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Arteriosklerose: Wenn Schlagadern verengen und verkalken

Eine der häufigsten Krankheiten in den westlichen Industrieländern ist die Arteriosklerose – eine Erkrankung der Blutgefäße, bei der sich die Arterien über Jahre verändern, verengen und an Elastizität verlieren. Umgangssprachlich ist oft von „verkalkten“ oder „verhärteten“ Schlagadern die Rede. Wie hoch ist Ihr Risiko, zu erkranken und wie wird Arteriosklerose behandelt?

22.07.2023 Lesedauer: - Min. Aktualisiert am 27.04.2026
Medizinisch geprüft von Alexios Spyropoulos, MHBA
Blut - rote Blutkörperchen oder Blutzellen in Ader - Konzept Herz-Kreislauf oder Blutkreislauf
Inhaltsverzeichnis

Risikofaktoren für Arteriosklerose

Arterielle Gefäßerkrankungen treten mit steigendem Lebensalter häufiger auf. Ob Sie daran erkranken, hängt aber nicht nur vom Alter ab, sondern entscheidend von Ihrem persönlichen Risikoprofil.

Die wichtigsten Risikofaktoren für Arteriosklerose sind:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutfette
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Diese Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich in den Schlagadern Ablagerungen bilden und die Gefäße sich verengen. Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, desto höher ist in der Regel das Risiko für Durchblutungsstörungen und Folgeerkrankungen.

Symptome und Folgen der Arteriosklerose

Durch Ablagerungen verändert sich die Gefäßwand von innen. Sie wird unregelmäßig, das Gefäß kann enger werden und das Blut schlechter fließen. In manchen Fällen können sich dort auch Blutgerinnsel bilden. Nimmt die Verengung weiter zu, kann es zum kompletten Gefäßverschluss kommen.

Spielen sich diese Veränderungen an der Halsschlagader ab, steigt das Risiko für einen Schlaganfall.

Bei Verengungen der Beinschlagadern kann es zur sogenannten Schaufensterkrankheit kommen: Betroffene können keine längeren Wege mehr ohne Pause gehen. Schwere Durchblutungsstörungen der Beine können zu Schmerzen in Ruhe, schlecht heilenden Wunden und in fortgeschrittenem Stadium auch zu Gewebeschäden führen.

Diagnose von Arteriosklerose

Welche Diagnostik sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Gefäße betroffen sein könnten und welche Beschwerden bestehen. Am Anfang stehen meist das ärztliche Gespräch und die körperliche Untersuchung. Je nach Situation kommen anschließend nichtinvasive Verfahren wie die Messung des Knöchel-Arm-Index sowie bildgebende Methoden wie ein Gefäßultraschall oder eine CT- beziehungsweise MRT-Angiographie infrage. So lässt sich beurteilen, ob eine Katheterbehandlung, eine Operation oder zunächst eine andere Therapie sinnvoll ist.

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Therapie von Arteriosklerose

Die Behandlung richtet sich danach, welche Gefäße betroffen, wie stark die Beschwerden und wie ausgeprägt die Verengungen oder Verschlüsse sind. Nicht jede Arteriosklerose muss sofort durch einen Eingriff behandelt werden.

Behandlung von Risikofaktoren

„Eine wichtige Grundlage der Therapie ist es, Risikofaktoren konsequent zu behandeln: Zum Beispiel durch Rauchstopp, Bewegung und eine gute Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten. Bei Durchblutungsstörungen der Beine hat zudem ein strukturiertes Gehtraining einen hohen Stellenwert“, sagt Dr. Alexios Spyropoulos, Facharzt für Allgemein- und Gefäßchirurgie, Phlebologe und Ärztlicher Wundexperte im Helios MVZ Cuxhaven. „Viele dieser Maßnahmen dienen nicht nur der Behandlung, sondern auch dazu, ein Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen.“

Ballonkatheter und Bypass-Operation

Viele Gefäßverengungen können mit Ballonkathetern aufgeweitet werden, oft in Verbindung mit einer Gefäßstütze (Stent). Bei Komplettverschlüssen über eine lange Strecke der Schlagadern kann aber auch eine Bypass-Operation nötig sein. Beide Verfahren können in geeigneten Fällen auch miteinander kombiniert werden.

Ausfräsen von Ablagerungen

Ein weiteres Verfahren ist die Rotations-Endarteriektomie. Hierbei kommt ein spezieller Katheter zum Einsatz, an dessen Ende sich eine kleine Fräse befindet. Diese wird im Rahmen einer Katheter-Therapie unter Röntgenkontrolle über die Leiste in die verengte Schlagader eingeführt. Dort können vorhandene Ablagerungen mechanisch abgetragen werden. Es handelt sich um ein minimalinvasives Verfahren, das in ausgewählten Fällen eingesetzt werden kann.

Helios MVZ Cuxhaven

Facharzt für Allgemein- und Gefäßchirurgie, Phlebologe

Eine wichtige Grundlage der Therapie ist es, Risikofaktoren konsequent zu behandeln: Zum Beispiel durch Rauchstopp, Bewegung und eine gute Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten.

Interventionelle Radiologie

Mithilfe der interventionellen Radiologie können heute viele Gefäßverengungen minimalinvasiv behandelt werden. Solche Eingriffe sind oft ohne große Operation und häufig auch ohne Vollnarkose möglich. Ob eine interventionelle Behandlung sinnvoll ist, hängt jedoch immer vom betroffenen Gefäß, vom Ausmaß der Erkrankung und von der individuellen Situation ab.

Folgende Behandlungsmöglichkeiten bietet die interventionelle Radiologie bei Arteriosklerose unter anderem:

  • Gefäßeröffnung der Becken- und Beingefäße
  • Gefäßeröffnung der Halsschlagadern und der hirnversorgenden Gefäße
  • Gefäßeröffnung der Nierenarterien in ausgewählten Fällen

Fazit

Arteriosklerose ist eine häufige Erkrankung der Arterien, bei der sich die Gefäße über Jahre verändern und verengen können. Besonders wichtig sind die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Diabetes mellitus.

Je nachdem, welche Gefäße betroffen sind, kann Arteriosklerose unterschiedliche Folgen haben, etwa ein erhöhtes Schlaganfallrisiko oder Beschwerden in den Beinen beim Gehen.

Für die Behandlung stehen heute sowohl konservative Maßnahmen als auch operative Verfahren zur Verfügung. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Befund und der individuellen Situation ab.

FAQ

Im Alltag werden die Begriffe oft gleich verwendet. Medizinisch ist „Arteriosklerose“ der genauere Begriff, weil es nicht nur um Kalk, sondern allgemein um Veränderungen und Ablagerungen in der Gefäßwand geht.

Damit sind belastungsabhängige Beschwerden in den Beinen gemeint, die durch verengte Arterien entstehen. Betroffene müssen beim Gehen immer wieder stehen bleiben. 

Nein. Nicht jede Gefäßverengung muss sofort operiert oder interventionell behandelt werden. Je nach Befund können zunächst konservative Maßnahmen wie Bewegung, Gehtraining und die Behandlung von Risikofaktoren im Vordergrund stehen. 

Das Risiko lässt sich oft senken, wenn beeinflussbare Risikofaktoren frühzeitig behandelt werden. Dazu gehören insbesondere 

  •  Rauchverzicht
  •  regelmäßige Bewegung
  •  eine gute Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten 

Bewegung spielt eine wichtige Rolle: Gerade bei Durchblutungsstörungen der Beine zählt Gehtraining heute zu den zentralen Behandlungsmaßnahmen.

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