Qualifizierter Drogenentzug

Auf der Station 16 findet eine niedrigschwellige und überregionale Aufnahme von Patienten mit einem polyvalenten Missbrauchs- oder Abhängigkeitsmuster von illegalen Drogen statt.

Das sehr strukturierte Behandlungssetting ermöglicht es, bereits junge Patienten ab dem 16. Lebensjahr einer angemessenen Behandlung zuzuführen. Leichtere psychotische Störungen und alle anderen komorbiden Störungen können mitbehandelt werden.

Der Opioidentzug wird Polamidon®- oder Subutex®-gestützt unter Einbettung in ein mehrdimensionales Behandlungskonzept incl. Akupunktur und Aromatherapie durchgeführt. Viele Behandlungen dienen der Komplettentgiftung bei polyvalenten Konsummustern von Alkohol, Opioiden, Cannabinoiden, Benzodiazepinen, Kokain, Amphetaminen und Halluzinogenen vor Antritt einer Rehabilitationsbehandlung oder anderen weiterführenden Behandlungsmaßnahmen statt.

Häufig geht es aber auch zunächst um eine Beigebrauchsentgiftung, psychische Stabilisierung und Krisenintervention. Das Behandlungsteam der Station arbeitet eng eingebunden in das drogenspezifische Hilfesystem.

Patienten werden in der Regel über eine Warteliste und telefonischen Kontakt geplant aufgenommen.

Unser Konzept

 

Häufig gestellte Fragen

Wir sind rund um die Uhr telefonisch erreichbar (0385 - 5205781). Sie erhalten von uns einen Aufnahmetermin. Am Aufnahmetag melden Sie sich bitte bis 10.00 Uhr mit einem Einweisungsschein von Ihrem behandelnden Arzt und Ihrer Chipkarte direkt auf der Station 16, Haus 38. Sollten Sie noch minderjährig sein, benötigen wir das Einverständnis Ihrer Sorgeberechtigten/ Eltern zur Behandlung.

Aufgrund der Nachfrage gibt es eine Warteliste. Wenn Sie früher aufgenommen werden wollen, können wir Sie kurzfristig einbestellen, wenn sich terminlich andere Möglichkeiten ergeben.

Einweisung des behandelnden Arztes, Versicherungskarte der Krankenkasse, ausreichend bequeme Kleidung und Sportsachen, Waschzeug und original verpackte Hygieneartikel, ggf. Waschmittel, Wecker, ggf. MP3-Player mit Kopfhörern, Zigaretten und Tabak nur in Originalverpackung (keine E-Zigaretten), genügend Taschengeld. Sie können Ihre eigene Bettwäsche mitbringen. Unbedingt verzichten sollten Sie auf Gameboy, Playstation o.ä., DVD-Player oder Stereoanlage.

Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel  21 Tage. Im Einzelfall kann sich diese Zeit verkürzen oder auch verlängern. Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten besprechen Sie Ihre Ziele und vereinbaren die Behandlungsdauer.

Sie können abends mit Ihrem Handy, das wir für Sie im Dienstzimmer verwahren, telefonieren. Die Telefonzeiten sind abhängig von sog. Bonuspunkten, die Sie sich bei einem guten Therapieverlauf erarbeiten können, verlängerbar. Telefonate vermittelt Ihnen ggf. tagsüber auch das Pflegepersonal. Ausnahmeregelungen (Telefonate mit kleineren Kindern u. ä.) sind nach vorheriger Absprache möglich.

Sie können außerhalb der Therapiezeit in Absprache mit dem Behandlungsteam gerne Besuch empfangen. Als Besucher auf der Station kommen nur Angehörige oder Freunde in Frage, die weder regelmäßig Alkohol noch Drogen konsumieren.

