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Was ist eine Kyphose?

Die natürliche Krümmung der Wirbelsäule nach vorn bezeichnet man als Kyphose. Allerdings ist diese nur im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) normal. Doch was ist, wenn die Verkrümmung der Wirbelsäule nicht der Norm entspricht? Erhalten sie Informationen zur Behandlung.

17.11.2022 Lesedauer: - Min. Aktualisiert am 27.01.2026
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Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kyphose?

Als Kyphose (griechisch für Buckel) bezeichnet man die natürliche Krümmung der Wirbelsäule nach vorn. Normal ist diese nur im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS), wobei man hinsichtlich der Ausprägung viele Normvarianten finden kann.

Manche Deformitäten entwickeln sich bereits in der Kindheit oder Jugend, andere entstehen erst im höheren Lebensalter und sind verschleißbedingt. Unter dem Begriff Deformitäten versteht man eine Abweichung der Wirbelsäule aus ihrer natürlichen Krümmung. Normalerweise sind beim Menschen die Brustwirbelsäule und das Kreuzbein nach hinten gekrümmt (natürliche Kyphose), die Hals- und Lendenwirbelsäule hingegen nach vorne (natürliche Lordose).

Ursachen einer Kyphose

Bereits im Jugendalter kann es zu einer Wachstumsstörung, dem Morbus Scheuermann, an den Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper von Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule kommen. Dadurch können nach Abschluss des Wachstums keilförmig deformierte Wirbel entstehen.

Bei verschiedenen Erkrankungen kann es zu einer sogenannten Hyperkyphose kommen, das heißt, das normale Maß der Krümmung nach vorn ist weit überschritten. Das kann etwa beim Morbus Bechterew, Morbus Scheuermann oder aber auch nach Frakturen der Fall sein.

Weitere Auslöser können sein: Wirbelfehlbildungen, Tumoren und Metastasen an den Wirbelkörpern oder Brüche der Wirbelkörper, die nicht rechtzeitig behandelt wurden.

Behandlung einer Kyphose

Die Krümmung wird mit einem Röntgenbild der Wirbelsäule dargestellt und der Winkelwert nach Cobb bestimmt. Von einer krankhaften Rundrückenbildung spricht man im Wachstumsalter bei einem Winkel größer als 40 Grad.

Im Wachstumsalter kann eine weitere Zunahme der Kyphose zum Beispiel bei Morbus Scheuermann mit Physiotherapie und einer Korsettbehandlung oft gestoppt oder gar rückgängig gemacht werden. Somit kann in vielen Fällen eine Operation vermieden werden.

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Behandlung mit Operation

In den meisten Fällen kann die Korrektur alleine vom Rücken her operiert werden. Durch das verwendete Schrauben-Stab-System kann die Verkrümmung korrigiert werden, die Operation findet unter höchster technischer Sicherheit für die Patientinnen und Patienten statt. Diese Operation wird möglichst erst zum Abschluss der Wachstumsphase des Jugendlichen durchgeführt.

Wie sieht das Korsett aus?

Es besteht aus einer fixen Kunststofffassung zur Beckenabstützung und einem hohen Aufbau im Bereich des Brustkorbes, um gleichfalls Verkrümmungen bis zum siebten Brustwirbel zu erreichen. Die Konstruktion begradigt die Wirbelsäule mit seitlichen Kräften durch sogenannte Korrekturpelotten (Druckpolster), die eine Stabilisierung der rotierten Wirbel bezwecken.

Jedes Korsett wird individuell nach Gipsabdruck angefertigt. Die Höhe richtet sich nach dem Krümmungsverlauf der Wirbelsäule. Die exakte Form und Position der Korrekturpelotten wird nach dem Röntgenbild festgelegt.

Behandlungsverlauf

Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist das konsequente Tragen des Korsetts für 23 Stunden täglich. Dafür ist natürlich eine optimale Passform notwendig, um Druckstellen und Schmerzen zu vermeiden. Deshalb erfolgt die Anfertigung in definierten Schritten:

Schritt 1: Gipsabdruck

Ambulante Anfertigung eines Gipsabdruckes.

Schritt 2: stationäre Aufnahme

Diese dauert circa zehn Tage mit Anpassung des gefertigten Rohkorsetts, Setzen und schrittweise Aufpolstern der Druckpelotten, Fertigstellung nach technischer, klinischer und röntgenologisch erfolgreicher Überprüfung. Tägliche Kontrollen in der Orthopädiewerkstatt, Hautkontrollen und eine begleitende physiotherapeutische Behandlung sollen daneben einen optimalen Tragekomfort garantieren.

Schritt 3: Kontrolltermine

Regelmäßige ambulante Kontrollen alle sechs Monate zur Therapiekontrolle in der Skoliosesprechstunde. 

Pflegerische Betreuung

Während des stationären Aufenthalts nimmt die betreuende Pflegekraft das Korsett zweimal täglich ab, kontrolliert die Hautverhältnisse und legt es nach der Körperpflege wieder an.

Zudem gibt sie Hilfestellungen und Informationen beim Umgang mit dem Korsett. Das Anlegen des Korsetts wird geübt und es werden wichtige Verhaltensregeln besprochen, wie Trage- und Anwendungsempfehlungen, Essverhalten sowie Pflegeempfehlungen bei leichten Hautdefekten.

Was ist zu beachten?

  • Bei starken Schmerzen, Druckstellen oder Passungenauigkeiten wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Orthopädietechniker.
  • Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt essen.
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