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Blut im Urin: Was steckt dahinter?

Blut im Urin kann auf Erkrankungen wie einen Harnwegsinfekt hinweisen, aber auch das erste Symptom für eine Krebserkrankung sein. Daher sollten Sie blutigen Urin ärztlich abklären lassen – insbesondere, wenn die Blutung ohne Schmerzen auftritt.

28.05.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Xaver Krah
urine test strips in purple gloves
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die medizinische Bezeichnung für Blut im Urin ist Hämaturie.
  • Sichtbares Blut im Urin sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
  • Nichtsichtbares Blut wird meist im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt und dann weiter abgeklärt.
  • Bei Blutklümpchen, Fieber, Problemen beim Wasserlassen und starken Schmerzen im Rücken, den Seiten oder im Unterbauch sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
  • Blut im Urin ist nicht automatisch ein Anzeichen für Krebs. Es kann auch ein Warnzeichen für andere Erkrankungen der Harnwege, der Nieren oder Nachbarorgane sein.

Blut im Urin: Was bedeutet das?

„Ist Blut im Urin vorhanden, sind rote Blutkörperchen in die Harnwege gelangt. Medizinisch spricht man von einer Hämaturie", sagt Dr. Xaver Krah, Chefarzt der Urologie und Palliativmedizin sowie Ärztlicher Direktor der Helios Klinik Blankenhain.

Urologisch werden zwei Formen unterschieden:

  1. Das Blut ist mit bloßem Auge erkennbar (Makrohämaturie). Der Urin ist dann meist rötlich bis bräunlich verfärbt. Es können auch Blutklümpchen auftreten.
  2. Der Urin ist unauffällig und kein Blut sichtbar (Mikrohämaturie). Einen ersten Hinweis auf Blut im Urin kann ein Teststreifen geben. Ob tatsächlich Blutkörperchen im Urin sind, lässt sich im Labor unter dem Mikroskop genauer nachweisen. Meist handelt es sich um einen Zufallsbefund im Rahmen einer Routineuntersuchung.

„Beide Formen sollten hausärztlich oder urologisch bewertet werden. So kann zwischen harmlosen Ursachen und Warnsignalen für ernste Erkrankungen unterschieden und das weitere Vorgehen abgeleitet werden“, rät der Chefarzt der Urologie.

Nicht immer handelt es sich um Blut

Rötlich gefärbter Urin ist nicht immer auf Blut zurückzuführen. Unter Umständen ist die Verfärbung durch die Ernährung bedingt: Pflanzenstoffe in Lebensmitteln wie beispielsweise Rote Bete, Karotten oder Brombeeren können ebenfalls zu einer Verfärbung des Urins führen.

Was sind Ursachen einer Hämaturie?

Blut im Urin kann verschiedene Ursachen haben. Häufige Erkrankungen und Auslöser sind u. a.:

  • Blasenentzündung
  • Entzündungen der Harnleiter und/oder Harnröhren
  • Harnleiter-, Blasen- oder Nierensteine
  • angeborene Fehlbildungen im Harntrakt
  • angeborene Nierenerkrankungen
  • Blasentumore
  • Nierentumore
  • Medikamente (z. B. wenn diese die Blutgerinnung hemmen)

Wichtig: „Eine Blutung – auch wenn sie nur sehr schwach sichtbar ist oder einmalig auftritt – sollte immer durch eine Urologin oder einen Urologen abgeklärt werden. Das frühe Erkennen einer möglichen Krebserkrankung beeinflusst den weiteren Verlauf der Therapie maßgeblich", erklärt Dr. Krah.

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Helios Klinik Blankenhain

Ärztlicher Direktor, Chefarzt Urologie und Palliativmedizin

Ist Blut im Urin vorhanden, sind rote Blutkörperchen in die Harnwege gelangt. Medizinisch spricht man von einer Hämaturie.

Ursachen von Blut im Urin bei Frauen

Bei Frauen kann es auch aufgrund der Periode oder durch eine unregelmäßige Blutung zu rötlich gefärbtem Urin kommen. Das bedeutet nicht immer, dass Blut im Urin selbst ist. Blutungen nach den Wechseljahren sollten frauenärztlich abgeklärt werden.

