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Mundgeruch: Schlechter Atem oder Krankheitssymptom?
Pressemitteilung

Mundgeruch: Schlechter Atem oder Krankheitssymptom?

Krefeld

Einen schlechten Atem haben wir alle mal: morgens nach dem Aufstehen, nach einer Zigarette oder dem Genuss von Knoblauch oder Zwiebeln. In den meisten Fällen hilft es dann, zur Zahnbürste zu greifen. Rund ein Viertel aller Menschen leidet jedoch unter krankhaftem Mundgeruch, der bei Stoffwechselentgleisungen wie Diabetes mellitus, Tumoren im Verdauungstrakt oder bei schweren Leberfunktionsstörungen auftreten kann.

 

Millionen von Mikroben, kleinste Mikroorganismen, zersetzen im Mund-Rachen-Raum angesammelte Essensreste. Dabei entstehen geruchsaktive Schwefelverbindungen, organische Säuren und Ammoniak, die Mundgeruch verursachen. Mundgeruch wird jedoch eher von anderen als von den Betroffenen wahrgenommen. Darauf angesprochen werden sie allerdings nur selten. Dabei kann schon gründlicheres Zähneputzen und der Gebrauch von Zahnseide helfen. "Bei vielen Betroffenen liegen die Ursachen für Mundgeruch meist in der Mundhöhle selbst", erklärt Prof. Rudolf Leuwer, Chefarzt der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik am HELIOS Klinikum Krefeld. "Zusätzlich begünstigen verminderter Speichelfluss, Rauchen aber auch emotionaler Stress oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika den unangenehmen Atem." Nicht selten tritt Mundgeruch auch bei bakteriellen Entzündungen im Rachenraum - angina tonsillaris oder chronische Mandelentzündungen - auf. Eitrige Beläge oder Ablagerungen auf der Zunge können diesen verursachen.

 

Beim krankhaften Mundgeruch, auch Halitosis (von lateinisch Halitus, Atem) genannt, verströmen die Betroffenen unangenehme Gerüche nicht nur über die Atemluft der Mundhöhle sondern auch bei geschlossenem Mund über die Nase. Mundgeruch kann aber auch bei Stoffwechselentgleisungen im Rahmen von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Tumoren im Verdauungstrakt oder bei schweren Leberfunktionsstörungen auftreten. Diese Erkrankungen weisen meist einen ganz eigenen Mundgeruch auf: "Bei einem gestörten Zuckerstoffwechsel können die Betroffenen unter einem süßlich beißenden Geruch leiden, sagt Prof. Leuwer. „Liegt ein Darmverschluss vor, kann sich Stuhl bis in den Magen zurückstauen und für einen sehr übelriechenden Geruch aus Nase und Mundraum sorgen."

 

Mit Hilfe eines sogenannten Halimeters (Atemmessgerät) kann der Arzt feststellen, wo die Gase ihren Ursprung haben. Über eine Art Strohhalm wird dabei während der Ausatmung die Mundraum-, Rachen- und Lungenluft gemessen und analysiert. Untersuchungen der Speiseröhre, Magenspiegelung oder Blutuntersuchungen können zusätzlich darüber Aufschluss geben, ob eine Erkrankung wie Diabetes oder des Magen-Darm-Traktes vorliegt. Je nachdem, wo die Geruchsquelle liegt, kann man Mundgeruch behandeln beziehungsweise vorbeugen: Bereits eine konsequent durchgeführte Mundhygiene kann helfen. Ein regelmäßiger Vorsorge- und Kontrolltermin beim Zahnarzt beugt Mundgeruch vor, der zum Beispiel auch durch Karies oder Zahnfleischentzündungen entstehen kann. Sollte dies alles nicht helfen, das Geruchsproblem zu bekämpfen, sollten Spezialisten wie HNO-Arzt oder Gastroenterologe hinzugezogen werden.

 

Hausmittel gegen Mundgeruch
  • Ingwer: Bereits ein kleines Stück Ingwer auf der Zunge wirkt bakterienhemmend und erfrischt den Atem.

  • Petersilie: Kauen Sie einige Blätter. Das in den Blättern enthaltene Apiol neutrali-siert unangenehme Gerüche.

  • Zitrone: Ein paar Tropfen pur oder in Mineralwasser regen den Speichelfluss an und erfrischen den Atem.

  • Schwarzer Tee: Die enthaltenen Geschmacks- und Farbstoffe im Tee haben eine Bakterien zersetzende Wirkung.

  • Nelken: Das Öl der Pflanze wirkt entzündungshemmend und geruchsneutralisierend.

  • Teebaumöl: Gurgeln Sie regelmäßig mit einem ¼ Liter Wasser und zehn Tropfen Teebaumöl.

  • Joghurt: Ungesüßter Naturjoghurt hemmt Fäulniskeime und senkt das Risiko für Zahnfleischerkrankungen.

  • Trinken Sie viel Wasser oder zuckerfreie Getränke. So werden Essensreste hinuntergespült und der Mund feucht gehalten.

  • Zuckerfreie Kaugummis, ein Apfel oder eine alte Brotkante regen den Speichelfluss schnell an. Bakterien im Mund werden so abgewehrt.

 

 

Pressekontakt

HELIOS Klinikum Krefeld
Anna Heuer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 02151 32 -1668
E-Mail: anna.heuer@helios-gesundheit.de