Aktuelle Besucherregelung

Wir möchten das Sicherheitslevel für Patienten, Mitarbeiter und auch Besucher hoch halten. Aufgrund unseres Hausrechts bleiben wir, abweichend von der neuen Thüringer Verordnung, bei unserer bestehenden Besucherregelung, die seit 25. Mai 2020 gilt. Zutritt nur mit Besucher-Dokument (auch vor Ort erhältlich) -  Weiterführende Infos.

Modernste Methoden bei Diagnostik & Therapie

Modernste Methoden bei Diagnostik & Therapie

Medizin ist stete Weiterentwicklung. Darum optimieren wir unsere Behandlungsmethoden laufend und investieren in beste technische Ausstattung.

Unsere Leistungen im Überblick

ACM bezeichnet eine Fehlbildung des Übergangs zwischen Hinterhaupt und Halswirbelsäule. Sie verursacht eine Verlagerung von Anteilen des Kleinhirns (Tonsillen) in das Hinterhauptsloch, wodurch die Zirkulation des Hirnwassers in diesem Bereich beeinträchtigt wird.

ACM gehört zu den häufigsten embryonalen Entwicklungsstörungen (8 pro 100.000) und bildet sich in der 6.-10. Schwangerschaftswoche aus. Mittels spezieller Ultraschalluntersuchungen kann eine ACM schon beim Ungeborenen im Uterus diagnostiziert werden.

Die Erkrankung wird nicht vererbt. Meist beginnt die Symptomatik im Kindes- und Jugendalter. Es gibt aber auch Patienten, die bis zum 30./40. Lebensjahr beschwerdefrei sind.

Chiari-Malformation Typ I
Beim Typ I verlagern sich die Kleinhirntonsillen in das Hinterhauptsloch. Zusätzlich kann die Spinnenhaut (Arachnoidea) als eine der Hüllen des Gehirns so verwachsen sein, dass die Zirkulation von Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit behindert wird. Diese Zirkulationsstörung kann Ursache für eine Syringomyelie (Hohlraumbildung im Rückenmark) sein, die sich u.U. über das gesamte Rückenmark ausbreiten und so Symptome im ganzen Körper hervorrufen kann.

Chiari-Malformation Typ II
Bei Typ II liegt eine leichte bis starke Verlagerung des Kleinhirns kombiniert mit einer Fehlbildung des Hirnstammes vor. Im verlagerten Hirngewebe sterben Nervenzellen ab. Bei ca. 80% der Betroffenen sind die Gehirnkammern, die das Hirn- und Nervenwasser bilden, krankhaft verändert, so dass es zu einem Stau des Hirnwassers kommt. Ein solcher Stau führt zu einer Erweiterung der Hirnkammern (Hydrocephalus=Wasserkopf). Sind die Schädelnähte wie bei Kleinkindern noch nicht geschlossen, dehnt sich der Schädel im Volumen aus und wirkt gegenüber dem kleinen Körper zu groß.

Chiari-Malformation Typ III
Typ III kommt extrem selten vor. Hier verlagern sich zusätzlich zu den Veränderungen bei Typ II das Kleinhirns und/oder Teile des Hirnstammes in den Nackenbereich. Diese Gewebeverlagerung kann bei einer entwicklungsbedingten Lücke in den Schädelknochen austreten, was als Enzephalozele bezeichnet wird. Kinder mit ACM III sind aufgrund der starken Schädigungen kaum lebensfähig.

Chiari-Malformation Typ IV
Noch seltener ist der Typ IV. Er beschreibt eine genetisch bedingte Unterentwicklung (Hypoplasie) des Kleinhirns bei kleinerer hinterer Schädelgrube, die im wesentlichen mit Hirnwasser gefüllt ist.

Bei den Typen III und IV sind Lebensfähigkeit und Operabilität sehr stark von den Umständen des Einzelfalles abhängig.

