Wirbelsäulenchirurgie

Leistung: Abnutzungserkrankungen

Leistung: Abnutzungserkrankungen

Ein Bandscheibenvorfall, eine Spinalkanalstenose oder Osteochondrose sind typische Abnutzungserkrankungen der Wirbelsäule. Wir finden die richtige Therapie, um Ihre Schmerzen zu lindern.

Hier finden sie unsere Behandlungsstrategie zu ausgewählten Abnutzungserkrankungen. Falls Sie nicht fündig werden, wenden Sie gerne direkt an uns oder vereinbaren Sie einen Termin in der Sprechstunde.

Prof. Dr. med. Stefan M. Knöller

Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie
Prof. Dr. med. Stefan M. Knöller

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(07667) 84-230

Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der Gallertkern der Bandscheibe durch den meist „porösen“ Faserring aus. Dies kann dazu führen, dass ein ungünstiger Druck auf die Nerven, die entlang der Wirbelsäule verlaufen, ausgeübt wird. Am häufigsten betroffen sind hier die untere Halswirbelsäule sowie die untere Lendenwirbelsäule. Bandscheibenvorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule sind zwar äußerst selten, sollten aber bei entsprechenden Beschwerden ebenfalls in Betracht gezogen werden.



Symptome

Zu den typischen Symptomen zählen ausstrahlende Nervenschmerzen in die Arme oder Beine. Ebenfalls können Gefühlsstörungen oder sogar Lähmungen auftreten. Ein Bandscheibenvorfall wird in vielen Fällen "nur" als reiner Rücken- oder Nackenschmerz vom Betroffenen wahrgenommen.
Diagnostik

Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall ist das MRT (Kernspintomogramm) die diagnostische Methode der Wahl.


1. Nicht-operative bzw. konservative Therapie

Bei Nachweis eines Bandscheibenvorfalls erfolgt zunächst die konservative Therapie mit allen Facetten der Schmerztherapie. In der Regel ergänzen wir die Schmerztherapie um eine krankengymnastische Behandlung. Die Grenzen der konservativen Therapie sind dann erreicht, wenn der Patient unter massiven neurologischen Ausfallerscheinungen und Lähmungen leidet. Hier kann eine operative Therapie das Mittel der Wahl sein, um eine dauerhafte Schädigung der Nerven zu verhinden.

Die Reithosentaubheit und Blasen- bzw. Mastdarmstörungen gelten als Notfälle. Zum Wohle des Patienten muss eine sofortige operative Therapie erfolgen.

2. Operative Therapie

Halswirbelsäule

Bei der sogenannten Mikrodiskektomie wird im Rahmen einer Operation die verschlissene Bandscheibe samt Bandscheibenvorfall von vorne über einen kleinen Hautschnitt im Bereich der rechten Halsseite  entfernt und somit die abgehenden Nerven entlastet.

Hier besteht je nach Alter und Verschleißgrad die Möglichkeit der Implantation einer Bandscheibenprothese als Bandscheibenersatz oder die Fusion mit einem Cage (Platzhalter).
Der Krankenhausaufenthalt beträgt circa 5-7 Tage. Im Anschluss ist eine Rehamaßnahme möglich, bei fehlenden neurologischen Ausfällen aber nicht zwingend erforderlich. Die Regelkrankschreibungszeit beträgt circa 3-6 Wochen.

 

Lendenwirbelsäule

Bei der sogenannten mikrochirurgischen Fensterung erfolgt über einen circa drei Zentimeter langen Hautschnitt am Rücken ein kleiner Zugang („Fenster“) zum Rückenmarkskanal. Über diesen wird der Bandscheibenvorfall mit feinsten Instrumenten entfernt. Der Hauptanteil der Bandscheibe wird belassen, sodass hier auch kein Implantat eingesetzt werden muss. Der Krankenhausaufenthalt beträgt 5 – 7 Tage. Eine anschließende Rehamaßnahme ist möglich, bei fehlenden neurologischen Ausfällen nicht zwingend erforderlich. Die Regelkrankschreibungszeit beträgt 4-6 Wochen.
 

Bei der Spinalkanalstenose kommt es im Rahmen von Verschleißerscheinungen zu einer dramatischen Einengung des Rückenmarkskanals.

Im Bereich der Halswirbelsäule kommt es zu einer permanenten Drucksituation auf das Rückenmark, wobei die Symptomatik einer zervikalen Myelopathie entsteht. Hierbei kann es zu einem Mischbild aus Feinmotorikstörung der Hände und einer Schwäche der Beine mit Gangunsicherheit kommen.

