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Schiefes Gesicht? Tränendes Auge? Hilfe bei einer Gesichtslähmung

Was passiert, wenn eine Gesichtshälfte plötzlich gelähmt ist? Bei einer dauerhaften Lähmung der Gesichtsmuskulatur, der sogenannten Fazialisparese, stehen Experten wie Michael Naik, Leitender Oberarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Helios Klinikum Emil von Behring, bereit.

07.01.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Michael R. G. Naik
MVZ Beratung
Inhaltsverzeichnis

Wie kommt es zur Lähmung des halben Gesichts? 

Michael Naik: Meist ist die Ursache unbekannt und die Lähmung verschwindet in circa 90 Prozent der Fälle von selbst. Bekannte Gründe können unter anderem die Folgen von Operationen in unmittelbarer Nähe des Gesichtsnerven „Nervus facialis“, aber auch Mittelohrentzündungen oder virale Infektionen sein.

Wenn die betroffene Gesichtsmuskulatur vom Nerven keine Information mehr erhält, fällt die Mimik der betroffenen Seite aus, und das Gesicht wird asymmetrisch. 

Woher wissen Betroffene, ob die Lähmung bleibt oder verschwindet? 

Michael Naik: Bei ersten Symptomen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und neurologische oder HNO-bezogene Behandlungen zu erhalten. Zuerst muss ein Schlaganfall ausgeschlossen werden, der ähnliche Symptome verursachen kann.

Die Behandlungsmöglichkeiten hängen von der Ursache ab. Ist der Nerv zum Beispiel durch eine Verletzung frisch durchtrennt, kann er direkt unter dem Mikroskop zusammengenäht werden. Ob der Nerv irreversibel geschädigt ist, wird durch spezielle Untersuchungen vom Neurologen im Verlauf geklärt.

Nach sechs Monaten des Funktionsausfalls ist die Prognose auf Spontanheilung sehr schlecht.

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Wann kommen die Betroffenen zu Ihnen? 

Michael Naik: Verbessert sich die Mimik nicht, sollte spätestens nach sechs Monaten ein Facharzt für Plastische Chirurgie konsultiert werden. Betroffene sollten jedoch weiterhin logopädische und neurologische Betreuung in Anspruch nehmen.

Eine irreversible Schädigung der Gesichtsmuskulatur tritt nach 15 bis 18 Monaten ein; davor besteht noch die Chance, die Muskulatur zu retten. 

 

Helios Klinikum Emil von Behring

Leitender Oberarzt

Verbessert sich die Mimik nicht, sollte spätestens nach sechs Monaten ein Facharzt für Plastische Chirurgie konsultiert werden.

Wie lindern Sie die Schäden? 

Innerhalb der ersten circa 15 Monate besteht die Möglichkeit, durch mikrochirurgische Eingriffe Nerven aus anderen Gesichtsbereichen zu verlegen. Danach werden die Folgen des Nervenschadens gelindert.

Ein fehlender Lidschluss kann das Auge austrocknen und zur Erblindung führen. Um dies zu verhindern, wird ein Platingewicht im Oberlid eingesetzt. Ein nach außen gestülptes Unterlid korrigiere ich durch neue Aufhängung des Unterlids. Eine hängende Augenbraue oder ein abgesunkener Mundwinkel wird durch Straffungsoperationen („Lifting“) angehoben.

Um Funktionen der gelähmten Gesichtshälfte, wie zum Beispiel das Lächeln, zu reaktivieren, können möglicherweise auch Muskelteile aus gesunden Bereichen versetzt werden.

Warum sollten sich Betroffenen gerade bei Ihnen am Helios Klinikum Emil von Behring operieren lassen? 

Die Betroffenen liegen mir seit mehr als 20 Jahren am Herzen. Oft rutschen sie in soziale Isolation, da diese speziellen Operationstechniken wenig bekannt sind. Als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie widme ich mich besonders den ästhetischen Einheiten des Gesichts und stelle Form und Funktion wieder her. Postoperativ gewinnen die Patientinnen und Patienten wieder mehr Selbstwertgefühl und die gesellschaftliche Teilhabe wird erleichtert.

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