Die Antragsstellung ist sehr umfangreich und bis zur Genehmigung müssen Sie ca. 8-12 Wochen einplanen. Wir können Sie bei der Antragsstellung unterstützen und Ihnen bei der Auswahl einer passenden Einrichtung beraten. Wenn Sie während der Behandlung bei uns erst mit der Bearbeitung des Antrages beginnen, ist es im Regelfall nicht realisierbar eine unmittelbare Anschlusslösung zu schaffen. Sollten Sie bereits im Vorfeld mit der Beantragung begonnen haben, können Sie Ihre Unterlagen mitbringen und wir unterstützen Sie bei den weiteren Schritten.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist aber im Rahmen des Nahtlosverfahrens mit den Rentenversicherungen eine Kostenklärung und nahtlose Verlegung in eine Rehabilitationsklinik möglich. Das klären wir mit Ihnen im Einzelfall.

Wenn es bereits eine Kostenübernahme gibt, können Sie von uns aus mit der Therapieeinrichtung in Kontakt treten wir organisieren mit Ihnen eine Übernahme im Anschluss an den Entzug.

Sie können sich an eine Suchtberatungsstelle wenden oder das Problem mit Ihrem Hausarzt besprechen. Sollte ein stationärer Entzug notwendig sein, können Sie mit uns in Ausnahmefällen für Jugendliche ab 16 Jahren einen Aufnahmetermin vereinbaren. Sollte Ihr Kind minderjährig sein, benötigen wir zur Aufnahme Ihr schriftliches Einverständnis zur Behandlung.

Es besteht die Möglichkeit, dass Sie sich im Vorfeld in der Suchtambulanz vorstellen und beraten lassen (0385 – 5203432). Auch die Besichtigung der Station ist nach Absprache möglich. Gern geben wir Ihnen Informationen zu unserer konzeptionellen Arbeit.

Es erwartet Sie ein erfahrenes, multiprofessionelles Team, bestehend aus Ärzten, Psychologe, Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Pflegepersonal, Ergo-, Sport- und Reittherapeuten. Wie bieten Ihnen bei einen medikamentengestützten Entzug und eine Vielzahl alternativer, unterstützender Therapiemöglichkeiten an. Bestandteile des Therapieplanes sind u. a. Einzel- und Gruppengespräche, ärztliche Visiten, Ergo-, Reit- und Sporttherapie, gel. Erlebnispädagogik (Kletterwald), Akupunktur, Genusstherapie, Morgen- und Abendrunden, die gemeinsame Freizeitgestaltung und das Einnehmen der Mahlzeiten in der Patientengruppe. Wenn Sie es wünschen, unterstützen wir Sie bei der Lösung akuter Probleme (z.B. Justiz, Schulden, Wohnung, Arbeit) und helfen bei der Vermittlung weiterführender Angebote für die Zeit dem Entzug. Wir beziehen gern Ihre Angehörigen und Sorgeberechtigten mit ein. Bedingung zur Behandlung sind Ihre Bereitschaft zur freiwilligen Behandlung auf einer geschlossenen Station und zu täglichen Urinkontrollen. Wir wünschen uns Ihre konstruktive Teilnahme an allen Behandlungsangeboten.

Nein. Wir unterliegen der Schweigepflicht. Wir werden Sie aber  innerhalb der Behandlung über Gefahren des Führens von Kraftfahrtzeugen unter Einfluss von Drogen aufklären und Ihnen notwendige weiterführende Informationen geben.

Wenn Sie zu uns kommen, handelt es sich um einen Krankenhausaufenthalt. Dieser wird von der Krankenkasse bezahlt. Sie müssen, wie gesetzlich festgelegt, einen Anteil von 10 Euro für max. 28 Tage im Jahr leisten, wenn Sie nicht von Zuzahlungen befreit sind. Der Eigenanteil wird Ihnen nach dem Krankenhausaufenthalt in Rechnung gestellt, diese erhalten Sie per Post. Sollten Sie den Anteil nicht aufbringen können, wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse bzw. während der Behandlung an unsere Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin.

Einen Cleanschein als solches bekommen Sie nicht. Wir bescheinigen Ihnen aber  den Aufenthalt zum Entzug. Während der Entgiftung können Sie beim Stationsarzt Ihre Befunde erfragen. Im abschließenden Arztbrief werden diese dann an Ihren behandelnden Arzt weitergeleitet.