Blutiger Urin kann zudem aufgrund einer Endometriose auftreten. Bei dieser Erkrankung siedelt sich Gewebe der Gebärmutterschleimhaut in der Blase oder in den Harnleitern an. Eine Endometriose der Blase kann ähnliche Symptome wie ein Harnwegsinfekt verursachen. Oftmals wird sie deswegen mit einer chronischen Blasenentzündung verwechselt. Bei Verdacht auf eine solche Erkrankung kann mittels einer Blasenspiegelung der zyklisch blutende Schleimhautherd in der Blase nachgewiesen werden. Es können unter Umständen auch weitere Untersuchungen notwendig werden.

Ursachen von Blut im Urin bei Männern

Bei Männern können verschiedene Erkrankungen zu blutigem Urin führen:

  • Infektionen der Samenblasen und der Harnröhre,
  • eine gutartig vergrößerte Prostata,
  • eine Prostataentzündung oder
  • seltener ein fortgeschrittener Prostatakrebs.

Auch bei einem einmaligen schmerzlosen Auftreten sollte die Ursache unbedingt urologisch abgeklärt werden.

Ist Blut im Urin ein Notfall?

Nicht zwingend. Blut im Urin kann aber grundsätzlich ein urologisches Warnzeichen sein, dessen Ursache immer medizinisch zeitnah untersucht werden sollte.

Bei folgenden Beschwerden sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen:

  • Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl,
  • starke Schmerzen in den Seiten oder im Unterbauch (Verdacht auf eine Kolik),
  • wenn nur wenig oder gar kein Wasserlassen möglich ist (Verdacht auf Blutgerinnsel, die den Urinfluss behindern) oder
  • eine schnelle zunehmende Verschlechterung des Allgemeinzustandes.

Dr. Xaver Kah: „Wenn Ihr Urin stark blutig ist, Blutklümpchen auftreten, Sie nicht mehr Ihre Blase entleeren können, starke Schmerzen bestehen oder Fieber hinzukommt, ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich.“

Helios Klinik Blankenhain

Ärztlicher Direktor, Chefarzt Urologie und Palliativmedizin

Eine Blutung – auch wenn sie nur sehr schwach sichtbar ist oder einmalig auftritt – sollte immer durch eine Urologin oder einen Urologen abgeklärt werden. Das frühe Erkennen einer möglichen Krebserkrankung beeinflusst den weiteren Verlauf der Therapie maßgeblich.

Hämaturie ohne Schmerzen: Was nun?

Blut im Urin ohne Schmerzen sollte immer urologisch untersucht werden. Eine Hämaturie ohne Schmerzen könnte ein Hinweis auf Blasenkrebs sein. Je früher dieser erkannt wird, desto besser die Behandlungsoptionen.

Wichtig: Blut im Urin ohne Schmerzen bedeutet aber nicht automatisch Krebs. Es können auch harmlose Ursachen dahinterstecken. Dies wird dann im Rahmen einer urologischen Untersuchung abgeklärt.

Diagnose: Welche Untersuchungen werden gemacht?

Zunächst stellt Ihnen die Ärztin oder der Arzt in einem Gespräch Fragen zu Ihrer Krankengeschichte, zum Beispiel: Wann haben Sie das erste Mal Blut im Urin bemerkt? Wie häufig tritt es auf? Geht es mit Schmerzen, Fieber, Brennen oder Problemen beim Wasserlassen einher? Welche Medikamente werden regelmäßig eingenommen? Bestehen Vorerkrankungen?

Danach schließen sich meist eine Urin- und eine körperliche Untersuchung an.

Die Urinuntersuchung mittels Teststreifen kann bereits erste Hinweise auf mögliche Ursachen liefern. Im Labor wird der Urin mikroskopisch unter anderem auf rote und weiße Blutkörperchen sowie Eiweiß, Nitrit und Glukose untersucht, um eine sichere Diagnose stellen zu können.

Mit einer Ultraschalluntersuchung der Nieren und Blase lassen sich mögliche Steine, Stauungen, Restharn oder auffällige Veränderungen beurteilen. Bei Männern wird zusätzlich die Prostata mit Ultraschall untersucht.

