Heller Hautkrebs Ursachen, Risikofaktoren und Vorbeugung

Der größte Risikofaktor für die Entstehung von weißem Hautkrebs ist UV-Strahlung. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Strahlung natürlich ist oder künstlich in einem Solarium erzeugt wird. Sie kann zu DNA-Schäden in den Genen führen, in deren Folge Defekte nicht mehr repariert werden und die schließlich zu Genmutationen führen.

Wie entsteht heller Hautkrebs und was sind die Ursachen?

Die wichtigste Ursache für die Entstehung von weißem Hautkrebs ist der ungeschützte Aufenthalt im Freiem bei hoher UV-Strahlung – besonders mittags direkt in der Sonne – sowie die häufige Nutzung von Solarien. Basalzellkarzinome (Basaliome) und Plattenepithelkarzinome (Spinaliome) entstehen oftmals auf unbedecktem Körperarealen wie dem Gesicht, dem Handrücken, Nacken oder einem kahlen bzw. dünnbehaartem Kopf. Grundsätzlich kann weißer Hautkrebs jedoch am ganzen Körper auftreten.

Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben Menschen mit einem hellen Hauttyp sowie Personen, die schon einmal an weißem Hautkrebs erkrankt waren.   

Zwar liegt das mittlere Erkrankungsalter für den nicht-melanotischen Hautkrebs für Frauen bei 73 Jahren und für Männer bei 75 Jahren. Wegen des geänderten Freizeitverhaltens mit häufigerem Urlaub im Hochgebirge, an der See oder der Nutzung von Solarien treten gerade Basaliome aber auch bei immer jüngeren Patienten auf.

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Risikofaktoren für hellen Hautkrebs

Warum manche Menschen hellen Hautkrebs bekommen und andere nicht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Jedoch gibt es Risikofaktoren, die einen Einfluss auf die Entstehung haben können:

  • UV-Strahlung
  • heller Hauttyp
  • vorhergehenden Erkrankung an weißem Hautkrebs
  • angeborene oder erworbene Immunsupression
  • Aktinische Keratose
  • Röntgenkombinationsschaden

UV-Strahlen

Die UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von weißem Hautkrebs. Während man bisher davon ausging, dass die addierte Strahlungsbelastung über alle Lebensjahre hinweg eine Rolle für die Erkrankung spielt, zeigen neuere Analysen, dass das Basaliom immer häufiger auch auf Körperarealen zu finden ist, die in der Regel vor der Sonne geschützt sind.

Daher wird vermutet, dass vor allem starke UV-Strahlung im Kindesalter sowie schwere Sonnenbrände in jedem Lebensalter das spätere Risiko für das Basalzellkarzinom (BZK) erhöhen.

Beim Plattenepithelkarzinom (PEK) steht das Erkrankungsrisiko tatsächlich im Zusammenhang mit der addierten UV-Strahlung, der ein Mensch in seinem Leben ausgesetzt war. Es gilt: Je größer die addierte Strahlenexposition, desto größer ist auch das Risiko für die Entstehung eines Spinalioms [1].      

Heller Hauttyp

Tabellarische Übersicht der Hauttypen mit ihren Merkmalen
Die Hauttypen I bis VI mit ihren Merkmalen | Tabelle: Helios; Quelle: [1]

Menschen mit Hauttyp 1 und Hauttyp 2 haben ein höheres Risiko, an weißem Hautkrebs zu erkranken, als Menschen mit Hauttyp 3 oder Hauttyp 4. 

Das Leitlinienprogramm Onkologie der medizinischen Fachgesellschaften listet die verschiedenen Hauttypen mit ihren jeweiligen Merkmalen:

Vorhergehende Erkrankungen an hellem Hautkrebs

Menschen, die schon einmal weißen Hautkrebs hatten, haben ein um das 10-fach erhöhte Risiko, erneut daran zu erkranken.

So liegt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von drei Jahren ein zweites Mal ein Plattenepithelkarzinom zu bekommen, bei rund 18 Prozent. Im Falle eines Basalzellkarzinoms liegt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb dieses Zeitraums nochmals zu erkranken bei rund 44 Prozent. Ähnlich hoch ist mit 40 Prozent das Risiko, nach einem Plattenepithelkarzinom ein Basalzellkarzinom zu entwickeln. Das Risiko, dass nach einem Basaliom ein Spinaliom folgt, ist hingegen mit nur sechs Prozent relativ gering.