Mögliche Symptome bei ACM

  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Schwindel und Gangunsicherheit, insbesondere beim Blick nach oben
  • Empfindungsstörungen (z.B. Kribbeln in den Händen, sensorische Defizite)
  • Koordinationsstörungen
  • Motorische Lähmungen der Arme und Beine

In späten Stadien:

  • schlaffen Lähmungen
  • spontanen rhythmischen Augenbewegungen (Nystagmus)
  • Sprechstörungen, v.a. im Sinne einer verwaschenen Sprache
  • Vermindertem Husten- und Schluckreflex, Schluckbeschwerden
  • Kleinkinder können lebensgefährdend bedroht sein, z.B. durch Atembeschwerden und Lähmungen der Atemmuskulatur

Behandlungsmöglichkeiten

  • Dekompression-Operation mit Erweiterung der hinteren Schädelgrube und des Hinterhauptsloches, Schrumpfen von Wucherungen des Kleinhirns, Lösung von Verwachsungen in der hinteren Schädelgrube und Erweiterung der Hirnhaut im Kopf-Hals-Übergang.
  • Shunt-Implantation bei Hirnwasseraufstau (Typ II) zur Ableitung von überflüssigem Liquor und zur Regulierung von Überdruck

Wenn der Rücken oder Nacken-Schulter-Bereich schmerzt und neurologische Funktionen eingeschränkt sind, kann das auf Verschleiß oder eingeklemmte Nervenstrukturen zurückzuführen sein. Häufigste Ursachen sind Bandscheibenvorfälle, Verengungen im Bereich des Wirbelsäulenkanals, Wirbelgleiten oder Vernarbungen nach wirbelsäulenchirurgischen Eingriffen. Die Möglichkeiten einer Behandlung sind vielfältig und abhängig von der genauen Ursache. Sind alle konservativen Mittel ausgeschöpft, kann eine Operation erwogen werden.

Behandlungsmöglichkeiten in unserer Klinik

  • Injektionen im Bereich der Wirbelgelenke, des Wirbelkanals oder der Nervenwurzeln
  • Minimalinvasive Eingriffe unter Anwendung mikrochirurgischer und endoskopischer Techniken  in Zusammenarbeit mit Orthopädie/Unfallchirurgie, Neuroradiologie und Neurologie

Spinale Tumore
Spinale Tumore sind Fehlbildungen in der Wirbelsäule oder im Spinalkanal. Sie werden meist erst entdeckt, wenn sie bereits Nervenausfälle oder Schmerzen verursachen. Mediziner unterscheiden extradurale (außerhalb des Rückenmarksschlauches gelegene), intradurale  (innerhalb des Rückenmarksschlauches gelegene), extramedulläre (von außen auf Rückenmark drückende) und intramedulläre (im Rückenmark gelegene) Tumore.

Behandlungsmöglichkeiten in unserer Klinik

  • Entfernung mittels mikrochirurgischer, schonender Technik
  • Fachübergreifende Zusammenarbeit mit den Spezialisten der Orthopädie/Unfallchirurgie und der Strahlentherapie

Fehlbildungen
Spinale Fehlbildungen kommen an Knochen, in nervalen Strukturen (z.B. Spina bifida) oder Gefäßen (z.B. arteriovenöse Fisteln) vor. Insbesondere frühkindliche Fehlbildungen können schon in den ersten Lebenstagen operativ versorgt werden. So lassen sich dauerhafte neurologische Defizite vermeiden. In unserem Klinikum versorgen wir betroffene Kinder in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Kinderchirurgie und der Kinderklinik.

Behandlungsmöglichkeiten in Abhängigkeit von Größe und Lage des Krankheitsherdes

  • neurochirurgisch oder interventionell-neuroradiologisch (Katheter)
  • Strahlentherapie

Ein Fazialisspasmus (auch: Hemispasmus facialis) ist eine Erkrankung, bei der es zu unwillkürlichen kurzen, manchmal auch länger anhaltenden Zuckungen im Bereich der Gesichtsmuskulatur kommt. Die Ursache ist ein kleines Gefäß. Es kommt am Hirnstamm genau mit dem Ursprung jenes Nervs in Konflikt, der fast die gesamte Gesichtsmuskulatur bewegt: Der Fazialis, der siebte Hirnnerv.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Mikrovaskuläre Dekompression
    o mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von mehr als 80 Prozent.
    o Die Operation mit intraoperativem Monitoring erfolgt unter Verwendung digitaler Endoskope. Sie erlauben eine dreidimensionale Sicht auf Nerven und Gefäße.
    o Die neueste Entwicklung auf diesem Gebiet ist ein digitales Mikroskop, dessen Bild mit dem Endoskop auf dem gleichen Bildschirm gesehen werden kann. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mikroskopen ist eine Schädigung der Nerven durch eine von der Lichtquelle hervorgerufene Erhitzung ausgeschlossen.
  • Medikamentös
    o mit Botulinus-Toxin (Spritze).
    o Die Behandlung muss alle drei bis Monate wiederholt werden.

