner werden monomorphe von polymorphen VES unterschieden. Eine Ablationstherapie ist in der Regel bei symptomatischen monomorphen VES sinnvoll. Weitere Indikationen für eine VES Ablationstherapie sind zum einen vermehrte VES bei Patienten mit Herzmuskelschwäche oder bei Patienten mit CRT-Trägern mit erniedrigtem Stimulationsanteil aufgrund von vermehrten monomorphen VES.

Abbildung 2: 3D-Mapping mit NAVX Ensite Precision mit Identifizierung der frühesten Stelle im rechtsventrikulärem Ausflusstrakt (rot im Bild) mit Ablationspunkte an dieser Stelle.

Die Bestimmung der Lokalisation der Herzrhythmusstörung im Herzen findet mithilfe eines dreidimensionalen Bildgebungssystem statt (s. Abb. 2). Sobald die Lokalisation der Rhythmusstörung ausfindig gemacht wurde, kann eine gezielte Ablationstherapie der VES erfolgen.

Untersuchungsablauf:


Für die Untersuchung benötigt man neben den Ablationskatheter drei diagnostische Elektrodenkatheter (RV, CS und HD-Mapping Katheter (HD-Grid oder Pentarray)). Diese werden über die Leistenvenen bis zum Herzen eingeführt. Deshalb werden beide Leisten für diese Untersuchung vorbereitet. Die Behandlung wird unter guter lokaler Betäubung und ausreichender Anlagosedierung (intravenöse Schmerz- und Sedierungstherapie) durchgeführt.


Nach der Behandlung wird ein zirkulärer Druckverband um die Leiste für einige Stunden (in der Regel sechs Stunden) angelegt. Sie werden nach dem Aufwachen auf Ihrer Station mit einem Fernüberwachungsgerät bis zum nächsten Tag überwacht.


Wir empfehlen Ihnen, nach der Behandlung die Leisten für weitere sieben Tage zu schonen. Um Nachblutungen aus den Leisten zu verhindern, sollten in dieser Zeit folgenden Tätigkeiten vermieden werden: Schweres heben, Fahrrad fahren, starkes pressen im Bauch, schnelles laufen, Schwimmen oder ähnliches.