Zecken: Wann sind die Minivampire wirklich gefährlich?
Pressemitteilung

Zecken: Wann sind die Minivampire wirklich gefährlich?

Hildesheim

Zurzeit haben Zecken Hochsaison. Doch nicht jeder Stich ist gefährlich. Wie man Zecken selbst entfernt und bei welchen Symptomen man lieber einen Arzt aufsuchen sollte, erklärt Hautexperte Prof. Dr. Michael Tronnier vom HELIOS Klinikum Hildesheim.

Zurzeit haben Zecken Hochsaison. Doch nicht jeder Stich ist gefährlich. Wie man Zecken selbst entfernt und bei welchen Symptomen man lieber einen Arzt aufsuchen sollte, erklärt Hautexperte Prof. Dr. Michael Tronnier vom HELIOS Klinikum Hildesheim.

Hildesheim, 14. Juli 2016 – Zur warmen Jahreszeit sind sie eine Plage: Zecken. Die lästigen kleinen Blutsauger sitzen auf Gräsern, Farnen oder losem Laub im Wald und warten geduldig auf ihr nächstes Opfer. Erspähen sie dieses, krallen sie sich an Schuhen, Hosen oder der Haut fest und stechen an einer gut durchbluteten Stelle zu, um sich mit Blut vollzusaugen. Die Minivampire beißen also nicht, wie oft angenommen wird, sie stechen. Hat man eine Zecke entdeckt, sollte man sie zeitnah entfernen. Welche Technik dafür am besten geeignet ist und was man dabei beachten sollte, erklärt Prof. Dr. Michael Tronnier, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am HELIOS Klinikum Hildesheim.

 

Zeckenbiss: Kein Grund zur Panik


Zecken sind hauptsächlich zur warmen Jahreszeit von März bis Oktober aktiv. In dieser Zeit ist also vor allem nach einem Waldspaziergang Vorsicht geboten. „Ein Zeckenbiss ist per se kein Grund zur Panik und die meisten Stiche sind harmlos. In bestimmten Fällen sollte man jedoch aufpassen, denn Zecken können Krankheiten wie Borreliose und vor allem im Süden Deutschlands die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, übertragen. Die Übertragung einer Borreliose erfolgt in der Regel erst etwa 24 Stunden oder später nach dem Stich und natürlich nur dann, wenn die Zecke die Erreger auch in sich trägt“, gibt Prof. Tronnier Entwarnung Das bedeutet, längst nicht jedem Stich einer befallenen Zecke folgt auch eine Infektion. Außerdem führt nicht jede Infektion zu Krankheitserscheinungen.

 

Zecken langsam, aber kräftig rausziehen


Hat man eine Zecke entdeckt, lässt sich diese in den meisten Fällen gut selbst entfernen. Ein Arztbesuch ist somit nicht unbedingt erforderlich. Dabei ist allerdings ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Am besten entfernt man den Holzbock langsam und kontinuierlich mit einer feinen Pinzette, einer Zeckenzange oder -karte. Wichtig ist, die Zecke dicht über der Haut zu packen, möglichst nicht zu quetschen und sie vollständig zu entfernen.

 

Drehbewegungen sollte man dabei unterlassen, denn Zecken verankern sich mit Hilfe kleiner Widerhaken an ihrem Stachel und setzen sich dann fest. „Sollten Sie die Zecke nicht vollständig erwischt haben, bleiben Sie trotzdem ruhig. Entzündet sich die Hautregion sollten Sie am besten ihren Arzt aufsuchen. Tritt eine langsam zunehmende Rötung, eine sogenannte „Wanderröte“, um die Stichstelle auf oder zeigen sich grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf, müssen sie dies in jeden Fall abklären lassen“, so Tronnier.

 

Und was kann man tun, um einem Zeckenbiss vorzubeugen? „Ziehen Sie am besten hohe, geschlossene Schuhe an, wenn Sie einen Spaziergang im Grünen unternehmen. Tragen Sie eine lange Hose und bleiben Sie besser auf breiteren Wegen. Auch Insektenschutzmittel sind hilfreich. Nach dem Ausflug sollten Sie sich gründlich nach auffälligen, dunklen Pünktchen absuchen, die sich auf Haut oder Kleidung befinden. Haben Sie Kinder oder waren mit dem Hund unterwegs, suchen Sie diese gleich mit ab. Vorsicht ist auch bei der Gartenarbeit geboten“, rät Prof. Tronnier.

 

Hintergrundinformation


Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts infizieren sich etwa zwei bis sechs Prozent der Menschen in Deutschland, die von einer Zecke gestochen wurden, mit Borrelien. Weitaus seltener sind Zecken mit FSME-Viren befallen. In den FSME-Risikogebieten tragen zirka 0,1 bis 5 Prozent der Tiere das Virus in sich. FSME tritt überwiegend in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Südhessen und einzelnen Landkreisen in Rheinland-Pfalz und Thüringen auf.

 

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

 

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.


Pressekontakt:
Mandy Sasse
Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon (05121) 894-1380,
Email mandy.sasse@helios-gesundheit.de