Typische Symptome: Wann Sie sie abklären lassen sollten
Lungentumore machen anfangs meist keine Beschwerden. Bei folgenden Warnzeichen sollten Sie jedoch eine ärztliche Abklärung nicht hinauszögern:
- anhaltender Husten (länger als drei Wochen)
- Bluthusten
- unerklärbarer Gewichtsverlust
- Heiserkeit
- Schmerzen im Brustkorb
- Luftnot
Eine Abklärung dieser Beschwerden ist nicht mit der geplanten Lungenkrebsfrüherkennung ab 50 zu verwechseln, die in Deutschland voraussichtlich ab April 2026 als Leistung der Krankenkassen eingeführt werden soll.
Die Abklärung der oben genannten Warnzeichen ist eine gezielte diagnostische Untersuchung, bei der zunächst meist eine Computertomografie (CT) mit Kontrastmittel durchgeführt wird.
„Die Lungenkrebsfrüherkennung mit Low-Dose-CT ist hingegen unabhängig von Warnzeichen und richtet sich an Menschen im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre stark geraucht haben oder noch immer rauchen“, sagt Dr. Jens-Uwe Bauer, Chefarzt der Pneumologie sowie Schlaf- und Beatmungsmedizin und Leiter des Lungenkrebszentrums im Helios Klinikum Erfurt.
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Diagnostik im Überblick
Für die sichere Diagnose von Lungenkrebs werden in der Regel verschiedene Verfahren nacheinander genutzt. Zentral für die Erstdiagnose ist dabei die Computertomografie des Brustkorbs (Thorax CT) mit Kontrastmittel. Weitere Methoden ergänzen entweder die CT oder sie dienen dazu, Ausbreitung und Merkmale des Tumors besser zu untersuchen. Ziel ist, die Therapie optimal und individualisiert planen zu können.
Computertomografie (CT)
Mit der CT-Untersuchung können räumliche Bilder der Lunge erstellt werden. Die Computertomografie des Brustkorbs mit Kontrastmittel gilt deswegen bei einem Lungenkrebsverdacht als Untersuchungsmethode der ersten Wahl. Hat der Tumor bereits gestreut, sind mit der Bildgebung auch Metastasen in anderen Organen wie Leber oder Niere nachweisbar.
Was leistet die CT?
Die Computertomografie ist eine radiologische Untersuchungsmethode, bei der der Bereich zwischen Brustkorb und Oberbauch aus mehreren Richtungen geröntgt wird.
Ein Computer errechnet aus den so gewonnenen Informationen räumliche Bilder (drei Ebenen) der inneren Organe, auf denen Veränderungen, wie zu Beispiel Tumore, gut zu erkennen sind.
Die CT zeigt damit Lage, Größe und bestimmte Merkmale eines verdächtigen Herdes und hilft, Lymphknoten oder Begleitbefunde zu erkennen.
Wie verläuft die CT?
Für die Computertomographie wird die Patientin beziehungsweise der Patient auf einer Liege in die runde Öffnung des Computertomographen (umgangssprachlich „Röhre“) geschoben. Ein rotierender Röntgenstrahler nimmt Bilder des zu untersuchenden Körperbereichs auf. Die Aufnahmen dauern nur rund 5 Minuten.
Welche Voraussetzungen gelten?
Da zur besseren Abgrenzung und Einordnung der einzelnen Gewebestrukturen Kontrastmittel eingesetzt wird, sollte zuvor durch eine Blutentnahme die Nieren- und Schilddrüsenfunktion überprüft werden.
Röntgen
Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) ist ein radiologisches Verfahren, mit dem Organe wie Lunge und Herz, aber auch Gefäße oder Knochen bildlich dargestellt werden können.
Was leistet ein Röntgen-Thorax?
Mit dem Röntgen-Thorax können auffällige Veränderungen wie größere Rundherde, kollabierte Lungenabschnitte, Volumenveränderungen der Lunge, eine Verschiebung des Mittelfellraums oder auch ein Erguss im sogenannten Pleuraraum, dem Raum zwischen Lunge und knöchernem Brustkorb, sichtbar gemacht werden.
