Machen oder lassen: Mit diesen fünf Dos und Don’ts leben Sie gesünder © Foto: Canva
Zur Artikelübersicht
Experten erklären

Machen oder lassen: Mit diesen fünf Dos und Don’ts leben Sie gesünder

Gesund leben möchte fast jeder. Die Realität sieht leider anders aus. So bescheinigt eine kürzlich erschienene Studie der Deutschen Sporthochschule Köln mit der DKV: Noch nie zuvor seit Beginn der Erhebung haben die Deutschen einen so ungesunden Lebensstil gepflegt, wie jetzt. Alarmierend: Viele Menschen leben nicht nur ungesund – sie wissen auch nicht, was ein gesundes Leben überhaupt ausmacht.

Ernährung, Bewegung, Stress und Alkoholkonsum: Gibt es einfache Regeln, die helfen können, ein gesünders Leben zu führen? Wir haben fünf Experten nach einem „Do“ und einem „Don’t“ gefragt.

Tipp 1: Mit Stress (richtig) umgehen

Frau klappt Laptop zu
Wenn der Arbeitstag endet, sollten auch die Gedanken an die Arbeit durch Freizeitgedanken ersetzt werden | Foto: Canva

Do: Work while you work and play while you play

Wir sollten für uns klar definieren, wann wir welchen Aspekten in unserem Leben Raum geben sollten. Viele sind beruflich in einem Umfeld tätig, wo es schwierig ist, die Dinge nicht mit nachhause zu nehmen. Eine hohe Arbeitsdichte, das Gefühl, nicht alles geschafft zu haben oder manchmal auch einfach ein menschliches Schicksal, das uns berührt. Dann können uns Themen auch gedanklich nach der Arbeit verfolgen. Hilfreich kann es dann sein, sich bewusst zu machen, wo aktuell mein Lebensschwerpunkt liegt und diesen dann auch aktiv zu gestalten.

Don’t: Ständig informiert sein…

Immer wissen was los ist, ständig informiert sein… Die modernen sozialen Medien haben Einzug in unseren Alltag gehalten und damit auch in unsere Arbeitswelt und das Privatleben. Aber ist es tatsächlich sinnvoll und entlastend auch in der Freizeit immer über die Situation am Arbeitsplatz informiert zu werden? Und kann ich mich umgekehrt wirklich gut auf meine Arbeit konzentrieren, wenn ich mich ständig medial und gedanklich in meinem privaten Umfeld bewege? „Weniger“ ist hier oft ein „Mehr“ an Lebensqualität.

Experte: Privat-Dozent Dr.med. Sebastian Rudolf, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik im Helios Klinikum Schleswig

Tipp 2: Sich dem Alkoholkonsum stellen

Frau trinkt ein Glas Wein
Alkohol nur in Maßen und nicht täglich genießen | Foto: Canva

Do: Risikoarm trinken

Alkohol ist immer gesundheitsschädlich! Er ist giftig für alle Zellen des Körpers. Ausnahmslos. Sie können aber risikoarm trinken. Für Frauen gilt: Nicht mehr als ein Standardglas Alkohol pro Tag (0,3 l Bier, 0,1 l Wein). Für Männer gilt: Nicht mehr als zwei Standardgläser pro Tag. Verzichten Sie an mindestens zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol und behalten damit die Kontrolle über den Alkoholkonsum.

Don’t: Trinkfestigkeit trainieren

Wer viel Alkohol verträgt, ist nicht besser dran. Der Körper hat sich entweder schon an größere Mengen Alkohol gewöhnt oder Enzyme bauen den Alkohol schneller ab. Beides kann zu mehr Alkoholkonsum führen – und damit den ersten Schritt in die Sucht bedeuten.  

Experte: Dr. med. Markus Stuppe, Chefarzt der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen an den Helios Kliniken Schwerin

Tipp 3: Rückengesund im Alltag

Mann mit Rückenschmerzen
Wenn der Rücken zwickt, fordert er oft nur nach mehr Bewegung | Foto: Canva

