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Angeborener Verschluss der Speiseröhre (Ösophagusatresie) und Fistelverbindung zur Luftröhre (Fistel)

Es besteht ein angeborener Verschluss der Speiseröhre mit einer Verbindung zwischen Speise- und Luftröhre (ösophagotracheale Fistel). Das neugeborene Baby kann Speichel und Nahrung nicht schlucken. Die meist bestehende „Falsch“-Verbindung zwischen Speise- und Luftröhre (ösophagotracheale Fistel) führt weiterhin zu einer Überblähung des Darmes. Mit jedem Atemzug gelangt Luft aus der Luftröhre in Speiseröhre und Magen, was zur Magen-Darm-Überblähung führt. In umgekehrter Flussrichtung gelangt Magensaft in die Lunge und bewirkt eine Lungenentzündung. 

Hierbei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung im Rahmen der Entwicklung des Embryos im Mutterleib. Die Häufigkeit beträgt circa ein Fall auf 3000 bis 4000 Neugeborene. Normalerweise werden Speiseröhre und Luftröhre in der 4. bis 6. Schwangerschaftswoche vollständig getrennt und ausgebildet. Eine Störung in diesem Zeitintervall kann zur Ösophagusatresie führen.

Wichtig: 
Da auch der Fetus (Baby) im Mutterleib das Fruchtwasser nicht schlucken kann, haben die Kinder meist zu viel Fruchtwasser – man spricht dann vom Polyhydramnion. Eine pränatale (vor der Geburt) Ultraschal-Diagnose der Ösophagusatresie ist möglich. 
 

Nach Stabilisierung des Neugeborenen auf der Neugeborenen-Intensivstation und Abklärung möglicher begleitender Fehlbildung muss möglichst 1 bis 2 Tage nach der Geburt die operative Behandlung erfolgen.

Die Operation erfolgt über einen seitlichen Zugang im Bereich des rechten Brustkorbes mittels muskelschonender Technik. Alternativ ist eine minimal-invasive Operation über eine Brustkorbspiegelung (Thorakoskopie) möglich. Wichtigste Schritte der Operation sind der Verschluss der Fistel und die Vereinigung der Speiseröhre zu einem durchgängigen Schlauch. Vor und auch nach der Operation ist es erforderlich, einen Schlauch in die Speiseröhre zu legen. Über diesen kann wenige Tage nach der Operation die Ernährung begonnen werden. 

Wir bieten eine komplexe Nachsorge in interdisziplinärer (mehrere Disziplinen) Zusammenarbeit mit dem pädiatrischen Pulmologen sowie Gastroenterologen und Endokrinologen an.

Für die erfolgreiche Behandlung einer Ösophagusatresie sind im spezialisierten Team zusammenarbeitende Gynäkologen (Frauenärzte mit Spezialisierung auf vorgeburtlichen Ultraschall), Kinderintensivmediziner (Neonatologen) und entsprechend erfahrene Kinderchirurgen erforderlich.

Keks e.V. 
Sommerainstr. 61
D-70374 Stuttgart