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Lungenkrebs verstehen und vorbeugen

Lungenkrebs zählt weltweit zu den häufigsten und gefährlichsten Tumorerkrankungen. Die gute Nachricht: Viele Risikofaktoren sind bekannt. Wer seinen Lebensstil bewusst gestaltet, kann das Risiko für eine Krebserkrankung deutlich senken. Erfahren Sie, wie Lungenkrebs entsteht und welche Rolle die Prävention spielt.

09.03.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Benoit Krämer-Relius
Weak senior woman with walking stick waiting for help during breathlessness attack
Inhaltsverzeichnis

Wie entsteht ein Bronchialkarzinom?

Lungenkrebs, medizinisch auch als Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom bezeichnet, entsteht, wenn sich Zellen im Lungengewebe krankhaft verändern und unkontrolliert vermehren. Hauptursache ist der Kontakt mit krebserregenden Stoffen wie Zigarettenrauch. Dabei kommt es zu genetischen Veränderungen: aus gesunden Zellen können bösartige Tumore entstehen.

In Deutschland ist das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) die häufigste Form. Diese Tumore wachsen meist langsamer als kleinzellige Karzinome (SCLC), sind aber ebenfalls gefährlich. Die Erkrankung entwickelt sich meist über viele Jahre – oft unbemerkt.

Lesen Sie, wie Lungenkrebs diagnostiziert wird

Welche Symptome können auftreten?

Lungenkrebs verursacht zu Beginn häufig keine Beschwerden. Möglich sind jedoch

  • länger anhaltender oder im Charakter wechselnder Husten,
  • Atemnot,
  • Brustschmerzen,
  • wiederkehrende Atemwegsinfekte,
  • Blut im Auswurf sowie
  • ungewollter Gewichtsverlust oder
  • ausgeprägte Müdigkeit.

Diese Beschwerden sind nicht spezifisch, sollten aber ärztlich abgeklärt werden, wenn sie über mehrere Wochen bestehen bleiben. 

„Tabakrauch ist der wichtigste Auslöser für Lungenkrebs – und gleichzeitig der Risikofaktor, den wir am besten beeinflussen können. Ein Rauchstopp senkt das persönliche Risiko in jedem Alter spürbar“, sagt Dr. med. Benoit Krämer-Relius, Ärztlicher Koordinator und Chefarzt des Lungenkrebszentrums im Helios Klinikum Krefeld.

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Helios Klinikum Krefeld

Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Lungenzentrum |Ärztlicher Koordinator des Lungenkrebszentrums

Tabakrauch ist der wichtigste Auslöser für Lungenkrebs – und gleichzeitig der Risikofaktor, den wir am besten beeinflussen können. Ein Rauchstopp senkt das persönliche Risiko in jedem Alter spürbar.

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Ursachen und Risikofaktoren von Lungenkrebs

Der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen: Bis zu 85 Prozent aller Erkrankungen gehen darauf zurück. „Der regelmäßige Kontakt mit Schadstoffen wie Feinstaub oder Asbest kann zu chronischen Entzündungen führen – und dadurch ebenfalls die Entstehung eines Bronchialkarzinoms begünstigen“, erklärt Dr. med. Benoit Krämer-Relius, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin sowie Ärztlicher Koordinator des Lungenkrebszentrums im Helios Klinikum Krefeld.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Luftverschmutzung, Dieselabgase
  • Kontakt mit Schadstoffen und Chemikalien
  • Familiäre Vorbelastung
  • Ionisierende Strahlung, z. B. durch Radon oder Röntgenuntersuchungen

Wer regelmäßig einem oder mehreren dieser Faktoren ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Risiko, an einem bösartigen Tumor der Lunge zu erkranken.

Jetzt auch lesen: Welche Möglichkeiten der Früherkennung gibt es für Menschen mit erhöhtem Risiko?

Was Sie selbst tun können – Maßnahmen zur Vorbeugung

Nicht alles lässt sich beeinflussen. Dennoch kann das Risiko für Lungenkrebs verringert werden, wenn bekannte Risikofaktoren konsequent ausgeschaltet werden. Die wichtigste Maßnahme: mit dem Rauchen aufhören. Auch weitere, oft schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, das Risiko deutlich zu senken.

„Nach einem Rauchstopp sinkt das persönliche Risiko für Lungenkrebs deutlich“, erklärt Krämer-Relius. Mit zunehmender Zeit nähert es sich dem Risiko von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern an. „Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter.“

Was steckt hinter dem empfohlenen Screening per niedrig dosierter CT? Jetzt lesen. 

