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Leben mit Herzschrittmacher oder Defibrillator: Was muss ich im Alltag beachten?

An einen Herzschrittmacher oder Defibrillator gewöhnen Sie sich in aller Regel schnell. Trotzdem sollten Sie im Alltag einige Sicherheitshinweise beachten. Wir haben die häufigsten Fragen und Antworten rund um solche Implantate für Sie zusammengestellt.

Ein Herzschrittmacher oder Defibrillator wird nach einer Weile kaum als Fremdkörper empfunden. Je nach Grund der Implantation spüren Sie meist eher die positiven Folgen und leben beschwerdefreier. Trotzdem sollten Sie sich im Alltag weiterhin bewusst bewegen und sich stets an einige wichtige Sicherheitsregeln halten.

Nach dem Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Defibrillators  werden Sie von Ihrem Arzt umfassend über Sicherheitsvorkehrungen und mögliche Risiken aufgeklärt. Einen ersten Überblick liefern Ihnen unsere folgenden Antworten auf häufig gestellte Fragen. Fragen Sie im Zweifel aber stets bei Ihrem betreuenden Kardiologen oder den Hersteller Ihres Herzschrittmachers oder Defibrillators nach.

Bitte nehmen Sie Ihre individuellen Kontrolltermine für Ihr eingesetztes Gerät rechtzeitig und regelmäßig wahr. Die Kontrollen finden etwa ein- bis zweimal im Jahr statt, zu Beginn oft etwas häufiger. Bei der Kontrolle des Geräts können auch Programmierungen vorgenommen werden. Alle Ergebnisse notieren wir in Ihrem Geräteausweis.

Bitte suchen Sie unabhängig von den Kontrollterminen umgehend Ihren Arzt auf, wenn sie eins oder mehrere dieser Symptome bemerken:

  • Ungewöhnliches Herzklopfen oder Herzrasen ohne vorhergehende körperliche Belastung
  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Umfallen (Synkope)
  • Verlangsamter Puls
  • Schockimpuls Ihres Defibrillators
  • Rötung, Erhitzung, Schmerzen oder Flüssigkeit an der Implantationsstelle
  • Konturen des Geräts unmittelbar unter der Haut

Bitte bringen Sie Ihren Geräteausweis zu jeder medizinischen Behandlung mit und informieren Sie den behandelnden Arzt über Ihren implantierten Herzschrittmacher oder Defibrillator.

Die meisten Untersuchungen können Sie uneingeschränkt wahrnehmen, etwa Ihren Besuch beim Zahnarzt. Einige Untersuchungen und Eingriffe sind für Sie allerdings ungeeignet, in der Regel zum Beispiel Verfahren, die mit Magnetfeldern oder Mikrowellen arbeiten:

  • MRT (Magnetresonanztomographie) oder MRA (Magnetresonanzangiographie)
  • Mikrowellen-Katheterablation
  • Diathermie-Therapien (Hochfrequenz, Kurzwelle oder Mikrowelle)
  • Transurethrale Nadelablation (TUNA / Gewebeabtragung über  Radiofrequenzwellen)

Andere medizinische Verfahren können nur eingeschränkt durchgeführt werden, meist unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel Computertomographien (CT), Ultraschall-Untersuchungen oder Hochenergie-Bestrahlungen. Ihr Arzt wird in diesen Fällen die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen vornehmen.

Ein Schrittmacher oder Defibrillator schränkt Ihre berufliche Tätigkeit kaum ein. Die meisten Berufstätigen kehren nach dem Einsetzen ins Arbeitsleben zurück. Nur sehr wenige Berufe sind mit Implantaten aus Sicherheitsgründen nicht vereinbar, etwa weil Berufstätige starken Magnetfeldern ausgesetzt sind.

Beachten Sie aber auch bei der Arbeit stets unsere allgemeinen Sicherheitshinweise, etwa bezüglich Autofahren, elektronischen Geräten und Freizeit.

Sport ist grundsätzlich erlaubt – und sogar empfehlenswert. Sprechen Sie mit Ihren Arzt ab, welche Sportarten für Sie geeignet sind.

Vermeiden sollten Sie in der Regel Sportarten, bei denen das Gerät oder die Elektroden Schaden nehmen könnten, etwa weil Sie leicht stürzen oder Stöße abbekommen könnten. Gerade der Brustbereich sollte nicht überbeansprucht werden, etwa durch Schläge auf die Brust oder kräftige Armbewegungen. Kraft- und Kampfsportarten oder auch Tennis eignen sich daher ebenso wenig wie besonders belastende Sportarten.

Tauchen ist bis zu einer Wassertiefe von etwa fünf Metern möglich. Danach könnte der zunehmende Wasserdruck das Gehäuse des Herzschrittmachers oder des Defibrillators beschädigen.

Mit einem Herzschrittmacher ist das Autofahren zumeist uneingeschränkt möglich. Bei Defibrillator-Patienten hängt die Fahrtauglichkeit von der Grunderkrankung ab: Wurde Ihr Defibrillator zur Vorbeugung eingesetzt, dürfen Sie nach der Wundheilung wieder hinter das Steuer. Haben Sie ihn jedoch aufgrund einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung erhalten, müssen Sie in der Regel drei bis sechs Monate aufs Autofahren verzichten.