Do: In Bewegung bleiben – selbst wenn Sie sitzen 

Bleiben Sie „rückenbeweglich“. Wirbelgelenke, aber auch Bandscheiben, werden durch Bewegung „ernährt“. Jeder kennt den Effekt: Nach längerem Sitzen hat man oft das Bedürfnis, sich zu strecken oder anders hinzusetzen. Übersetzt heißt das: Der Rücken wünscht Bewegung. Dafür braucht man keine großen Trainingseinheiten. Schon der Positionswechsel im Sitzen, mal das Gehen zwischen zwei Tätigkeiten, sich zu recken oder zu beugen – all das tut dem Rücken gut. Eigentlich ganz easy. Will man´s besonders gut machen: Bauen Sie, ähnlich wie Zähneputzen, jeden Tag eine Morgen- oder Abendeinheit Bodengymnastik in Ihr Leben ein. Der Langzeit-Effekt ist oft verblüffend, braucht aber natürlich eins: Disziplin

Don’t: Die Wirbelsäule falsch belasten

Vermeiden Sie starke Hebelwirkungen auf die Wirbelsäule und Wirbelsäulen-stauchende Tätigkeiten, wie Stop und Go Sportarten auf hartem Boden oder Gewichtheben. Die Wirbelsäule ist unser zentraler Stoßdämpfer, nicht nur als Ganzes, sondern auch jede Bandscheibe für sich. Gerade beim Untrainierten sind diese recht verletzlich. So kann es schnell durch ungünstige Hebe- und Drehmechanismen zu Einrissen der Bandscheiben kommen. Mögliche Folge: Rückenschmerzen. Hat man dann noch das Pech, dass sich ein Bandscheibenvorfall draufschoppt, kann das schlimme Schmerzen verursachen. Nehmen Sie Rückenschmerzen also ernst, aber nicht in der Form, dass Sie für sich sagen: „Ich bin rückenkrank.“ Sondern als das, was es fast immer ist: Der Hinweis des Körpers, dass Sie für Ihren Rücken etwas tun müssen. Und da wären wir schon wieder: Bei der Disziplin!

Experte: Prof. Dr. med. Clayton N. Kraft, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie im Helios Klinikum Krefeld

Tipp 4: Gesund essen

Mann isst Hähnchen mit Salat
Es muss nicht immer frittiert sein, damit es schmeckt | Foto: Canva

Do: Nicht immer das gleiche essen

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre Mahlzeiten und verwenden Sie abwechslungsreiche und überwiegend pflanzliche Lebensmittel. Gemüse und Obst enthalten viele Nährstoffe, die das Sättigungsgefühl fördern. Darüber hinaus enthalten pflanzliche Lebensmittel viele Ballaststoffe, deren regelmäßiger Verzehr das Risiko für Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Don’t: Süß essen und trinken

Vermeiden Sie mit Zucker oder mit Zuckerersatzstoffen gesüßte Lebensmittel und Getränke. Diese enthalten meist nur wenige Nährstoffe oder überflüssige Kalorien. Der regelmäßige Konsum erhöht das Risiko für Übergewicht und Diabetes mellitus. Auch alkoholische Getränke enthalten meist viele Kalorien und erhöhen das Risiko, an Krebs zu erkranken und sollten daher vermieden werden.

Experte: Prof. Dr. Christian Rupp, Chefarzt Gastroenterologie, Infektiologie und Diabetologie am Helios Klinikum Pforzheim

Tipp 5: Herzerkrankungen vorbeugen

Mann und Frau spazieren
Spaziergänge im Alltag tun gut und entspannen den Geist | Foto: Canva

Do: Mit einem Schrittzähler zu mehr Bewegung

Wie aktiv soll man sein, um Herzerkrankungen vorzubeugen und fit zu bleiben? Die Deutsche Herzstiftung beispielsweise empfiehlt moderate Bewegung fünf mal pro Woche für jeweils 30 Minuten, zum Beispiel beim Radeln, Gehen oder Schwimmen. Tipp: Teilen Sie die 30 Minuten in zwei oder drei Abschnitte. So kann man die Sporteinheiten gut in den Alltag integrieren.

Übrigens: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass ein Schrittzähler die Schrittaktivität deutlich erhöhen kann. So können sich vielleicht auch Sportmuffel motivieren, mehr Schritte am Tag zu gehen. Probieren Sie es mal aus!

Don’t: Den bequemen Weg wählen

Leider sind wir hierzulande ziemlich bequem und neigen dazu, den Fahrstuhl zu nehmen, statt Treppen zu laufen. Und ins Auto setzen wir uns bereits für kurze Strecken, die wir auch gut mal zu Fuß erledigen könnten. Also: Einfach mal den inneren Schweinehund besiegen und bewusst Treppen steigen und das Auto einfach stehen lassen. Jeder Schritt zählt!

Experte: Prof. Dr. med. Gerhard Hindricks, Leiter der Abteilung für Rhythmologie am Herzzentrum Leipzig