Ohrenkorrektur

Ohrenkorrektur

Jedes Ohr ist individuell geformt, ähnlich einem Fingerabdruck. Obwohl es eine große Bandbreite normaler Ohrformen gibt, existieren Idealmaße für die Form und Größe eines Ohres und seiner Stellung zum Kopf. Abstehende Ohren sind die am häufigsten vorkommende Fehlbildung der Ohren.

Abstehende Ohren? Segelohren? 

Auf Grund ihrer Auffälligkeit sind sie Anlass für Hänseleien vor allem im Kindesalter. Daraus resultierende Scham- und Minderwertigkeitsgefühle können die normale psychische Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, und im Erwachsenenalter als optisch störend empfunden werden, so dass sie die betroffene Person stark belasten. Viele Menschen lassen sich daher die Ohren anlegen bzw. entscheiden sich für eine Ohrkorrektur. Ziel beim Ohren anlegen ist ein natürlich geformtes Ohr, das mit der individuellen Kopfform harmoniert.

Die Ursache abstehender Ohren liegt in einer Fehlentwicklung des Ohrknorpels. Es können Verformungen einzelner Ohrknorpelanteile oder auch komplexe Deformierungen des gesamten Ohrknorpelgerüstes vorliegen, die mit einer Operation dann gezielt korrigiert werden müssen. 
 

Wussten Sie schon, dass ...

der Eingriff prinzipiell in jedem Alter vorgenommen werden kann? Allerdings wird dieser von den Krankenkassen oft nur im Kindesalter übernommen. Aus psychologischen Gründen empfehlen wir eine Ohrkorrektur bereits vor Schuleintritt bzw. bis zum 10. Lebensjahr.

Was Sie über den Eingriff wissen sollten:

Abstehende Ohren können verschiedene Ursachen haben. Oft ist die vergrößerte Distanz zum Hinterkopf entweder durch einen zu flachen Winkel der vorderen Ohrfalte oder durch eine zu groß angelegte Ohrmuschel verursacht. Zur Korrektur bevorzugen wir eine Operationstechnik mit verdeckter Schnittführung in der äußeren Ohrfalte. Über diesen Zugang lassen sich alle Anteile des Ohrknorpels direkt darstellen.

Liegt ein zu flacher Winkel der vorderen Ohrfalte (Anthelix) vor, wird die Anthelix mit einem feinen Diamantschleifkopf gezielt geschwächt und mit Nähten neu geformt. Anschließend wird die Ohrhaut zurückgelegt und mit feinen, in der Haut gelegenen Nähten unsichtbar verschlossen. 

Ist hingegen die Ohrmuschel (Concha) zu groß angelegt, kann von der Rückseite operiert werden. Hierbei wird ein Teil der übergroßen Concha entfernt. Bei ausgeprägten Ohrfehlbildungen sind manchmal zusätzliche Schnitte vor oder hinter dem Ohr erforderlich, z.B. um ein zu großes oder abstehendes Ohrläppchen zu verlagern. 

Der Eingriff erfolgt im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts. Er kann bei Erwachsenen und Kindern ab dem 8. Lebensjahr in Lokalanästhesie durchgeführt werden, während wir bei jüngeren Kindern eine Vollnarkose empfehlen. Bei Eingriffen von Kindern kann ein Elternteil während des Klinikaufenthaltes mit auf Station sein. 

Die Operation dauert unabhängig vom Alter ein bis ein eineinhalb Stunden, der Klinikaufenthalt beträgt meist zwei bis drei Tage. 

Nch der OP ist für zwei bis drei Tage ein angelegter Kopfverband zu tragen. Danach wird ein Stirnband angepasst, das besonders nachts als Schutz zu tragen ist. Es soll verhindert werden, dass die neue Form des Ohres sich durch zufälliges Umknicken nochmals verändern kann. Für rund 14 Tage sollte man sich schonen, Sport sollte erst vier bis sechs Wochen nach der Operation wieder betrieben werden.

Auf einem Blick

  • Narkose: Dämmerschlaf/Vollnarkose
  • Eingriffsdauer: 1-1,5 h
  • Klinikaufenthalt: 2-3 Tage
  • Nachbehandlung: 3 Wochen
  • Fadenzug: nach 12-14 Tagen
  • Gesellschaftsfähig: nach ca. 1 Woche
  • Schonung: 2- 4 Wochen