Bitte schnallen Sie sich auch mit einem Herzschrittmacher oder Defibrillator immer an. Der Anschnallgurt stellt keine Gefahr für das Gerät dar. Vorsicht allerdings bei Reparaturen oder Wartungen: Die elektrische Zündung des Motors kann eine Gefahrenquelle darstellen. Beugen Sie sich daher lieber nicht mit dem Oberkörper über den laufenden Motor Ihres Kfz.

Signale elektronischer Geräte können Herzschrittmacher und Defibrillatoren stören. Zwar blenden spezielle Schutzschaltungen in den Schaltkreisen die meisten dieser elektromagnetischen Interferenzen (EMI) aus. Trotzdem erfordert der Umgang mit einigen Geräten besondere Vorsichtsmaßnahmen, über die Sie Ihr Arzt und die Hersteller  der Herzschrittmacher und Defibrillatoren informieren.

Von den folgenden Geräten sollten Sie in der Regel Abstand von etwa einer halben Armlänge einhalten:

  • Maschinen mit Vibration oder starken Feldern wie Bohrmaschinen oder Elektroschweißgeräte
  • Werkzeuge wie Lötkolben, Entmagnetisierungsgeräte und Phasenprüfer-Schraubenzieher
  • Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen und Tischsägen
  • Allgemein Geräte mit Elektromotoren
  • Verbrennungsmotoren mit Zündkerzen wie Rasenmäher
  • Elektrische Gartengeräte wie Heckenscheren
  • Elektrische Decken und Heizkissen
  • Lautsprecher, etwa an Stereoanlagen
  • Antennen von Amateur- und CB-Funkanlagen
  • Fernsteuerungen, etwa von Modellflugzeugen
  • Schusswaffen

Beachten Sie auch die speziellen Warnschilder von Störquellen in Sicherheitsbereichen, zum Beispiel bei Kraftwerken, großen Generatoren, elektrischen Umspannwerken oder Rundfunksendern.

Die folgenden Geräte können Sie in der Regel ohne Einschränkungen nutzen. Bitte beachten Sie dabei aber immer die Informationen des Hersteller Ihres Herzschrittmachers oder Defibrillators. Diese können in Einzelfällen abweichen.

Mobiltelefone

Die meisten Hersteller empfehlen einen Abstand von 10 bis 15 Zentimetern zwischen einem Mobiltelefon und dem implantierten Gerät. Bitte transportieren Sie Ihr Handy oder Smartphone daher nicht in der Brusttasche. Und telefonieren Sie am besten mit dem Handy am Ohr der Körperseite, die dem Implantat gegenüberliegt.

Unterhaltungselektronik

Unproblematisch ist in der Regel auch Ihr Umgang mit audiovisuellen Geräten wie Fernsehern, Radios, Stereoanlagen, Computern, Druckern und Faxgeräten.

Vorsicht geboten ist jedoch bei Lautsprechern und alten Röhrenfernsehern: Lautsprecher verfügen oft über Magneten, die das Signal Ihres implantierten Geräts stören können. In Fernsehern mit Röhrenbildschirm ist eine Entmagnetisierungsspule verbaut, die beim Ein- und Ausschalten ebenfalls ein elektrisches Feld entstehen lässt.

Haushaltsgeräte

Die folgenden Haushaltsgeräte können Sie ohne Bedenken benutzen, sofern vom Hersteller nicht anders angegeben:

  • Allgemein:  Staubsauger
  • Badezimmer: Haartrockner, Elektrorasierer, Waschmaschine,  Wäschetrockner, Lockenstab, etc.
  • Küche: Geschirrspüler, Elektroherd, Mikrowelle (nicht über das laufende Gerät beugen), Küchengeräte wie Mixer, Toaster und elektrische Dosenöffner

Bitte stimmen Sie sich vor größeren Reisen mit Ihrem Arzt ab. Er kann Sie zur Kontrolle untersuchen, wenn nötig, und Sie über Kardiologen und Krankenhäuser an Ihrem Reiseziel informieren.

Nehmen Sie auf Reisen immer Ihren Herzschrittmacher- bzw. Defibrillatoren-Ausweis mit. Bitte meiden Sie schweres Tragen – das gilt auch für Ihr Gepäck. Auf lange Touren mit großem Camping-Rucksack sollten Sie zum Beispiel besser verzichten.

Wenn Sie per Flugzeug reisen, zeigen Sie bitte an der Sicherheitsschleuse Ihren Geräteausweis vor. Meistens werden Sie dann nicht mit dem Metalldetektor, sondern von Hand durchsucht. Die Detektoren haben zwar in der Regel keinen Einfluss auf Ihren Herzschrittmacher oder Defibrillator, können aber unnötig Alarm auslösen.

Der Flug selbst ist für Sie unbedenklich.

Kontakt

Dr. med. Michael Wiedemann

Leiter Helios Herz-Rhythmus-Zentrum Berlin/Brandenburg

Telefon

(030) 94 01-12940

Kardio-Hotline

(030) 94 01-52952

Erreichbarkeit

Montag bis Freitag 8.00 bis 18.00 Uhr