„Bei einem ernsthaften Tumorverdacht ist die Untersuchung nicht ausreichend, um Krebs sicher ausschließen zu können. Hier ist ein CT erforderlich. Die Röntgenuntersuchung wird heute vor allem in Akutsituationen oder zur Verlaufskontrolle eingesetzt“, sagt Chefarzt Dr. Bauer.
Wie verläuft ein Röntgen-Thorax?
Für eine Röntgenuntersuchung des Thorax werden in der Regel Bilder in zwei Ebenen angefertigt: Während der Patient steht, befindet sich die Strahlenquelle zunächst hinter ihm und der Röntgendetektor vor ihm („posterior-anterior“). Anschließend liegt der Detektor seitlich an („lateral“). Dadurch kann man auch die Bereiche hinter dem Herzen einsehen.
Bronchoskopie
Bei der flexiblen Bronchoskopie (Spiegelung der Bronchien) wird unter Narkose ein dünner, flexibler Schlauch (das Bronchoskop) mit Kamera über die Nase oder den Mund durch die Luftröhre bis in die Bronchien geschoben. Mithilfe der beleuchteten Kamera können Ärztin oder Arzt die Schleimhaut der Bronchien umfassend beurteilen sowie gegebenenfalls tumorverdächtige Befunde identifizieren und Proben entnehmen.
Was leistet eine Bronchoskopie?
Die Bronchoskopie gilt als unerlässliche Methode zur Abklärung eines Lungenkrebsverdachtes. Sie folgt in der Regel, wenn durch ein bildgebendes Verfahren (CT-Thorax oder Röntgen-Thorax) ein Tumorverdacht besteht und ist Mittel der Wahl zur Probengewinnung und damit Sicherung der Diagnose.
Zudem wird sie vor einer Lungenkrebsoperation durchgeführt, um sicherzustellen, dass erfolgreich operiert werden kann.
Wie verläuft eine Bronchoskopie?
Finden Ärztin oder Arzt unklare Veränderungen in der Schleimhaut, kann direkt während der Spiegelung Gewebe entnommen oder Sekret aus den Bronchien abgesaugt werden.
Außerdem besteht die Möglichkeit, unter Röntgenkontrolle eine kleine Zange bis tief in das Lungengewebe vorzuschieben und hier Proben zu entnehmen („periphere Biopsie“) oder mit einem speziellen Bronchoskop (dem EBUS-Bronchoskop, das einen kleinen Ultraschallkopf am Ende hat) Lymphknoten oder Tumorgewebe unter Ultraschallkontrolle zu punktieren. Ein Pathologe untersucht die Proben anschließend mit einem Mikroskop auf Krebszellen.
Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT)
Die PET-CT kombiniert zwei Verfahren: die Messung der Stoffwechselaktivität des Gewebes mit der Positronen-Emissions-Tomographie und die Schnittbildaufnahme mit der Computertomographie.
Dabei wird ein leicht radioaktiv markiertes zuckerhaltiges Kontrastmittel gespritzt. Da Lungenkrebszellen durch ihr schnelleres Wachstum in der Regel viel mehr Energie verbrauchen als normales Körpergewebe, nehmen sie diesen Zucker vermehrt auf und lassen sich so in den PET-CT Bildern sicher auffinden. Auch Tochtergeschwülste (Metastasen) werden hierdurch sichtbar.
Was leistet ein PET-CT?
Mit dem PET-CT lässt sich erkennen, wohin sich der Tumor ausbreitet und ob er gestreut hat. Vor allem wenn eine Operation oder eine intensive Bestrahlung geplant ist, sollte ein PET-CT erfolgen, um sicherzustellen, dass außerhalb des Behandlungsfeldes keine Metastasen vorliegen.
Wichtig: Ein PET-CT Befund ersetzt nicht die Gewebeuntersuchung. Wenn ein Bereich auffällig ist und das Ergebnis der Gewebeuntersuchung die Wahl der Therapie beeinflusst, muss er biopsiert werden.
Wie verläuft eine PET-CT Untersuchung?