Besteht der Verdacht auf Veränderungen in der Blase, ist eine Harnblasenspiegelung (Zystoskopie) notwendig. Dabei wird ein dünnes Gerät, das Endoskop, über die Harnröhre eingeführt. Blase und Harnröhre können auf Veränderungen wie Tumore, Entzündungen oder Steine untersucht werden. Die Zystoskopie dauert nur wenige Minuten und kann auf Wunsch auch unter Narkose durchgeführt wird. Sie findet im Regelfall ambulant statt.

Je nach Verdachtsdiagnose können zur weiteren Abklärung auch ein sogenanntes CT oder ein MRT notwendig werden. Dies wird dann aber individuell entschieden.

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Behandlung einer Hämaturie

Die Behandlung von Blut im Urin richtet sich nach der Ursache:

  • Bei einer Harnwegsinfektion werden in der Regel Antibiotika verschrieben.
  • Auch Nierenbeckenentzündungen können mit einem Antibiotikum behandelt werden.
  • Nieren- und Harnsteine können je nach Lage, Größe und Steinart abwartend beobachtet, zum Ausscheiden medikamentös aufgelöst oder mittels Stoßwellen zertrümmert beziehungsweise endoskopisch, ohne Schnitt, entfernt werden.
  • Ist die Hämaturie auf bestimmte Medikamente zurückzuführen, sollte eine Anpassung mit Alternativen geprüft werden. Medikamente sollten jedoch nie selbstständig abgesetzt werden.
  • Bei krebsverdächtigen Befunden erfolgen weitere diagnostische Verfahren, um einen individuellen Therapieplan zu erstellen.

Ziel der Behandlung ist immer, die Ursache der Hämaturie sicher zu finden, sodass sie, wenn notwendig, gezielt behandelt werden kann.

FAQ

Nein. Blut im Urin kann harmlose und gut behandelbare Ursachen, wie zum Beispiel einen Harnwegsinfekt oder Steine, haben. Wichtig ist, dass sichtbares Blut im Urin ärztlich abgeklärt wird, um ernste Erkrankungen wie einen Tumor auszuschließen.

 

Auch ein einmaliges Auftreten von sichtbarem Blut im Urin sollte abgeklärt werden.

Ja, eine Blasenentzündung kann unter anderem mit blutigem Urin, neben Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sowie häufigem Harndrang, einhergehen.

 

Wenn die Blasenentzündung abgeklungen ist, sollten die Beschwerden und auch die Blutung wieder verschwinden. Ist das nicht der Fall, sind weitere Untersuchungen nötig.

Blutiger Urin ohne Schmerzen sollte ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Denn auch wenn harmlose Ursachen möglich sind, können behandlungspflichtige Veränderungen an Blase, Harnleiter, Nierenbecken, Niere oder Prostata ursächlich sein.

Eine Hämaturie kann ein Warnzeichen für Prostatakrebs sein, ist meist aber kein frühes oder eindeutiges Symptom für diese Krebserkrankung. Es kann zu Blutbeimengungen im Urin und der Samenflüssigkeit kommen, wenn die Krebserkrankung bereits fortgeschritten ist. 

Bestimmte Lebensmittel und Medikamente können die Farbe des Urins verändern. Dazu zählen beispielsweise Rote Bete, Karotten oder Blutverdünner. Tritt bei Ihnen häufiger rötlicher Urin auf, sollten Sie ärztlich abklären lassen, ob tatsächlich Blut im Urin vorhanden ist.

Beobachten Sie, wie der Urin aussieht und ob Beschwerden hinzukommen. Notieren Sie, ob Brennen, Schmerzen, Fieber, häufiger Harndrang oder Blutklümpchen auftreten. Trinken Sie normal weiter. Bringen Sie zum Termin in der Praxis auch eine Medikamentenliste mit. Setzen Sie keine Medikamente vorher eigenständig ab.

 

Verzichten Sie zudem darauf, Blut im Urin mit Hausmitteln zu behandeln. Wichtig ist, eine urologische Diagnostik und entsprechende Behandlung der Ursache.

Sie können sich bei sichtbarem Blut im Urin im ersten Schritt an Ihre hausärztliche Praxis wenden. Es kann sein, dass Sie dann zu einer weiteren Abklärung an eine urologische Praxis überwiesen werden.

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