Die Neuroprothetik beschäftigt sich mit Kompensierung und Wiederherstellung der Nervenfunktion. Geschädigte Nervenbahnen werden mithilfe feinster Technik ersetzt oder überbrückt. Unter der Haut implantierte Mikroelektroden stimulieren sowohl das zentrale, wie auch das spinale oder übrige periphere Nervensystem. Dank ihrer Biokompatibilität werden sie nicht vom umliegenden Gewebe abgestoßen.

Bei Schädigung des Hörnervens (Nervus cochlearis) können verschiedene Implantate die Lebensqualität wiederherstellen. Wo normale Innenohr-Hörgeräte nicht mehr helfen, gibt es bislang zwei Implantate, die das Wahrnehmen von Tönen und Klängen und somit das Lippenlesen erleichtern.

Cochlea-Implantat (CI)
Cochlea leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Schnecke“. Das Cochlea-Implantat setzt an der Gehörschnecke an. Von dem Organ aus wird der Reiz weitergeleitet und im Gehirn als Ton wahrgenommen. Dafür wird ein Mikrofon mit einem digitalen Sprachprozessor und einer Magnetspule am Ohr und an der Kopfhaut des Patienten platziert. Implantiert wird eine magnetische Empfangsspule, die mit der Magnetspule an der Kopfhaut verbunden ist. Hier werden die Informationen auf die Empfangsspule übertragen. Diese leitet den Reiz weiter zum Simulator, der über die Simulationselektroden den Reiz an die Gehörschnecke übertragt.  Für diesen Vorgang ist es wichtig, dass die Gehörschnecke intakt ist und die Reizweiterleitung nicht durch beschädigte Organe verhindert wird. 

Auditorisches Hirnstammimplantat
Mit ähnlicher Funktionsweise wie beim CI kann der Reiz auch direkt an den Hirnstamm weitergeleitet werden. Dazu werden die Elektroden des Simulators nicht an der Gehörschnecke, sondern direkt an den Hörnerven am Hirnstamm platziert. Dieses Implantat überbrückt so das gesamte Innenohr. Vor allem Patienten mit vollständig geschädigten oder nicht vorhandenen Hörorganen profitieren davon.

Schädigungen der Nerven, die den gesamten Körper durchziehen (= periphere Nerven), entstehen durch Unfälle, einseitige Belastung, Überlastung, Entzündungen und Tumore. Es können leichte und schwere, kurzzeitige und dauerhafte Störungen auftreten. Die Beschwerden treten oft nicht nur am Ort der Schädigung, sondern auch ausstrahlend weit davon entfernt auf.

Krankheitsbilder, Ursachen und Symptome

Schwurhand, Krallenhand und Fallhand: Die betroffenen Armnerven wurden durch Verletzungen geschädigt.

Nervus radialis: Oberarmbruch

Nervus ulnaris: Ellenbogenverletzungen

Nervus medianus: Schnittverletzungen am Handgelenk

Nervus medianus („Karpaltunnelsyndrom“): nächtliche Schmerzen, "Einschlafgefühl" in den ersten 3 Fingern einer Hand

Nervus unaris („Ulnarisrinnensyndrom“):Der Schmerz strahlt vom Ellenbogen in Ring- und Kleinfinger aus. Diese Finger fühlen sich oft pelzig an. Manchmal besteht eine Schwäche der kleinen Handmuskeln, die im Alltag störend bemerkt wird. 

Plexus brachialis („Skalenussyndrom“): Schmerzen im Schulter-Hals-Bereich, die in den Arm und die Finger ausstrahlen können, Kribbeln und Einschlafgefühl im betroffenen Arm bei Arbeiten über Kopf und beim Tragen schwerer Taschen.

Nervus peroneus: Schmerzen in Höhe des Knies, Pelzigkeit am Fuß und manchmal eine Lähmung der Fußhebung

Nervus tibialis („Tarsaltunnelsyndrom“): Schmerzen und Pelzigkeit im Fuß und an der Fußsohle besonders nachts.

Meralgia paraesthetica: brennende Schmerzen und Taubheitsgefühl an der Oberschenkel-Außenseite, oft zunächst als Bandscheibenvorfall fehlgedeutet.