Den nüchternen Patientinnen und Patienten wird ein radioaktiv markierter Zucker (F-18-Fluordesoxyglukose = FDG) in eine Armvene gespritzt. Um sicherzustellen, dass der Zucker möglichst exklusiv dem Stoffwechsel des Tumors zur Verfügung steht, müssen sie anschließend für eine halbe Stunde entspannen. Selbst Sprechen sollte unterlassen werden, da bei jeder Muskelarbeit Glukose verstoffwechselt wird.
Anschließend erfolgt die Untersuchung in einem speziellen PET-CT Gerät. Sie dauert rund 30 Minuten, die Vorbereitungsphase circa eine Stunde. Direkt im Anschluss stehen die Daten zur Auswertung zur Verfügung.
Gewebeuntersuchung und Molekulardiagnostik
Die Gewebeuntersuchung (Biopsie) ist ein notwendiger Diagnoseschritt, wenn der Verdacht auf Lungenkrebs besteht. Durch die mikroskopische Beurteilung der Zellen wird dieser Verdacht bestätigt oder ausgeräumt.
Was leistet die Gewebeuntersuchung?
Hat die Bildgebung Hinweise auf einen Tumor gegeben oder wurden bei der Bronchoskopie auffällige Veränderungen gefunden, wird eine Gewebeprobe entnommen, eingefärbt und unter dem Mikroskop betrachtet.
„Die Gewebeuntersuchung liefert Klarheit in der Frage, ob Krebs vorliegt oder nicht“, sagt der Leiter des Erfurter Lungenkrebszentrums. „Liegt Krebs vor, ist die genaue Charakterisierung des Gewebes in Bezug auf Wachstumsverhalten, Oberflächeneigenschaften, Erbgutveränderungen oder Immunogenität – also die Eigenschaft der Zellen, eine Immunantwort des Körpers zu erzeugen – unverzichtbar für die individuelle Therapieplanung.“
Wie verläuft die Gewebeentnahme?
Die Gewebeentnahme findet meist im Rahmen der Bronchoskopie statt. Sie wird unter örtlicher Betäubung mit Sedierung (Tiefschlaf) oder Vollnarkose durchgeführt und verursacht daher keine Schmerzen.
Ultraschall (Sonografie)
Bei der Sonografie werden mithilfe von Ultraschallwellen die Strukturen von inneren Organen dargestellt. Vom Schallkopf werden dabei Ultraschallsignale in den Körper ausgesendet, die an der Grenze zwischen Gewebe und Organ zurückgeworfen werden. Im letzten Schritt berechnet ein Computer daraus ein Bild.
Was leistet der Ultraschall?
In der Lungenkrebsdiagnostik wird der Ultraschall vor allem im Rahmen der Bronchoskopie als sogenannter endobronchialer Ultraschall eingesetzt. Zudem wird er für die Bildgebung vom Rippenfell, von Lymphknoten oder von Bauchorganen (Abdomen) bei der Suche nach Metastasen genutzt.
Wie verläuft der Ultraschall?
Für die Sonographie des Brustkorbs sitzen Patientin oder Patient in aller Regel. Werden die Bauchorgane untersucht, liegen sie auf einer Liege. Da Luft kein guter Schallleiter ist und störend wirken würde, gibt der Arzt etwas Gel auf den Ultraschallkopf und bewegt diesen dann fächerförmig über den jeweiligen Körperbereich.
Mit dem Ultraschall lassen sich vor allem innere Organe gut bewerten. Aber auch andere Strukturen wie beispielsweise vergrößerte Lymphknoten lassen sich mit einer Sonographie gut erkennen. Im Bereich des Brustkorbes ist die Untersuchung besonders dafür geeignet, Flüssigkeit beziehungsweise Ergüsse zwischen Lunge und Rippen zu erkennen. Das ist wichtig, da der sogenannte Pleuraerguss in der Folge eines Lungenkarzinoms entstehen kann.
