Durch eine Operation zum besseren Hören

Neben der Möglichkeit einer Hörgeräteversorgung lassen sich viele Formen der Schwerhörigkeit sehr erfolgreich operativ behandeln.

Je nach individueller Ursache stehen hierfür verschiedene chirurgische Optionen zur Verfügung.

Der häufigste Eingriff ist die sogenannte Tympanoplastik, mit der eine chronische Entzündungen des Mittelohrs beseitigt und gleichzeitig das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette wiederhergestellt werden. Die Rekonstruktion des Trommelfells erfolgt mit körpereigenem Gewebe, zumeist mit Knorpel oder Knorpelhaut, die an einer unauffälligen Stelle aus der Ohrmuschel gewonnen werden. Zum Aufbau einer defekten Gehörknöchelchenkette können Reste der patienteneigenen Gehörknöchelchen oder speziell angefertigte Prothesen aus Titan verwendet werden.

Im besonderen Fall einer Verknöcherung der Steigbügelfußplatte im ovalen Fenster (Otosklerose) kommt eine Steigbügelplastik in Frage. Auch hierbei kommen Titan-Prothesen von wenigen Millimetern Länge zum Einsatz, die den Schall direkt ins Innenohr übertragen und so in vielen Fällen das Tragen eines Hörgerätes überflüssig machen.

Unter bestimmten Vorrausetzungen ist auch der Einsatz von teilimplantierbaren Hörgeraten möglich (BAHA, Vibrant Soundbridge®). Dabei werden Teile des Gerätes unter die Haut implantiert und der Rest außen am Kopf getragen.

Wenn bei einer hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit oder einer Ertaubung Hörgeräte nicht mehr ausreichend helfen, bleibt noch die Möglichkeit einer Cochlea Implantation (CI). Dabei wird ein Elektrodenkabel in der Hörschnecke (Cochlea) platziert, welches dort den Hörnerven direkt durch elektrische Impulse stimuliert.

Die Operationen werden in der Regel in Vollnarkose unter dem Einsatz eines Operationsmikroskops (Mikrochirurgie) durchgeführt. Über die Abläufe des stationären Aufenthaltes informiert Sie unser Flyer "Operation des Mittelohres".

Prof. Dr. med. Martin Christoph Jäckel

Chefarzt Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Prof. Dr. med. Martin Christoph Jäckel

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