Morton-Neuralgie: Tritt v.a. bei Frauen auf. Kleine Nervenwucherungen lösen beim Gehen Schmerzen zwischen den Zehen aus.

Diagnostik und Therapie

  • gezielte Blockade des Nervs mit Betäubungsmitteln (Infiltration)
  • Elektromyogramm (EMG)
  • Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG)
  • Röntgen oder MRT
  • Operation entweder unter lokaler Betäubung oder in Narkose (in der Regel unter dem Mikroskop, manchmal auch endoskopisch)
  • Eine intensive Nachbehandlung mit Krankengymnastik, Ergotherapie und Elektrostimulation verbessert die Heilungsergebnisse deutlich.

Schwindel und Hörminderung können erste Zeichen eines zwischen Hirnstamm und Kleinhirn (Kleinhirnbrückenwinkel) gelegenen Krankheitsherdes sein. Auch Gesichtsschmerzen, eine Lähmung der Gesichtsmuskeln, Doppelbilder, Schluckstörungen und Heiserkeit können dadurch auftreten. Die Tumoren, die ca. 8% der Neubildungen im Schädel ausmachen, werden heute vor allem aufgrund ihrer speziellen Symptomatik früh entdeckt.

Trigeminusneuralgie (V. Hirnnerv) und Hemispasmus fazialis ("Fazialis-Tic", 7. Hirnnerv) sind die häufigsten Störungen, die durch Druck von Gefäßen auf den Nerven (Mikrovaskuläre Kompression) auftreten. Aber auch Schwindel, Tinnitus, Schiefhals oder Bluthochdruck können dadurch entstehen.
Der häufigste Tumor im Kleinhirnbrückenwinkel ist das Akustikusneurinom (Vestibularisschwannom). Es kann bei Vorliegen einer genetischen Erkrankung - der Neurofibromatose - selten auch beidseits auftreten.

Größere Tumore können auch das Kanalsystem für die Ableitung des Hirnwassers (Ventrikelsystem) blockieren und so einen Stau der Hirnflüssigkeit (Hydrocephalus) verursachen. Durch Verdrängung des Hirnstamms und durch Verschluss des Hirnwassersystems entstehen Symptome wie Übelkeit, Unsicherheit beim Gehen, Störungen der Koordination, Kopfschmerz, extreme Müdigkeit und manchmal Lähmungen der Muskulatur.

Ohne Behandlung kann es zu dauerhaften Funktionsverlusten bis hin zu einer Schädigung der lebenswichtigen Zentren im Hirnstamm kommen.

Behandlungsmöglichkeiten je nach Krankheitsbild

  • abschwellende oder wachstumshemmende Medikamente
  • Behandlung mit Kathetern (Embolisation)
  • Strahlentherapie
  • Radiochirurgie
  • Operation zur Beseitigung des Krankheitsherdes mittels mikrochirurgischer und endoskopischer Verfahren

Der untere Teil des Schädels, die Übergänge zu den Halswirbeln, der Nasen-Rachenraum und der Gesichtsschädel bilden die Schädelbasis. Diese kann durch verschiedene Ursachen angegriffen werden. Tumore können sich an den Hirnnerven entwickeln und den Hirnstamm und das Kleinhirn verdrängen. Aber auch ein Schädelbruch, Instabilität der Kopfgelenke und Entzündungen können Krankheitsherde der Schädelbasis sein.

Symptome

Riechnerv: Riech- & Geschmacksstörungen

Augenmuskelnerv: Doppelbilder

Trigeminus: Gesichtsschmerz oder Taubheitsgefühl

Gesichtsnerv (Nervus fazialis):  Teillähmung der GesichtsmuskulaturHörnerv: Hörminderung, Ohrgeräusche

Gleichgewichtsnerv: Schwindel, Gangunsicherheit

Schlucknerv: Schluckstörungen, Heiserkeit

Auch Schwächen der Gesichts-, Kopf- und Schultermuskulatur, Persönlichkeitsveränderungen und Krampfanfälle können Anzeichen für einen Krankheitsherd in der Schädelbasis sein.

Diagnostik

  • Kernspintomographie (MRT)
  • Computertomographie (CT)
  • Funktionstest der Sinnesnerven
  • Katheterangiographie

Behandlungsmethoden

Im Helios Klinikum Erfurt besprechen wir die Diagnosen in der Schädelkonferenz und wählen im interdisziplinären Fachgespräch die optimale Behandlungsmethode aus.

