Primäre Sectio: So läuft ein geplanter Kaiserschnitt ab

Primäre Sectio: So läuft ein geplanter Kaiserschnitt ab

Unter bestimmten Umständen kann es medizinisch sinnvoll sein, ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt zu holen. Vor der Entscheidung eines solchen geplanten Kaiserschnitts (primäre Sectio) werden Sie ausführlich über den Eingriff aufgeklärt.

Diese Informationen sollen Ihnen zusätzlich Sicherheit und einen Einblick in den Ablauf eines geplanten Kaiserschnittes vermitteln.

  1. Aufklärung und Vorgespräch

    Der Kaiserschnitt erfolgt unter rückenmarksnaher Betäubung ohne Vollnarkose. Zur Vorbereitung erhalten Sie bei der Geburtsanmeldung neben einem Termin für den Kaiserschnitt auch einen Termin zur Anästhesie-Sprechstunde. Dabei wird Ihnen Blut abgenommen.

    Im Regelfall ist eine Vollnarkose nicht erforderlich. Der Kaiserschnitt erfolgt unter lokaler Betäubung im Bereich des Rückenmarks (Spinalanästhesie). Auf diese Weise sind Sie wach und können die ersten Momente Ihres Kindes miterleben.

  2. Vorbereitung zu Hause

    Füllen Sie im Vorfeld zu Hause alle Aufklärungs- und Einverständniserklärungen aus und bringen Sie diese ausgefüllt zur Kaiserschnitt-Operation mit.

    Am Tag des Eingriffs sollten Sie, wie mit dem Narkosearzt besprochen, zu den angegebenen Zeiten nichts mehr essen und trinken. Gibt es keine anderen Festlegungen, gilt in der Regel: 6 Stunden vor dem Eingriff keine feste Nahrung und ab 2 Stunden vor dem Eingriff keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen.

    Entfernen Sie sämtlichen Körperschmuck wie Ketten, Ringe oder Piercings. Wenn Sie möchten, können Sie sich im Bereich des geplanten Schnitts selbst rasieren.

  3. Aufnahme und Vorbereitung

    Am Tag des Eingriffs werden Sie in einem Zimmer im Kreißsaal auf den Kaiserschnitt vorbereitet. Dafür wird ein CTG (Kardiotokogramm) geschrieben. Der so genannte ‚Wehenschreiber‘ zeichnet gleichzeitig die Wehentätigkeit und die Herzschlagfrequenz des ungeborenen Kindes auf. Falls erforderlich, wird auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

    Über einen Venenzugang erhalten Sie Flüssigkeit zur Stabilisierung des Kreislaufs. Falls nicht schon geschehen, rasiert die betreuende Hebamme den Schnittbereich und stattet Sie mit einem OP-Hemd aus.

    Ist Ihre Begleitperson beim Kaiserschnitt anwesend, erhält sie ebenfalls OP-Kleidung. Bei Vollnarkosen empfehlen wir der Begleitperson, außerhalb des OP-Raums zu warten. Sie kann sich dann um das Baby kümmern, während Sie noch versorgt werden.

  4. Kaiserschnitt und Geburt

    Im Operationssaal erwartet Sie bereits das OP-Team. EKG-Elektroden und eine Blutdruckmanschette werden angebracht, um den Kreislauf während des Kaiserschnitts zu überwachen. Dann werden zunächst die Spinalanästhesie und kurz vor Beginn des Kaiserschnitts ein Blasenkatheter gelegt.

    Nach der Desinfektion des Bauches wird der Operationsbereich mit einem Tuch abgedeckt. Ihre Begleitperson wird dann an Ihrem Kopfende platziert, während die Hebamme hinter dem Tuch Ihr Baby in Empfang nimmt. Bevor es losgeht, wird die Wirkung der Anästhesie noch einmal überprüft.

    Dann dauert es nur wenige Minuten, bis Ihr Kind auf der Welt ist. Nach der Geburt dürfen Sie Ihr Baby sehen und kurz begrüßen. Dann wird es im Erstversorgungsraum von Kinderärzten untersucht, bevor Sie es wieder zurück erhalten.

  5. Überwachung im Kreißsaal

    Nach dem Kaiserschnitt bleiben Sie mit Ihrem Baby noch etwa zwei Stunden zur Überwachung im Kreißsaal.

    Ihr Baby ist in dieser Zeit bei Ihnen, auch das erste Anlegen an die Brust ist nun möglich. Sie dürfen auch wieder kleine Mengen trinken und erhalten bei Bedarf Schmerzmittel.

    Nach der Überwachung im Kreißsaal werden Sie mit Ihrem Baby auf die Wöchnerinnenstation verlegt.

  6. Weiterer Verlauf auf der Wochenbettstation

    Wir empfehlen Ihnen, sich und Ihr Baby nach einem Kaiserschnitt einige Tage auf der Station betreuen zu lassen.

    Neben täglichen Arztvisiten steht Ihnen hier Pflegefachpersonal für Ihre Mobilisation, Stillberatung und für die Versorgung Ihres Kindes zur Seite. Zur Vorsorge und Vermeidung von Thrombosen erhalten Sie jeden Tag eine Heparin-Spritze.

    Zu unserer Station gehören auch einige Familienzimmer für Begleitpersonen. Fragen Sie bei Interesse bitte bei der Aufnahme im Kreißsaal nach Verfügbarkeit und Konditionen.

    Am Tag Ihrer Entlassung findet neben dem Abschlussgespräch auch die U2-Untersuchung des Kindes statt.

Sprechen Sie uns an

Zu den Details einer Entbindung in unserer Geburtshilfe informieren wir Sie gern persönlich.

Prof. Dr. med. Michael Untch

Chefarzt der Geburtshilfe

Geburtsanmeldung

(030) 94 01-53345