Künstliche Hüft- und Kniegelenke: Material und Funktionsweise

Künstliche Hüft- und Kniegelenke: Material und Funktionsweise

Künstliche Gelenke an Hüfte oder Knie können Schmerzen lindern und die Lebensqualität wiederherstellen. Hier erfahren Sie, woraus moderne Endoprothesen bestehen und wie sie funktionieren.

Dank moderner Medizintechnik hat sich die Lebensdauer von Hüft- und Knie-Endoprothesen in den letzten Jahren deutlich verlängert. Aktuellen Studien zufolge sind 95 Prozent aller Prothesen nach 15 bis 20 Jahren noch funktionsfähig.

Die künstliche Hüftprothese

Moderne Hüft-Endoprothesen bestehen aus mehreren Komponenten. Das eigentliche Gelenk setzt sich aus Hüftkopf und Pfanneninlay zusammen.

Standardmäßig setzen wir zementfreie Hüftprothesen ein, wenn es die Knochenverhältnisse und die Gelenke des Patienten zulassen. Der im Oberschenkel verankerte Prothesenschaft und die Pfanne bestehen aus knochenverträglichen Titanlegierungen. Für Hüftkopf und Pfanneninlay werden spezielle Gleitpaarungen verwendet, etwa ein Metall- oder Keramikkopf in Verbindung mit hochvernetztem Polyäthylen (UHMWPE).  

Einige Patienten weisen anatomische Besonderheiten oder sehr brüchige Knochen auf, die aus medizinischen Gründen keine zementfreie Implantation erlauben. In diesen Fällen fixieren wir die Prothesenanteile durch einen schnell abbindenden Knochenzement (Methyl-Methacrylat) stabil im Knochen.

Das künstliche Kniegelenk

Künstliche Kniegelenke unterscheiden sich nach Ausmaß der Gelenkschädigung: Mit einer Schlittenprothese wird nur die innere oder äußere Gelenkfläche ersetzt, beim Oberflächenersatz beide Gelenkflächen. Bei stark zerstörten Knochen und instabilen Bändern werden beide Prothesenteile zur Stabilisierung durch eine Achse verbunden (gekoppelte oder achsgeführte Knieprothesen).

Bei modernen Knie-Endoprothesen werden im Oberschenkel- und im Unterschenkelanteil Metallkomponenten mit einem Gleitlager aus hochvernetztem Polyäthylen (UHMWPE) verankert.

Die metallenen Prothesen-Komponenten bestehen aus Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierungen und zeichnen sich durch hohe Langlebigkeit und eine glatte Gleitfläche aus, die wenig Abrieb zulässt. Das Inlay besteht aus besonders widerstandsfähigem, abriebarmen hochvernetztem Polyethylen (UHMWPE). Patienten mit Metallallergie setzen wir Spezialprothesen aus Titanlegierungen ein.

Aufgrund guter Ergebnisse aus Langzeitstudien setzen wir beim Oberflächenersatz in der Regel auf die zementierte Verankerungstechnik. Alternativ verwenden wir eine Kombination aus zementfreier Verankerung im Oberschenkel- und zementierter Verankerung im Unterschenkelanteil. Achsgeführte Knieprothesen verankern wir mit schnell abbindenden Knochenzement (Methyl-Methacrylat).

Ist auch die Gelenkfläche der Kniescheibe durch die Gelenkerkrankung zerstört, wird die Rückfläche durch eine zementierte Polyäthylenprothse ersetzt.

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