  • Eine Operation ist erst sinnvoll, wenn die Nebenwirkungen anderer Behandlungen zu hoch sind
  • Mikrochirurgische & endoskopische Eingriffe sind möglich
  • Entfernung des Tumors mit Mikroinstrumenten, Ultraschallzertrümmerern, elektrischer Verödung, Verdampfung, Laser oder Saugkanülen
  • Gefäßfehlbildungen werden mit Titanclips verschlossen
  • Bei langsam wachsenden Tumoren:
    o Hemmende oder abschwellende Medikamente oder
    o  Embolisation (Katheterbehandlung)
    o Strahlentherapie und Radiochirurgie in Kombination

Diese erbliche Erkrankung entwickelt meist gutartige Tumoren (Neurofibrome) am Nervensystem. Damit einhergehende Funktionsverluste können heute gut behandelt werden.

Neurofibromatose Typ 1 (NF 1, Morbus Recklinghausen)

  • wird hervorgerufen durch eine Veränderung am Chromosom 17
  • wirkt sich hemmend auf die Zellteilung aus
  • tritt vor allem auf der Haut und am Nervensystem auf

Merkmale (mindestens zwei der Kriterien sind erfüllt):

  • Sechs oder mehr Café-au-lait-Flecke (braune, fleckenartige Hautverfärbungen) mit Ø >5mm vor bzw. >15mm nach der Pubertät
  • Zwei oder mehr Neurofibrome oder mindestens ein plexiformes Neurofibrom
  • Sommersprossenartige Pigmentierung in der Achselhöhle oder in der Leistengegend
  • Tumor am Sehnerv (Optikusgliom)
  • Pigmentanreicherungen auf der Regenbogenhaut des Auges (Lisch-Knötchen)
  • Typische Knochenveränderungen (Keilbeinflügeldysplasie, Verkrümmungen der langen Röhrenknochen)
  • Verwandter 1. Grades mit NF1

Neurofibromatose Typ 2 (NF 2)

  • gutartige Hirntumoren, die sich symmetrisch im Bereich beider Hör- und Gleichgewichtsnerven entwickeln
  • Symptome: Hörstörung, Ertauben, Verlust von Hirnnervenfunktionen, Querschnittslähmung oder Veränderungen der Augen

Merkmale

  • beidseitige Tumore des Hörnerven (bilaterale Akustikusneurinome) oder
  • Verwandter 1. Grades mit NF2 und
    o Tumor des Hörnerven im Alter von <30 Jahren
    o Tumore innerhalb/außerhalb der Wirbelsäule 
      (Meningeom, Gliom, Schwannom)
    o Linsentrübung des Auges (juvenile Katarakt)

Behandlungsmöglichkeiten

  • Individuelle, interdisziplinäre Betreuung
  • Operation zur Entfernung der Tumoren
  • Beratung und regelmäßige Untersuchungen

Syringomyelie
Die Syringomyelie (gr.: syrinx = Flöte, Hohlraum, myelon = Mark, hier: Rückenmark) ist eine Höhlenbildung im Rückenmark. Die Erkrankung geht vor allem mit Schmerzen und Missempfindungen in unterschiedlichen Körperregionen außerhalb des Kopfes einher. Liegt der Hohlraum sehr hoch im Halsmark oder besteht zusätzlich ein Hydrocephalus oder eine AMC, können auch Kopfschmerzen auftreten. Ursache für das Krankheitsbild ist eine blockierte Zirkulation des Hirnwassers, das auch das Rückenmark umspült.

Hydromyelie
Patienten mit Hydromyelie können ebenfalls an starken Schmerzen und Missempfindungen leiden, die Erkrankungszeichen und die Ausdehnung der Höhle im Rückenmark nehmen aber im Verlauf nicht zu. Die Behandlung dieser oft angeborenen Erweiterung des zentralen Rückenmarkskanals (Zentralkanal) ist daher auch rein symptomatisch.

