Sieben Fragen zu Schwangerschaft und Geburt in Corona-Zeiten
Pressemitteilung
Babyboom in München

Sieben Fragen zu Schwangerschaft und Geburt in Corona-Zeiten

München

Kommt jetzt der Corona-Babyboom in München? Während die Geburtenzahlen in weiten Teilen Bayerns rückläufig sind, verzeichnet die Landeshauptstadt einen Anstieg. Das bestätigt auch das Helios Klinikum München West.

In den ersten zwei Monaten des Jahres gab es dort rund 13 Prozent mehr Entbindungen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein im Februar erblickten 117 Babys das Licht der Welt in der Geburtshilfe der Pasinger Klinik – ein Plus von 36 Prozent. Mit elf Entbindungen innerhalb von 24 Stunden war der 15. Februar der geburtenstärkste Tag des Monats.

Mitten in der Pandemie stehen werdende Eltern vor einer besonderen Herausforderung, weiß Dr. Sabine Keim, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Helios Klinikum München West:

Viele von ihnen machen sich Sorgen, wie die Schwangerschaft und die anschließende Geburt unter Corona-Bedingungen ablaufen werden.

Dr. med. Sabine Keim, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Für uns beantwortet die Medizinerin die sieben häufigsten Fragen werdender Mütter.

(1) Ist mein Baby auch infiziert, wenn ich als Mutter an Covid-19 erkrankt bin?

Theoretisch ist es möglich, dass das Virus im Mutterleib von der Schwangeren auf das Baby übergeht. Das ist nach dem derzeitigen Wissensstand allerdings sehr unwahrscheinlich. Im Idealfall erhält das Baby Antikörper über die Nabelschnur. Diese schützen vor einer Infektion. Dazu muss die Infektion der Schwangeren jedoch mehrere Tage vor der Geburt stattgefunden haben.

(2) Beginnt mein Mutterschutz durch die Corona-Pandemie früher?

Durch den Mutterschutz ist geregelt, ab wann Schwangere von der Arbeit freigestellt werden müssen und wann sie nach der Entbindung wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. An den zeitlichen Rahmenbedingungen ändert sich dabei auch während der Pandemie nichts. Wichtig ist, dass sowohl der Arbeitsplatz als auch die Art der Beschäftigung für Schwangere oder stillende Frauen sicher sind. Sonst gilt ein Beschäftigungsverbot.

(3) Darf eine Begleitperson während der Geburt dabei sein?

Aktuell darf eine Person eine Gebärende im Kreißsaal begleiten. Auch anschließende Besuche auf der Wochenbettstation sind möglich. Im Helios Klinikum München West besteht darüber hinaus die Möglichkeit, ein Familienzimmer zu beziehen. So können frischgebackene Eltern die gesamte Zeit des Klinikaufenthaltes gemeinsam mit ihrem Baby verbringen. Weitere Personen wie Geschwister sind von der Besuchsregel ausgenommen.

(4) Wirkt sich das Besuchsverbot negativ auf mein Kind und mich aus?

Ganz im Gegenteil: Durch das Besuchsverbot ist es auf der Wöchnerinnenstation derzeit deutlich ruhiger. Dadurch können Mütter die erste gemeinsame Zeit mit ihrem Baby besser genießen und behutsam in ihre neue Rolle hineinwachsen. Zudem zeigt sich unter anderem, dass es derzeit weniger Probleme beim Stillen gibt.

(5) Muss ich im Kreißsaal eine FFP2-Maske tragen?

Grundsätzlich ist die FFP2-Maske im Kreißsaal verpflichtend. Fühlen sich Schwangere dadurch während der Entbindung stark eingeschränkt, besteht die Möglichkeit, sie abzunehmen. Anders sieht es bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie bei der Begleitperson aus. Sie müssen während der gesamten Geburt eine FFP2-Maske tragen.

(6) Werde ich von meinem Baby getrennt, wenn ich an Covid-19 erkrankt bin?

Gerade der erste Kontakt zwischen der Mutter und ihrem Kind ist für die Bindung sehr wichtig. Solang es beiden gut geht, steht diesem sogenannten „Bonding“ nichts im Wege. Auch Stillen ist möglich, wenn bestimmte Hygienevorgaben eingehalten werden. Lediglich bei einem kritischen Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion kann es vereinzelt vorkommen, dass Mutter und Kind getrennt werden müssen, um beide Seiten nicht zu gefährden.

(7) Finden Geburtsvorbereitungen statt oder bin ich auf mich allein gestellt?

Auch in der aktuellen Situation finden Geburtsvorbereitungskurse oder Kreißsaalführungen statt. Um mögliche Infektionsrisiken zu vermeiden, gibt es inzwischen eine Vielzahl an digitalen Alternativen. So bietet das Helios Klinikum München West auf seiner Internetseite helios-gesundheit.de/geburt-muenchen etwa ein Video, das Einblicke in die Geburtshilfe gibt, sowie einen 360-Grad-Rundgang durch die Räumlichkeiten. Zusätzlich findet jeden letzten Mittwoch im Monat um 18 Uhr ein Online-Elterninformationsabend statt. Dort können werdende Eltern das Team der Geburtshilfe kennenlernen und individuelle Fragen stellen. Informationen dazu gibt es ebenfalls auf der Internetseite der Klinik.


Das Helios Klinikum München West ist ein moderner Schwerpunktversorger mit 412 Betten im Stadtteil Pasing und akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München. Mit einer zentralen Notaufnahme sowie 20 weiteren Fachabteilungen und Sektionen bietet es eine umfassende Versorgung auf Universitätsniveau. Jedes Jahr vertrauen etwa 24.000 stationäre sowie weitere 31.000 ambulante Patienten der Erfahrung und Expertise der insgesamt rund 950 Beschäftigten. Neben der medizinischen und pflegerischen Qualität schätzen sie insbesondere die kurzen Wege sowie die persönliche, familiäre Atmosphäre.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 120.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika. Rund 20 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2020 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,8 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, rund 130 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 52 Kliniken, davon sechs in Lateinamerika, 70 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15 Millionen Patienten behandelt, davon 14,1 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.


Pressekontakt

Marten Deseyve

Pressesprecher | Leitung Unternehmenskommunikation und Marketing
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