Bereits seit dem Jahr 1970 haben sich die Kinderonkologen in Deutschland bei der Durchführung multizentrischer klinischer Studien zusammengeschlossen. Ziel war und ist es, ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen, Nebenwirkungen oder Spätfolgen zu minimieren und die Behandlungsprotokolle im Rahmen von Therapieoptimierungsstudien kontinuierlich zu verbessern. Durch diese Vorgehensweise erhalten alle Kinder in Deutschland eine einheitliche, spezialisierte Diagnostik und Therapie mit international herausragenden Behandlungsergebnissen. Die Protokolle dafür werden von der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und der „international society of pediatric oncology“ (SIOP) entwickelt und regelmäßig aktualisiert. Wir beteiligen uns an diesen Therapieoptimierungsstudien, sodass wir eine höchstmögliche Behandlungsqualität garantieren können. In unserer Klinik sind alle Behandlungsmöglichkeiten für bösartige Erkrankungen im Kindesalter vorhanden, wie Chemotherapie, Strahlentherapie, komplexe operative Eingrippe, Immuntherapie und „targeted tumor therapy“.

Arbeitsgruppe "Experimentelle Onkologie"

In der Arbeitsgruppe "Experimentelle Onkologie" haben wir zahlreiche neue hochwirksame Verbindungen gegen Tumore und Leukämien entdeckt und weiterentwickelt. Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe Experimentelle Onkologie führten direkt zu einer Verbesserung der internationalen Therapiestrategie bei der Rückfallerkrankung der häufigsten Leukämie im Kindesalter (ALL-Rezidiv). Die Arbeitsgruppe wird von verschiedenen Stiftungen, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und durch private Spendengelder finanziert. In der Arbeitsgruppe "Experimentelle Onkologie" arbeiten verschiedene Berufsgruppen, wie Ärzte, Biotechnologen, Biochemiker, Chemiker, Biologen, medizinisch-technische Angestellte (MTA) und biologisch-technische Angestellte (BTA). Bei uns können auch verschiedene Berufsgruppen ausgebildet werden. Ebenso können Akademiker in den verschiedenen naturwissenschaftlichen oder medizinischen Studienfächern ihre Bachelor-, Masterarbeiten oder Dissertationen anfertigen.

Wir beschäftigen uns mit dem Mechanismus des durch Medikamente (Zytostatika) ausgelösten Zelltodes (Apoptose) in bösartigen Zellen. Hierbei erforschen wir, wie Resistenzmechanismen in Tumorzellen gegenüber Chemotherapeutika überwunden werden können. So können auf Wunsch Tumorzellen von Patient:innen, welche durch herkömmliche Therapie nicht erfolgreich behandelt werden konnten, in Kultur genommen werden und auf Zytostatika-Resistenz in vitro untersucht werden. Auf diese Weise kann für Patient:innen mit Therapie-resistenten Erkrankungen eine individuelle Behandlungsstrategie entwickelt werden.

Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln

Hierbei werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Sportmedizin eingebracht, wobei intensiv interdisziplinär mit behandelndem/r Arzt/Ärztin, der Physiotherapie, der Psychologie und Pädagogik kooperiert wird. Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen durch altersgerechten und spielerischen Sport neue Lebensfreude gewinnen und aktiv am Leben teilnehmen. Alle Sportangebote für onkologisch erkrankte Kinder und Jugendliche werden fortlaufend wissenschaftlich durch die Sporthochschule Köln begleitet und evaluiert, um eine standardisierte und an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasste Durchführung zu gewährleisten. Um die bestehenden Angebote zu optimieren, werden ergänzend wissenschaftliche Studien mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten (z. B. Vibrationstraining) durchgeführt.