Diagnostik

  • Erhebung der individuellen Krankheitsgeschichte (Anamnese)
    Liegt keine der folgenden Bedingungen vor, ist eine progrediente Syringomyelie unwahrscheinlich: ACM, Tethered cord, Spina bifida (occulta), Arachnoidalzyste, Intraspinale Tumoren, schwere Skoliose, schweres spinales Trauma (bzw. OPs), Meningitis, Periduralanästhesie
  • Symptombezogene neurologische Untersuchung
    Objektivierbare neurologische Defizite machen das Vorliegen einer progredienten Erkrankung wahrscheinlicher.
  • Bildgebende Diagnostik
    Neben MRT-Bildern zum Ausschluss einer Chiari-Fehlbildung und von Tumoren sind zum Ausschluss eines „Tethered cord“ bzw. einer Arachnoidalzyste spezielle MRT-Untersuchungen erforderlich:
    • dynamische Liquorflussstudien, bei denen die Liquorpulsation und –zirkulation im Rhythmus des Herzschlages „gefilmt“ wird (cine-MRT im 3-Tesla-Scanner)
    • feinschichtige MRT-Untersuchungen, in denen feinste Verklebungen der Arachnoidea noch   sichtbar gemacht werden können (FIESTA, CISS).
  • Elektrophysiologie
    Ein (teilweiser) Verlust der natürlicherweise auftretenden „Innervationsstille“ (engl.: silent period) in einem Muskel nach schmerzhafter elektrischer Reizung des zugehörigen Hautareals ist typisch bei Patienten mit Syringomyelie, nicht aber bei Patienten mit Hydromyelie.

Bei der Trigeminusneuralgie schießen blitzartige Schmerzen in eine Gesichtshälfte ein. Manchmal passiert das ohne äußeren Anlass und kann so schmerzhaft und überraschend sein, dass man für Sekunden wie gelähmt ist. Oft gibt es aber auch auslösende Faktoren – so genannte „Trigger“ – wie Kauen, Sprechen, Zähneputzen, Zugluft, Berührungen im Gesicht. Die Schmerzen strahlen exakt in eines, zwei oder alle drei Territorien der Gesichtshälfte aus, die durch die Äste des Trigeminus, den fünften Hirnnerven, sensibel versorgt werden.

Verursacht wird der Gesichtsschmerz von einem kleinen Gefäß, das am Ursprung des Trigeminus am Hirnstamm diesen Nerven bedrängt. Aber auch andere Erkrankungen können ihre Ursache in einem Konflikt zwischen Nerven und Gefäßen am Hirnstamm haben. Dazu gehören der Hemispasmus facialis, der Schiefhals (Torticollis), die Glossopharyngeus-Neuralgie, selten auch Schwindel und Tinnitus sowie Bluthochdruck.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Manchmal genügt eine kurzzeitige medikamentöse Behandlung. Eine länger andauernde Medikamenteneinnahme sowie eine Kombination mehrerer Medikamente sollte vermieden werden
  • eine Operation kann das Gefäß vom Nerven gelöst (Dekompression) und dauerhaft abpolstern (Janetta-OP).
  • Bestrahlung der Trigeminuswurzel im Hirnstamm mit ionisierenden Strahlen (Radiochirurgie mit Cyberknife oder Gammaknife).

Das Team der Neurochirurgie im Helios Klinikum Erfurt hat ein Verfahren entwickelt, bei dem das Risiko, einen in der Nähe gelegenen Hörnerv zu schädigen und so eine Hörminderung hervorzurufen, auf ein Minimum reduziert wird.

Neu ist auch der Einsatz von Endoskopen mit räumlicher Sicht. Erstmals in Deutschland wurde 2014 im Helios Klinikum Erfurt bei Operationen am Trigeminus und am Hörnerv ein digitales Operationsmikroskop eingesetzt. Dieses erzeugt keine Wärme. Daher entfällt das Risiko, die Nerven durch Wärme zu schädigen.

Zu unseren Spezialgebieten gehört die Behandlung von:

  • Aussackungen von Blutgefäßen aufgrund schwacher Gefäßwände (Zerebrales Aneurysma)
  • Bösartige Tumoren außerhalb des Gehirns (Hirnmetastasen)
  • Bösartige Neubildung im Parietallappen (Zentrales Nervensystem)
  • Bösartige Neubildung im Temporallappen (Zentrales Nervensystem)
  • Gutartige Neubildung der Hirnangangsdrüse (Hypophyse)
  • Gutartige Neubildungen in den Zellen des Zentralen Nervensystems (Hirnhäute)
  • Erweiterung der Hirnwasserräume (Hydrocephalus Occlusus)