Von allem etwas zu viel gemacht: Handydaumen

Von allem etwas zu viel gemacht: Handydaumen

Sie gelten teilweise als Life-Style Erkrankungen und sind doch sehr ernst zu nehmen – Überlastungssyndrome an Ellenbogen und Fingergelenken. Erkennen Sie früh mögliche Gefahren durch einseitige Belastungen und vermeiden Sie, dass die Beschwerden chronisch werden.

Handydaumen

Falls Sie mit dem Zeigefinger ab und zu eine Nachricht in ihr Smartphone tippen, sind Sie von dieser neuen Zivilisationserkrankung nicht gefährdet. Es ist das schnelle und häufige Tippen mit einem Daumen, was dieses neue Überlastungssymptom auslöst. Denn dabei muss der Daumen oft quer über das Display gestreckt werden, um Buchstaben und Zeichen zu tippen.

Je größer das Display und je länger Sie mit einem Daumen auf dem Handy tippen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit den Daumen und dessen Sehnen schmerzhaft zu überlasten. Von der Natur ist der Daumen zur Unterstützung des Greifens und Zupackens gedacht, nicht um ihn abzuspreizen und ständig zu dehnen. Genau das jedoch passiert beim schnellen Tippen mit nur einem Daumen.

Woran erkenne ich einen Handydaumen?

Eine Überbelastung durch zu häufiges Dehnen des Daumens durch Abspreizung verursacht Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenks. Diese rühren von einer Sehnenscheidenentzündung und sind dann genau bei der Tippbewegung des Daumens spürbar, die diese Überlastung ausgelöst hat.

Werden die Sehnen nicht geschont, weitet sich der Schmerz auf Greifbewegungen mit der ganzen Hand aus und selbst das einfache Hochziehen des Reißverschlusses oder das Auf- und Zuknöpfen von Kleidung bereitet Probleme.

Wie kann der Arzt helfen?

Wichtig ist, dass Sie sich sofort schonen. So können Sie vermeiden, dass aus der akuten Sehnenscheidenentzündung eine chronische, lang andauernde Beschwerde wird. Wenn die Schmerzen jedoch nach einigen Tagen noch stark sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann den Handydaumen, also die Entzündung der Daumensehnenscheiden, mit ein paar Handgriffen – im wahrsten Sinne des Wortes – schnell feststellen. Eventuell kommt eine Ultraschalldiagnostik zum Einsatz, aber eine Röntgenaufnahme oder gar ein MRT ist keinesfalls von Nöten.

Bei stark fortgeschrittenen Sehnenscheidenentzündungen können Corticoide gespritzt werden, aber vor allem wird der Arzt dringlich raten, „einfach nur“ eine Woche nicht zu tippen.

Physiotherapeutische Maßnahmen unterstützen den Heilungsprozeß: Übungen helfen Faszien, Muskeln und Bindegewebe wieder zu lösen und ein professionell angebrachtes Kinesio-Tape am Daumensattelgelenk und am Unterarm stabilisiert den überanstrengten Daumenbeuger-Muskel.

Beugen Sie vor, damit es gar nicht erst so weit kommt!

Vor allem Vieltipper und Nutzer größerer Handydisplays, sollten regelmäßig und bewusst Pausen einlegen. Lockerungen des Daumengelenkes und Dehnübungen des Unterarms wirken einem Handydaumen entgegen.

Die nachhaltigste Maßnahme ist jedoch das einseitige Tippen weitestgehend zu vermeiden und sich ganz auf das Tippen mit zwei Daumen umzustellen. Hierbei müssen selbst auf größeren Displays von den Daumen nicht zu große Distanzen gegriffen werden und der einzelne Daumen wird nicht mehr überdehnt.

 

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