Schwarzer Hautkrebs: Lebenserwartung und Heilungschancen

Schwarzer Hautkrebs ist eine gut behandelbare und in vielen Fällen heilbare Erkrankung. Grundsätzlich sind die Lebenserwartung und Heilungschancen der Patienten abhängig von verschiedenen Faktoren.

Schwarzer Hautkrebs in Zahlen

In Deutschland führt das Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut die Zahlen über die Neuerkrankungen und Überlebensraten bei Krebserkrankungen zusammen. Gemeinsam mit der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister e. V. (GEKID) veröffentlicht das Zentrum alle zwei Jahre den Bericht „Krebs in Deutschland“ [1], der das Geschehen im Bereich der onkologischen Erkrankungen dokumentiert.

Der letzte Bericht wurde 2019 vorgestellt. Er bezieht sich auf das Jahr 2016 und zeichnet im Bereich des malignen Melanoms folgendes Bild für Neuerkrankung, Sterbefälle und Überlebensrate:

Tabellarische Übersicht zu den Neuerkrankungen, Sterbefällen und der Überlebensrate beim Melanom
Neuerkrankung, Sterbefälle und Überlebensrate beim Melanom | Tabelle: Helios; Quelle: [1]

Wie lange können Betroffene mit schwarzem Hautkrebs leben?

Die Überlebensrate beim malignen Melanom ist vor allem davon abhängig, in welchem Stadium der Krebs entdeckt wird und wie aggressiv die Krebszellen sind. Ist der Tumor lokal begrenzt, können fast alle Patienten geheilt werden. Folgende Tabelle zeigt, wie viele Betroffene fünf bzw. zehn Jahre nach Diagnose der Erkrankung noch leben ("Fünf-Jahres-Überlebensrate" und "Zehn-Jahres-Überlebensrate") [2]:

Altersgruppe Geschlecht Intervall-Länge: 5 Jahre Intervall-Länge: 10 Jahre
15 - 44 weiblich 98 % 96 %
15 - 44 männlich 94 % 90 %
45 - 54 weiblich 95 % 94 %
45 - 54 männlich 93 % 86 %
55 - 64 weiblich 95 % 94%
55 - 64 männlich 94 % 90 %
65 - 74 weiblich 92 % 88 %
65 - 74 männlich 91 % 89 %
75 und älter weiblich 88 % 89 %
75 und älter männlich 86 % 89 %

Ist das maligne Melanom heilbar?

In frühen Stadien, also bei geringer Tumordicke, ist das Melanom vollständig heilbar. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl an Therapien entwickelt, die auch zur Behandlung von Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium mit Metastasen geeignet sind. Die neuen Therapien haben den Verlauf und somit die Heilungschancen von fortgeschrittenen Melanomen erheblich verbessert.

Verlauf eines malignen Melanoms

Die Prognose gibt Auskunft über den wahrscheinlichen Verlauf der Krebserkrankung. Um die weitere Entwicklung eines Melanoms einschätzen zu können, bestimmen Ärzte verschiedene Prognosefaktoren [3]:

  • Tumordicke nach Breslow
  • Subtyp des Tumors
  • Erkrankungsalter
  • Geschlecht
  • Tumormarker
  • Von Fernmetastasen betroffene Organe

Tumordicke nach Breslow

Laut S3-Leitlinie der medizinischen Fachgesellschaften ist die Tumordicke nach Breslow ("Breslow-Level") der wichtigste prognostische Faktor bei schwarzem Hautkrebs [4]. Sie wird nach der operativen Entfernung des Tumors bestimmt und gibt die Ausdehnung beziehungsweise Eindringtiefe des Melanoms an.

T-Klassifikation Tumordicke
Tis  
Tx keine Angabe
T1 ≤  1,0 mm
T2 1,01 - 2,0 mm
T3 2,01 - 4,0 mm
T4 > 4,00 mm

Quelle: Tabelle nach [4]

Bei einer sehr geringen Tumordicke von weniger als 0,75 Millimetern liegt die Heilungschance des Melanoms bei rund 90 Prozent.

Es gilt: Je größer die Ausdehnung des Tumors, desto schlechter ist der wahrscheinliche Krankheitsverlauf.

Subtyp des Tumors

Auch die histologische Bestimmung der Tumorzellen gibt Informationen über den wahrscheinlichen Krankheitsverlauf. 

Hat die Diagnostik ergeben, dass es sich bei dem Hautkrebs um ein noduläres Melanom, akral lokalisiertes oder ein amelanotisches Melanom handelt, kann die Prognose schlechter sein als bei den anderen Formen des malignen Melanoms.

Das noduläre Melanom hat von allen Subtypen die schlechteste Prognose

Geschlecht

Die Daten des Krebsregisters zeigen, dass Männer eine etwas geringere Fünf-Jahres-Überlebensrate haben als Frauen [1].

Tumormarker

Tumormarker sind Stoffe, die sich im Blut von Krebspatienten nachweisen lassen. Im Falle des malignen Melanoms spielen vor allem die beiden Marker Lactatdehydrogenase (LDH) sowie S100B eine Rolle.

Ihre Werte werden vor allem im späten Stadium IV gemessen. Sind sie erhöht, verschlechtert dies die Prognose.  

Fernmetastasen

Hat ein malignes Melanom gestreut und bereits Metastasen in anderen Organen gebildet, sind die Heilungschancen niedrig. Metastasen in der Lunge, Leber, Bauchraum oder Gehirn („viszerale Metastasen“) gelten als kritischer für den Krankheitsverlauf, als Metastasen auf der Haut. Trotzdem: Die Prognose beim Melanom im Stadium IV hat sich aufgrund der neuen Behandlungsmöglichkeiten dramatisch verbessert

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Die Inhalte dieser Seite wurden in Zusammenarbeit mit unserem Experten erstellt

22.01.2021
Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
Chefarzt Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie Leiter Hauttumorzentrum in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen Prof. Dr. med. Alexander Kreuter