Was ist Rhizarthrose?
Wenn Sie andauernd Schmerzen im Daumen und Handgelenk haben, kann es sein, dass Sie einen Gelenkverschleiß im Daumensattelgelenk haben. Die Rhizarthrose stellt die am häufigsten an der Hand vorkommende Arthroseform dar.
Die Rhizarthrose betrifft das Daumensattelgelenk, welches zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem großen Vieleckbein liegt. Es ist zwar ein kleines Gelenk, aber eines der am stärksten belasteten Gelenke des Körpers. Das Daumensattelgelenk ermöglicht die für den Menschen überaus wichtige Greif- und Haltefunktion des Daumens beziehungsweise der Hand. Durch die andauernde Belastung reibt sich der Knorpel an einigen Stellen des Gelenkes ab. Der Verschleiß führt dazu, dass die Knochen schmerzhaft aneinander reiben.
Meist sind Frauen betroffen – etwa 30 Prozent aller Frauen erkranken nach dem 50. Lebensjahr an einem Gelenkverschleiß am Daumen. Es sind deshalb sowohl hormonelle als auch genetische Faktoren bei der Entstehung beteiligt. Die Rhizarthrose kommt familiär gehäuft vor.
Das Wort „Rhizarthrose" kommt aus dem Griechischen: Rihza kann mit Wurzel übersetzt werden, arthron ist das Gelenk.
Was sind Ursachen der Rhizarthrose?
Ursachen können wiederholte Belastungen und mechanische Überlastungen sein. Aber auch die Menopause und einhergehende hormonelle Schwankungen spielen eine Rolle. Übergewicht und Adipositas erhöhen das Erkrankungsrisiko zusätzlich.
Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmenden Alter, da der Gelenkknorpel über die Jahre abgenutzt wird.
Gut zu wissen: Hand- sowie Schwerstarbeitende erkranken seltener an einer Rhizarthrose, da eine starke Muskulatur schützend auf das Daumensattelgelenk wirkt.
Symptome der Rhizarthrose
Das Daumengelenk wird vor allem bei Greif- und Drehbewegungen beansprucht. Unter Belastung kommt es teils zu einschießenden, stechenden Schmerzen in Höhe des Daumens mit daraus resultierender Verringerung der Haltekraft und erheblichen Einschränkungen der Feinmotorik.
Diese Beschwerden bestehen bei längerem Verlauf auch in Ruhe.
Wie erfolgt die Diagnosesicherung?
Charakteristisch ist das Auftreten des Schmerzes beim Manipulieren am Daumensattelgelenk, welches in fortgeschrittenen Stadien mit einem Reibegeräusch einhergeht. Hinzu kommt die charakteristische Fehlstellung des Daumenstrahles.
Ein Röntgenbild sichert den Befund.
Therapie bei Rhizarthrose
Anhand der Diagnose die Behandlungsmöglichkeiten mit den Betroffenen besprochen. Möglich sind sowohl konservative als auch operative Methoden. Die Behandlungsmethode wird individuell an Stadium der Arthrose, Konstitution der Betroffenen und nicht zuletzt dessen Anspruch angepasst.
Konservative Behandlung
Anfangs steht zur Behandlung das zeitweilige Tragen einer speziellen Daumenschiene im Vordergrund. Diese soll das Gelenk entlasten. Unterstützend wird im akuten Schmerzzustand oft ein Schmerzmittel verabreicht. Im Rahmen der physikalische Therapie kommen Wärme- oder Kälteanwendungen zum Einsatz. Auch die Behandlung der Gelenkinnenhaut mit radioaktiven Substanzen (Radiosynoviorthese - kurz RSO) und Cortison-Injektionen gehören zu den konservativen Behandlungsmöglichkeiten.
Das Voranschreiten der Erkrankung kann durch äußere Maßnahmen nicht verhindert werden. Je nach Belastung des Gelenkes werden sich Patientinnen und Patienten früher oder später mit der Frage einer weitergehenden, möglicherweise operativen, Behandlung auseinandersetzen.
Operative Behandlung
Führt der konservative Therapieansatz nicht zum erwünschten Erfolg, sind operative Therapieoptionen insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der Rhizarthrose oft unumgänglich. Bei der Trapezektomie wird über einen circa vier Zentimeter langen Hautschnitt der betroffene Handwurzelknochen (das „große Vieleckbein“) sorgfältig entfernt und anstelle dessen der Anteil einer Daumensehne eingeflochten, welche an der Daumenbasis ansetzt. Diese ist meist zweifach angelegt, sodass eine Verlagerung keinen funktionellen Nachteil für die Hand der Patientinnen und Patienten bedeutet.
Der Eingriff dauert etwa 60 Minuten und erfordert eine Ruhigstellung des Daumens im Anschluss über einen Zeitraum von zwei Wochen in einer Gipsschiene sowie im Anschluss über vier Wochen in einer abnehmbaren Daumenschiene. Eine Belastung der Hand ist etwa acht Wochen nach dem Eingriff in gewohntem Umfang möglich.
Als alternative Operation kommt in Einzelfällen die Versteifung (Arthrodese) des Daumensattelgelenkes in Frage. Diese wird unter Erhalt des großen Vieleckbeines mit Schrauben und gegebenenfalls einer schmalen Titanplatte durchgeführt.
Risiken der Operation
Allgemeine Operationsrisiken sind eine Entzündung der Wunde, Nachblutungen und Verletzungen von Umgebungsstrukturen im Operationsgebiet (Sehnen, Gefäße, Nerven). Diese Operationsfolgen sind sehr selten.
Spezifische Komplikationen der Operation sind die mögliche Verletzung von Gefühlsnerven im Bereich des Daumenstrahls mit vorübergehender Taubheit oder Überempfindlichkeit, ein erneutes schmerzhaftes Knochenreiben in Nachbargelenken oder durch Absinken des Daumens.
Kann ich einer Rhizarthrose vorbeugen?
Ja, durch das Reduzieren individueller Risikofaktoren. Dazu zählen:
- der Verzicht auf Nikotin,
- eine ausgewogene Ernährung,
- Gewichtsreduktion und ein
- richtiges Maß an körperlicher Aktivität.
Mangelnde körperliche Aktivität führt zu einer Unterversorgung des Knorpels, da dieser seine Mikronährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit bezieht. Der Knorpel ist demnach darauf angewiesen, dass das Gelenk zur "Knorpeldurchwalkung" bewegt wird. Das bewährte Motto bei Arthrose lautet: “Bewegung ja, Belastung nein.“