Vom Verdacht zur gesicherten Diagnose: Der Ablauf in 5 Schritten
Das Leitlinienprogramm Onkologie formuliert für die Basisdiagnose folgende Schritte:
- Anamnesegespräch und klinische Untersuchung
- Röntgen Thorax
- CT-Thorax (inklusive Oberbauchregion und Nebennieren) mit Kontrastmittel
- Bronchoskopie
- Laboruntersuchungen
Grundsätzlich sollte jede Diagnostik mit einem umfassenden Anamnese-Gespräch beginnen, in welchem die Ärztin beziehungsweise der Arzt alle medizinisch relevanten Informationen erfragt.
In einer folgenden Bildgebung wird anschließend mithilfe des Röntgen-Thorax oder der Computertomographie mit Kontrastmittel nach sichtbaren Veränderungen in der Lunge gesucht.
Ergibt die Bildgebung einen Tumorverdacht folgt die Bronchoskopie mit Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) und anschließender Gewebeuntersuchung.
Hat sich die Verdachtsdiagnose aufgrund der Gewebeuntersuchung bestätigt, schließt sich das sogenannte Staging (englisch für Stadieneinteilung) an, sprich: die Beurteilung darüber, wie groß der Tumor ist, wie weit er sich ausgebreitet hat und ob bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vorliegen. Hierfür werden meist PET-CT, MRT oder Ultraschall genutzt.
FAQ
Husten, der länger als drei Wochen anhält, sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Das gilt insbesondere für ehemalige oder aktuelle Raucherinnen und Raucher.
Nein, Blut im Auswurf ist nicht immer ein Zeichen von Lungenkrebs. Es kann aber ein ernstes Warnsignal sein. Mögliche weitere Ursachen sind beispielsweis Infektionen, Entzündungen oder Gefäßverletzungen. Trotzdem gilt: Blut im Auswurf sollte immer sofort ärztlich abgeklärt werden.
Ein Röntgenbild der Lunge kann Auffälligkeiten zeigen. Es ist aber nicht zuverlässig genug, um Lungenkrebs sicher zu diagnostizieren. Liegt ein Verdacht vor, schließen sich deswegen in der Regel weitere Untersuchungen wie ein CT der Lunge und eine Gewebeuntersuchung (Biopsie) an.
Nein. Sie findet unter Sedierung oder kurzer Narkose statt und ist schmerzfrei.
Ein Röntgen-Thorax hat eine sehr geringe Strahlendosis von rund 0,02 Millisievert. Bei einem CT und dem PET-CT ist die Strahlenbelastung höher (CT: circa 6,1 Millisievert, PET-CT: circa 22,7 Millisievert). Daher werden sie nur eingesetzt, wenn es medizinisch sinnvoll ist. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung beträgt in Deutschland rund 2,1 Millisievert pro Jahr.
Eine Low-Dose-CT (niedrigdosierte Computertomografie) ist eine Computertomografie mit einer reduzierten Strahlendosis von etwa 1 bis 2 Millisievert. Sie wird vor allem zu Früherkennung bei Menschen mit hohem Risiko, wie langjährigen starken Raucherinnen und Rauchern, eingesetzt.
Für eine PET-CT sollten Patient:innen mindestens acht Stunden vor der Untersuchung nüchtern bleiben. Insbesondere dürfen weder Zucker noch zuckerhaltige Getränke konsumiert werden, damit ein eventuell vorhandener Tumor nicht schon „gesättigt“ ist. Das Trinken von ungesüßten Getränken wie Mineralwasser oder Tee ist erlaubt.
Patienten mit einer Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) sollten sich vor einem PET-CT wegen der Therapieeinstellung mit dem behandelnden Arzt in Verbindung setzen.
Im MRT gelten abgesehen vom Verbot metallischer Gegenstände keine gesonderten Voraussetzungen. Für Patient:innen mit bestimmten metallischen Fremdkörpern (Herzschrittmacher, künstliche Gelenke etc.) ist das MRT manchmal nicht geeignet.
Leitlinienprogramm Onkologie: Lungenkarzinom Online: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/... (Zugriff am 24.11.2025)
BfS - Radioaktivität in der Umwelt Online: https://www.bfs.de/... (Zugriff am 24.11.2025)