Heller Hautkrebs Behandlung

Wird die Diagnose heller Hautkrebs rechtzeitig gestellt, kann die bösartige Hautveränderung meist mit einem kleinen chirurgischen Eingriff vollständig entfernt werden.

95 Prozent aller Patienten können geheilt werden
95 Prozent aller Patienten mit früherkanntem hellen Hautkrebs können geheilt werden.

Befindet sich der Tumor allerdings in einem fortgeschrittenen Stadium, kann eine Behandlung mit Medikamenten, einer Bestrahlung oder einem größeren Eingriff notwendig werden. Oftmals mit Erfolg: Derzeit liegen die Heilungschancen bei weißem Hautkrebs bei bis zu 95 Prozent.

Hautkrebs Therapieformen

Die wichtigsten Methoden zur Therapie des hellen Hautkrebses sind [1]:

  • Operation
  • Strahlentherapie 
  • Chemotherapie
  • Kältechirurgie
  • Immuntherapie

Operation

Was passiert bei einer Hautkrebs-Operation?

Bei der Hautkrebs-OP wird der weiße Hautkrebs vollständig entfernt. Um sicherzustellen, dass dabei alle Tumorzellen erfasst werden, wird histologisch genau untersucht, dass auch wirklich alle Tumorzellen entfernt wurden (histographisch kontrollierte Hautchirurgie).

Je nach Tumortyp und Stadium wird den Patienten vor der chirurgischen Entfernung eine radioaktive Substanz um den Tumor gespritzt. Da sie über das Lymphsystem in die Lymphknoten transportiert wird, kann der Arzt erkennen, welcher Lymphknoten für das erkrankte Hautareal zuständig ist. Der „Wächterlymphknoten“ wird dann für eine folgende feingewebliche Untersuchung entfernt. Dieses Verfahren wird bei weißem Hautkrebs nur in besonderen Fällen eingesetzt, spielt jedoch beim schwarzen Hautkrebs eine entscheidende Rolle.

Welche Risiken hat der Eingriff? 

Die operative Entfernung von hellem Hautkrebs birgt keine großen Risiken. In der Regel wird der Tumor unter örtlicher Betäubung (Lokal- oder Regionalanästhesie) herausgeschnitten.

Handelt es sich um einen großen Tumor, kann es gegebenenfalls nötig sein, das entnommene Gewebe durch transplantierte Haut aus einer anderen Körperregion zu ersetzen.

Sonderfall Kältechirurgie (Kryochirurgie)

Die Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms, die sogenannte aktinische Keratose, wird häufig mit Kältechirurgie behandelt. Dafür wird die betroffene Haut wenige Sekunden mit flüssigem Stickstoff besprüht. Bei den dabei entstehenden minus 196 Grad stirbt das betroffene Gewebe ab. 

Die Kryotherapie kann in bestimmten Fällen eine alternative Therapie zur Operation sein. Sie wird insbesondere bei älteren Patienten angewandt.  

Strahlentherapie

Kann weißer Hautkrebs nicht vollständig operativ entfernt werden, ist die Strahlentherapie die Behandlung der Wahl. Außerdem wird sie genutzt, wenn das Risiko für einen Rückfall („Rezidiv“) erhöht ist.

Die Strahlen schädigen das Erbgut entarteter Zellen irreparabel. Anders als gesunde Zellen sind Krebszellen nicht in der Lage, die durch die Bestrahlung hervorgerufenen Schäden am Zellkern zu reparieren, sodass Hautkrebs letztendlich vernichtet und ein erneutes Wachstum verhindert wird.

Ablauf der Strahlentherapie

Vor dem Beginn der Strahlentherapie wird das individuelle Zielvolumen berechnet und der Bestrahlungsplan erstellt. Zur besseren Verträglichkeit wird die Gesamtdosis in viele kleine Einzeldosen aufgeteilt. Deswegen dauert eine Strahlentherapie-Serie in der Regel recht lange – häufig werden die Patienten über mehrere Wochen bis zu fünf Mal pro Woche behandelt.

Eine typische Bestrahlungssitzung dauert etwa 20 Minuten. Davon ist das Bestrahlungsgerät, der Linearbeschleuniger, allerdings nur wenige Minuten eingeschaltet. Wie bei einer Röntgenaufnahme befindet sich der Patient während der Therapie alleine im Bestrahlungsraum. Mit Hilfe von Kameras und einer Gegensprechanlage kann er aber jederzeit mit den Strahlentherapeuten Kontakt aufnehmen. 

Was passiert im Körper bei der Therapie? 

Bei einer Strahlentherapie werden hochenergetische, ionisierende Strahlen genutzt, um die Tumorzellen zu schädigen und letztlich abzutöten. Dafür richtet ein Linearbeschleuniger die Strahlen zielgenau auf den Hautkrebs.

Um Nebenwirkungen zu vermeiden und umliegendes, gesundes Gewebe so wenig wie erdenklich zu schädigen, ist es entscheidend, die Dosis im Tumor möglichst hoch und außerhalb des Tumors möglichst niedrig zu halten. Auch hierfür ist ein exakter Bestrahlungsplan wichtig.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es? 

