Menü
Schließen

Kennen Sie diese Diabetes-Mythen?

Wer viel Zucker isst, bekommt Diabetes. Mythos oder Wahrheit? Fakt ist, mit diesen und anderen Irrtümern rund um Diabetes räumt Susanne Läritz, Diabetesberaterin an der Helios Klinik Schkeuditz, im Folgenden auf. 

Patienten Beratungsgespräch

Was ist Diabetes mellitus?

Zuckerkrankheit, Blutzuckerkrankheit, Alterszucker – Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hat viele Namen und ist ein Überbegriff für verschiedene Erkrankungen des Stoffwechsels. Allen gemeinsam ist, dass sie zu erhöhten Blutzuckerwerten führen, weil die Patient:innen einen Mangel am Hormon Insulin haben und/oder die Insulinwirkung vermindert ist. Der Zucker aus der Nahrung kann nicht mehr eigenständig in Energie umgewandelt werden. Der Körper entwickelt eine Resistenz gegen das Insulin, sodass sich der Zucker quasi im Blut staut. In Folge entwickeln sich gesundheitliche Beeinträchtigungen und (mitunter schlimme) Störungen.

Mythos 1: Es gibt schweren und leichten Diabetes

Falsch. Ein Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die schwere Folgen nach sich ziehen kann. Die vermeintliche Schwere der Erkrankung wird irrtümlich daran bemessen, ob der Betroffene Insulin spritzen muss oder nicht. So wird häufig der sogenannte Diabetes Typ-1 als schwerer Diabetes bezeichnet, denn es kommt zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems und zu einer Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Erkrankung zeigt sich oft schon im Jugendalter und die Betroffenen müssen ihr Leben lang Insulin spritzen. Circa fünf Prozent der Diabetiker:innen in Deutschland leiden unter dem Typ-1.

Aber selbst der Diabetes Typ-2 wird nicht in einen Schweregrad unterteilt, egal ob er mit Diät, Tabletten oder Insulin geführt ist. Darüber hinaus gibt es noch weitere Diabetestypen. Unter anderem den Schwangerschaftsdiabetes, pankreopriven Diabetes (Funktionsausfall der Bauchspeicheldrüse, zum Beispiel durch einen operativen Eingriff) und weitere Typen, die durch Medikamente verursacht werden.

Mythos 2: Nur ältere Menschen erkranken an Diabetes

Der Diabetes Typ-2 zählt zu den häufigsten Volkskrankheiten. Zwar ist die Veranlagung dazu erblich, aber vor allem der Lebensstil ist entscheidend: Ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und starkes Übergewicht führen dazu, dass der Körper gegen das für die Zuckerumwandlung notwendige Insulin resistent wird.
Daher wird der Diabetes Typ-2 oft mit dem „Alterszucker“ assoziiert. Diese Ansicht ist aber ein Irrtum. Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2 gibt es in allen Altersgruppen. Zwar tritt der Diabetes Typ-2 tatsächlich häufiger bei Erwachsenen auf, aber es gibt eine besorgniserregende Entwicklung: Menschen, die einen Diabetes Typ-2 entwickeln werden immer jünger. Expert:innen schätzen, dass allein in Deutschland bereits 5.000 Kinder und Jugendliche betroffen sind.

Menschen mit Diabetes Typ 2 haben ein 2-fach erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken.
Bei einer Darmspiegelung werden gutartige Vorstufen entfernt – bevor Krebs entsteht.

Helios Klinik Schkeuditz

Diabetesberaterin

Der Diabetes Typ-2 zählt zu den häufigsten Volkskrankheiten. Zwar ist die Veranlagung dazu erblich, aber vor allem der Lebensstil ist entscheidend: Ungesunde Ernährung. 

Mythos 3: Nur dickere Menschen haben Diabetes

Das stimmt so nicht. Natürlich ist das Risiko an einem Diabetes Typ-2 zu erkranken für Übergewichtige höher. So ist es bei Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 25 schon um das doppelte erhöht wie für Normalgewichtige. Trotzdem spielen auch andere Risikofaktoren eine wichtige Rolle: Dazu zählen die familiäre Veranlagung oder das Alter. Viele Menschen mit Übergewicht entwickeln nie einen Diabetes Typ-2 und umgekehrt sind nicht alle Typ-2-Diabetiker:innen übergewichtig.

Mythos 4: Insulin macht dick

Nein. Insulin allein macht nicht dick. Zwar nehmen Diabetiker:innen im Schnitt bei der Einstellung auf Insulin meist zwei bis vier Kilo zu, das hat aber eher folgende Ursachen:

  • Das Insulin führt dazu, dass sich das Körperwasser wieder normalisiert. Betroffene müssen mit eingestelltem Insulin einfach weniger Urin ausscheiden als mit erhöhtem Blutzucker. Das bedeutet aber auch, dass die Kohlenhydrate, die zuvor über die Niere und den Urin einfach ausgeschiedenen wurden, dem Körper jetzt zur Verfügung stehen.
  • Die Folge: Man nimmt zu und die Betroffenen müssen nun verstärkt auf ihre Kalorienzufuhr achten.
  • Egal ob Diabetiker:innen oder nicht: Generell nehmen wir oft zu viele Kalorien in Form von Fetten, Eiweiß und Kohlenhydraten mit der Nahrung auf, die eine Gewichtszunahme verursachen.
  • Ein weiterer Faktor sind mögliche Unterzuckerungen. Um diese zu beheben, muss man mehr Kohlenhydrate essen, um den Blutzucker auszugleichen.

Mythos 5: Wer Diabetes hat, ist anfälliger für Krankheiten

Das ist falsch. Trotzdem wird Diabetiker:innen empfohlen, sich zum Beispiel gegen Grippe impfen zu lassen. Vor allem aus dem Grund, da jede zusätzlich erworbene Krankheit die Stoffwechselerkrankung Diabetes schwieriger gestaltet und mit Komplikationen verlaufen kann.

image
Vereinbaren Sie einen Termin mit unseren Experten.
Sie benötigen einen Termin in einer unserer stationären Kliniken oder ambulanten Einrichtungen oder wollen unabhängig vom Ort eine Videosprechstunde vereinbaren? In unserem Patientenportal können Sie Ihren Termin direkt online buchen.