Im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt es hingegen bei Druck auf die im Rückenmarkskanal verlaufenden Nervenfasern zur sogenannten Schaufensterkrankheit (Claudicatio spinalis). Hierbei schmerzen insbesondere beim Gehen zu einer schmerzhaften Schmerzausstrahlung in die Beine, oftmals verbunden mit einer zunehmenden Schwäche, wobei sich die Beschwerden beim Pausieren und insbesondere in Vorneige bessern. Typischerweise ist das Radfahren relativ beschwerdenfrei möglich.


Diagnostik

Sowohl im Bereich der Hals- als auch der Brustwirbelsäule ist das MRT (Kernspintomogramm) die Diagnostik der Wahl. Im Bereich der Halswirbelsäule kommen elektrophysiologische Messungen hinzu, um das Ausmaß  der Rückenmarksschädigung zu verifizieren.
Therapie

Aufgrund der ausgeprägten Drucksituation und häufig ausgeprägten neurologischen Beeinträchtigungen besteht oft nur die Möglichkeit der operativen Therapie, um eine fortschreitende Schädigung zu verhindern.


Halswirbelsäule

Die operative Methode ist meist identisch mit der des Bandscheibenvorfalles. Hier kommen jedoch keine Bandscheibenprothesen in Frage, da der Verschleiß des Segments häufig so fortgeschritten ist, dass es ruhig gestellt werden muss. Der Krankenhausaufenthalt beträgt circa 5-7 Tage, im Anschluss ist bei ausgeprägter neurologischer Symptomatik oft eine Rehamaßnahme erforderlich.


Lendenwirbelsäule

Über einen kleinen Hautschnitt (circa 3 cm) am Rücken wird der Rückenmarkskanal mikrochirurgisch beiderseits soweit dekomprimiert, bis die Nervenstrukturen vollständig entlastet sind. Der Krankenhausaufenthalt beträgt circa 5-7 Tage, eine Rehamaßnahme ist im Anschluss bei ausgeprägter Symptomatik empfehlenswert. Erfahrungsgemäß kann es im Lendenwirbelbereich sehr schnell nach der Operation zur Besserung der Symptomatik kommen, häufig bereits unmittelbar danach, was sich erheblich von der Stenose der Halswirbelsäule unterscheidet. Dort ist das Ziel primär, eine Verschlechterung zu vermeiden. 

Aufgrund eines fortschreitenden Bandscheibenverschleißes kann es zu einer permanenten Mikroinstabilität in einem Wirbelsegment mit nachfolgender Arthrose der kleinen Wirbelgelenke und resultierendem Rückenschmerz kommen. Eine Beschränkung von Spinalnerven liegt häufig nicht vor, deshalb fehlt oft eine Schmerzausstrahlung in die Extremitäten.
Diagnostik

Bei chronischen Rückenschmerzen ist ebenfalls das MRT (Kernspintomogramm) die Diagnostik der Wahl. Bei Verschleißerscheinungen mehrerer Höhen schließt sich oft eine sogenannte Etagendiagnostik an, bei der mittels Infiltrationen der kleinen Wirbelgelenke die symptomatischen Segmente „herausgefiltert“ werden. Zudem können Kontrastmitteldarstellungen (Discographie) der Bandscheiben sinnvoll sein, um hier Aussagen über den Verschleißgrad zu treffen.
Therapie

Bei symptomatischem Verschleiß der Wirbelgelenke besteht die Möglichkeit der Denervierung, wobei in unserer Abteilung ein Hitzeverfahren mit Verödungssonden zur Anwendung kommt. Der Effekt kann idealerweise mehrere Monate anhalten.

Bei der ausgeprägten erosiven Osteochondrose besteht bei mäßigem Verschleiß die Möglichkeit der Implantation von bewegungserhaltenden Bandscheibenprothesen. Bei fortgeschrittenem Verschleiß hilft oft nur die Versteifung mit Platzhaltern und Schrauben bzw. Plattensystemen.

Bei Bandscheibenprothesen sowie Versteifungen im Lendenwirbelbereich beträgt der Krankenhausaufenthalt circa 7-9 Tage. Bei vorausgesetzter Belastbarkeit kann im Anschluss eine Rehamaßnahme absolviert werden. Die Regelkrankschreibungszeit beträgt circa 8-12 Wochen.