Patientenwissen

PSA-Vorsorge macht Sinn

PSA-Vorsorge macht Sinn

Trotzt kontorverser Meinungen, hat sich die PSA-Bestimmung als Vorsorgeuntersuchung etabliert. Warum und was Kritiker sagen, lesen Sie hier!

Als Prostataspeztifisches Antigen ( PSA ) wird ein körpereigenes Eiweiß bezeichnet, welches ausschließlich von Prostatagewebe produziert wird. Nach seiner Erstbeschreibung 1979 konnte rasch nachgewiesen werden, dass die im Blut bestimmte Konzentration an PSA mit dem Risiko einer Prostatakrebs Erkrankung einander bedingt. Die PSA-Bestimmung hat sich deshalb seit den 90er Jahren als Vorsorgeuntersuchung etabliert.

Einen erheblichen Rückschlag erlebte die PSA-Vorsorge 2009 durch eine große amerikanische Studie (PLCO-Studie). Diese stellte den Nutzen einer PSA-Vorsorge in Frage und verglich Patienten, die regelmäßig zur PSA-Vorsorge gingen, mit Patienten, die auf eine PSA-Bestimmung verzichteten. Ergebnis: Eine konsequente PSA-Vorsorge senkt nicht das Sterberisiko bei Tumorpatienten.

Das Ergebnis der Studie zeigte keine Verbesserung des tumorspezifischen Sterberisikos durch eine konsequente PSA-Vorsorge.

Zahlreiche Gesundheitsbehörden und Kostenträger nahmen diese Studie zum Anlass, die PSA-Vorsorge nicht mehr zu empfehlen. Obwohl urologische Fachverbände bestätigten, dass die Vorsorge durchaus Sinn macht, konnte der Ruf der PSA-Bestimmungen nicht gerettet werden.

2015 wurde der Grund für das unerwartete Studienergebnis gefunden: Rund 90 Prozent der Männer, die in der Studie auf die Vorsorgeuntersuchung verzichteten, haben sie außerhalb der Studie durchgeführt. Damit konnte die Frage, ob PSA-Bestimmungen in der Krebsvorsorge sinnhaft sind, mit dieser Studie nicht beantwortet werden.

Nahezu zeitgleich zeigen 2016 veröffentlichte Daten einer europäischen Studie (ERSPC-Studie) mit gleicher Fragestellung, dass die Sterblichkeit an Prostatakrebs deutlich zurückgeht, wenn Männer zur Vorsorgeuntersuchung mit PSA-Bestimmung gehen.

Nach derzeitigem Wissensstand empfehle ich eine PSA-Bestimmung im Rahmen der Vorsorge durchführen zu lassen. Das verbessert nicht nur die Früherkennung, sondern erhöht auch die Behandlungschance beim Prostatakrebs.

erklärt Dr. Götz Rommel, Chefarzt der Urologie am Helios Spital Überlingen

Noch nicht abschließend geklärt ist, in welchen zeitlichen Abständen die PSA-Untersuchungen empfohlen werden sollten. Neben der absoluten Höhe des PSA-Spiegels ist auch die Dynamik des PSA-Wertes im zeitlichen Verlauf hinweisgebend auf eine bösartige Erkrankung der Prostata.