Wissenswertes

Beschwerdebild "Struma"

Wie oft kommen Schilddrüsenvergrößerungen vor? Was sind ihre Ursachen und Symptome? Und wie werden die Beschwerden behandelt? Hier geben wir Antworten.

Als Struma (Kropf) wird die krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse bezeichnet. Als Folge der Vergrößerung können der Halsumfang zunehmen und Knoten entstehen. Engt die Struma Luft- und Speiseröhre ein, kann sie das Atmen und das Schlucken behindern.

  • 50 Prozent der Bevölkerung haben eine vergrößerte Schilddrüse
  • 20 bis 30 Prozent der Deutschen haben eine behandlungsbedürftige Struma
  • 30 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer haben Schilddrüsenknoten
  • jährlich erkranken etwa 2800 Menschen in Deutschland an Schilddrüsenkrebs
  • Jodmangel
  • Genetische Faktoren
  • Umwelteinflüsse
  • Psychosoziale Faktoren
  • Radioaktive Strahlung

Eine Struma kann mit einer Unter-, Normal- oder Überfunktion des Organs einhergehen. Die "Halsschwellung" entsteht durch eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Lymphknoten oder wird durch Entzündungen verursacht.

Lokale Beschwerden sind:

  • Druck- oder Fremdkörpergefühl im Hals
  • Reizhusten
  • Stimmveränderungen, Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • Pfeifen beim Atmen
  • Luftnot
  • plötzliches Herzrasen
  • Händezittern
  • Schweißneigung
  • Haarausfall
  • Gewichtsabnahme
  • Durchfall
  • Nervosität

Bei Patienten mit derartigen Symptomen wird der Arzt in der Regel zunächst die Schilddrüse untersuchen. Hierzu wird er den Hals abtasten, Blut für eine ausgedehnte Labordiagnostik abnehmen und eine Ultraschalluntersuchung sowie eine nuklearmedizinische Untersuchung veranlassen, bei der ein speziell ausgebildeter Arzt die Funktion der Schilddrüse anhand verschiedener Tests misst. Zum Untersuchungsprogramm gehört auch die Prüfung der Funktion der Stimmbandnerven.

Die Behandlung der gutartigen Struma erfolgt zunächst meist medikamentös. So kann die Gabe von Schilddrüsenhormonen das Wachstum stoppen. Es ist unbedingt erforderlich, eine Überfunktion durch entsprechende Arzneimittel in eine Normalfunktion zu überführen.

Eine operative Behandlung ist dann notwendig, wenn der begründete oder gesicherte Verdacht auf einen bösartigen Schilddrüsentumor besteht oder wenn die Struma andere Halsorgane (Gefäße, Luftröhre, Speiseröhre) mechanisch behindert. Eine vergrößerte Schilddrüse sollte auch dann operiert werden:

  • wenn die Struma trotz Medikamentengabe weiter wächst, so dass sie kosmetisch stört
  • wenn die Symptome wie Kloßgefühl bestehen
  • wenn ein unklarer Befund - meist im Knotenkropf - an der Schilddrüse festgestellt wird und dabei ein bösartig wachsender Tumor nicht ausgeschlossen werden kann
  • wenn bestimmte Formen der Schilddrüsenüberfunktion vorliegen.

Bei letzteren ist in besonderen Fällen alternativ zur Operation die Gabe von radioaktivem Jod möglich.