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Tipps zur Vorbeugung

  • Hören Sie mit dem Rauchen auf – je früher, desto besser. Der Rauchstopp ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung von Lungenkrebs.
  • Meiden Sie Passivrauchen. Auch das passive Einatmen von Tabakrauch erhöht das Risiko deutlich. Die Leitlinie spricht sich klar gegen jede Form von Tabakexposition aus.
  • Lüften Sie regelmäßig. Eine gute Luftqualität in Innenräumen kann das Lungengewebe entlasten.
  • Lassen Sie Ihre Radonbelastung prüfen – besonders in Kellerräumen. In Risikoregionen raten Fachleute zu baulichen Maßnahmen, um die radioaktive Belastung zu verringern.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit krebserregenden Stoffen am Arbeitsplatz. Dazu zählen etwa Asbest, Dieselruß oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs). Schutzmaßnahmen sind gesetzlich vorgeschrieben.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Eine ausgewogene, vielfältige und pflanzenbetonte Ernährung kann laut WHO das Risiko für bestimmte Krebsarten senken.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig – idealerweise an der frischen Luft. Körperliche Aktivität senkt das Krebsrisiko nachweislich, unabhängig vom Rauchverhalten.
Nichtraucher: Was nach dem Rauchstopp im Körper passiert

FAQ

Lungenkrebs entsteht, wenn sich Zellen im Lungengewebe krankhaft verändern und unkontrolliert vermehren. Die wichtigsten Auslöser sind genetische Schäden (Mutationen) durch krebserregende Stoffe wie Tabakrauch. Der Tumor wächst oft über viele Jahre unbemerkt.

Bis zu 85 Prozent aller Lungenkrebsfälle werden durch aktives oder passives Rauchen verursacht. Tabakrauch enthält mindestes 250 giftige Inhaltsstoffe von denen 90 nachweislich oder potenziell krebsfördernd sind. Er schädigt das Lungengewebe langfristig und begünstigt bösartige Veränderungen. Ein Rauchstopp reduziert dieses Risiko deutlich.

Schadstoffe wie Dieselabgase, Feinstaub, Asbest oder Radon belasten die Lunge zusätzlich. Auch chemische Stoffe, berufliche Exposition und familiäre Vorbelastung erhöhen das Risiko. Je mehr Faktoren zusammenkommen, desto stärker steigt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken.

Lungenkrebs verursacht anfangs häufig keine Beschwerden. Warnzeichen können länger anhaltender Husten, Atemnot, Brustschmerzen, Blut im Auswurf oder wiederkehrende Infekte sein. Anhaltende Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden.

Weil Lungenkrebs oft erst spät bemerkt wird, hat Prävention einen besonders großen Einfluss auf das persönliche Risiko. Wer Auslöser wie Tabakrauch oder Schadstoffe meidet, schützt das Lungengewebe nachhaltig. Der Rauchstopp ist dabei die wichtigste Einzelmaßnahme.

Nach dem Rauchstopp sinkt das persönliche Risiko. Mit zunehmender Zeit nähert es sich dem Risiko von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern an. Ein Ausstieg lohnt sich deshalb in jedem Alter.

Regelmäßiges Lüften und der Verzicht auf Tabakrauch entlasten die Atemwege Auch die Meidung belasteter Arbeitsstoffe trägt zur Vorbeugung bei.

Eine pflanzenreiche Ernährung unterstützt das Immunsystem und wird mit einem geringeren Risiko in Verbindung gebracht. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt Herz und Lunge. Diese Maßnahmen ergänzen die Prävention, ersetzen aber keinen Rauchstopp.

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Deutsche Krebshilfe, Blaue Ratgeber “Lungenkrebs“ Online: https://www.krebshilfe.de/... (Zugriff am 14.07.2025)


Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms Online: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/... (Zugriff am 14.07.2025)


Leitlinienprogramm Onkologie: Lungenkrebs Online: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/... (Zugriff am 14.07.2025)


Wie schädlich ist Gelegenheitsrauchen? | DKFZ - Krebsinformationsdienst Online: https://www.krebsinformationsdienst.de/... (Zugriff am 14.07.2025)


WHO: Healthy diet Online: https://www.who.int/... (Zugriff am 14.07.2025)