Zu den akuten Nebenwirkungen einer Strahlentherapie zählt eine gereizte, trockene oder schuppige Haut.

Chemotherapie

Die Chemotherapie kann bei hellem Hautkrebs dann zum Einsatz kommen, wenn eine Operation des Tumors nicht möglich ist oder er bereits Metastasen in anderen Organen gebildet hat.

Was passiert im Körper bei der Therapie? 

Bei der medikamentösen Therapie werden sogenannte Zytostatika (griech. cyto = Zelle, statik = stoppen) eingesetzt, die das unkontrollierte Zellwachstum des Tumors stoppen sollen.  

Je nach Wirkstoff können die Medikamente oral verabreicht oder über eine Kanüle injiziert werden.

Welche Risiken oder Nebenwirkungen gibt es? 

Die in der Behandlung eingesetzten Medikamente gehören zur Gruppe der Zellgifte. Sie schädigen nicht nur die aggressiv wachsenden Krebszellen, sondern auch gesunde Gewebe, deren Zellen sich schnell teilen, wie etwa Haarwurzelzellen, Zellen des Magen-Darm-Trakts und Geschlechtszellen. Haarausfall sowie Übelkeit und Erbrechen sind daher typische Nebenwirkungen einer Chemotherapie.

Zytostatika können zudem die Anzahl an weißen und roten Blutkörperchen im Blut vermindern, sodass der Körper gegenüber Infektionen anfälliger wird und das Blutungsrisiko bei Verletzungen sowie das Risiko einer Blutarmut (Anämie) steigen.  

Immuntherapie

In den letzten Jahren ist mit der Immuntherapie ein neuer Therapieansatz entwickelt worden. Sie funktioniert nach folgendem Prinzip: Krebszellen können das Immunsystem austricksen, indem sie diesem vorspielen, gesunde Zellen zu sein. Das Ziel der Immuntherapie ist, diesen Trick aufzudecken und den Zellen ihren „Tarnmantel“ zu nehmen. Dadurch kann das Immunsystem die Zellen des Hautkrebses entdecken und unschädlich machen. Diese Form der modernen Krebsbehandlung hat insbesondere beim fortgeschrittenen Hautkrebs in den letzten Jahren zu einer sehr deutlichen Verbesserung der Prognose geführt.

Welche Risiken oder Nebenwirkungen gibt es? 

Da die Immuntherapie auf eine Aktivierung des körpereigenen Abwehrsystems setzt, kann es zu einer überschießenden Immunreaktion kommen.

Die Immuntherapie hat die Behandlung des fortgeschrittenen Hautkrebses in den letzten Jahren revolutioniert.

Prof. Dr. med. Alexander Kreuter, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Witten/Herdecke

Heller Hautkrebs: Behandlung je Tumortyp

Behandlung Basalzellkarzinom

Therapie der ersten Wahl ist die operative Entfernung des Basalzellkarzinoms. Wichtig ist hierbei, dass die umliegende Haut so weit entfernt wird, dass der Schnittrand komplett frei von Krebszellen ist.

Ist die Wunde zu groß, um direkt verschlossen zu werden, wird ein durch Hauttransplantation gewonnenes Gewebestück eines anderen Hautareals genutzt.

Ist das Basaliom zu groß für eine operative Entfernung, wird in der Regel mit einer Strahlentherapie begonnen. Auch andere Therapien wie die Kältechirurgie oder die Immuntherapie sind möglich. Bei letzterer werden dem Patienten Substanzen gegeben, die das eigene Immunsystem zu einer gezielten Zerstörung des Tumors befähigen.

Behandlung Plattenepithelkarzinom

Auch das Plattenepithelkarzinom wird meist im Rahmen einer Hautkrebs-OP entfernt. Ist der Tumor schon sehr groß oder aufgrund seiner Lage beziehungsweise anderer Faktoren wie dem Lebensalter des Patienten nicht operabel, kommt die Strahlentherapie zum Einsatz.  

Befindet sich der Hautkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium und ist nicht heilbar, wird oft eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie genutzt. Seit kurzem ist zudem eine neue Form der Immuntherapie, der PD (pro­grammed cell death)-1-Inhibitor Cemipli­mab für das fortgeschrittene Plattenepithelkarzinom zugelassen.

Behandlung Merkelzellkarzinom

Das Merkelzellkarzinom ist eine sehr seltene Form des weißen Hautkrebses, die jedoch schnell wächst und hochaggressiv verlaufen kann. Sofern der bösartige Tumor nicht gestreut und Metastasen gebildet hat, werden er und der Wächterlymphknoten operativ entfernt. In der Regel schließt sich an die Hautkrebs-OP eine Strahlentherapie an. Im fortgeschrittenen Stadium erfolgt meist eine Chemotherapie. Seit kurzem ist auch für das Merkelzellkarzinom eine neue Form der Immuntherapie, der PD (pro­grammed cell death)-Ligand 1-Inhibitor Avelumab zugelassen.

Die Inhalte dieser Seite wurden in Zusammenarbeit mit unserem Experten erstellt

08.01.2021
Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
Chefarzt Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie Leiter Hauttumorzentrum in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
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