Folgende Tabelle zeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Zweittumor innerhalb der nächsten drei Jahre auftritt:

  Erster Tumor: Basaliom  Erster Tumor: Spinaliom
Zweiter Tumor: Basaliom 44 Prozent 40 Prozent
Zweiter Tumor: Spinaliom 6 Prozent 18 Prozent

 

Immunsupression

Studien zeigen, dass Patienten nach einer Organtransplantation ein bis zu 65-fach höheres Risiko haben, einen nicht-melanozytären Hautkrebs zu entwickeln. Als Ursache hierfür wird die Einnahme von Medikamenten angesehen, die das Immunsystem unterdrücken (sogenannte Immunsupressiva). Das größte Risiko haben Patienten nach einer Herztransplantation, gefolgt von Nieren- und Lebertransplantationen [1]. Plattenepithelkarzinome entstehen dabei häufiger als Basalzellkarzinome. Auch wenn die Entstehung des sehr seltenen Merkelzellkarzinoms noch nicht vollständig erforscht ist, scheint auch bei dieser Form ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch Immunsupressiva, eine Rolle zu spielen. 

Ein höheres Risiko für weißen Hautkrebs besteht zudem bei vorliegender angeborener Immunschwäche oder erworbener Immunschwäche wie bei der HIV-Infektion – vor allem, wenn die Betroffenen gleichzeitig einer hohen UV-Strahlung ausgesetzt sind.

Aktinische Keratose

Die Aktinische Keratose ist eine Krebsvorstufe (Präkanzerose) des Plattenepithelkarzinoms. Menschen, die die auch als Lichtschwiele bezeichnete Hautveränderung entwickeln, haben ein bis zu 16 Prozent erhöhtes Risiko, an einem PEK zu erkranken.

Röntgenkombinationsschaden

Ein weiterer Risikofaktor für weißen Hautkrebs ist der Röntgenkombinationsschaden, also eine Schädigung der Haut aufgrund vorhergehender Strahlenbelastung. Betroffen davon sind vor allem Personen, die sich einer therapeutischen Strahlentherapie unterziehen mussten sowie medizinisches Personal mit erhöhter Strahlenbelastung. Analysen zeigen, dass ein Röntgenkombinationsschaden vor allem zur Bildung eines Basalzellkarzinoms führt, während Plattenepithelkarzinome nur selten auftreten.   

Hautkrebs im Alter

Säulendiagramm mit den Erkrankungsraten heller Hautkrebs je Altersgruppe
Säulendiagramm: Helios | Quelle: nach [2]

Heller Hautkrebs ist vor allem eine Erkrankung, die ältere Menschen betrifft: Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 73 Jahren und für Männer bei 75 Jahren.

Durch einen veränderten Lebensstil und häufiges Sonnenbaden ohne entsprechenden Schutz, wird die Diagnose weißer Hautkrebs jedoch auch zunehmend bei jüngeren Menschen gestellt:

Ist heller Hautkrebs tödlich?

Mit Ausnahme des selten auftretenden und hochaggressiven Merkelzellkarzinoms haben alle Formen des weißen Hautkrebses eine sehr hohe Heilungschance. Die Tumore bilden fast nie Metastasen. Jedoch können sie in andere Gewebe oder auch Knochen einwachsen und dadurch die Lebensqualität deutlich beeinflussen [2].

Säulendiagramm mit der 5-jahres-Überlebensrate bei Diagnose Heller Hautkrebs
Diagramm: Helios | Quelle: nach [2]

Folgendes Diagramm zeigt, wie viele Patienten je Tumortyp fünf Jahre nach der Diagnose noch leben („5-Jahres-Überlebensrate“).

Hinweis: Die relative Überlebensrate gibt an, wie viele Menschen mit hellem Hautkrebs zu einem bestimmten Zeitpunkt im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung noch leben.

Hellem Hautkrebs vorbeugen

Eine dauerhafte oder auch saisonal zu hohe Belastung mit UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor für hellen Hautkrebs. Die Prävention setzt daher genau hier an: Übermäßiges Sonnenbaden und schwerer Sonnenbrand sollten konsequent vermieden werden. Haut und Augen sollten durch Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme geschützt werden.

Übermäßige Sonnenexposition vermeiden

Die S3-Leitlinie der AWMF zur Vorbeugung von Hautkrebs empfiehlt folgende Verhaltensweisen, um bei entsprechender Wetterlage eine übermäßige Sonnenexposition zu vermeiden [1]:

  • So kurz wie möglich bei direkter Sonneneinstrahlung im Freien aufhalten
  • Mittagssonne meiden
  • Beim Aufenthalt in der Sonne die Eigenschutzzeit der Haut berücksichtigen
  • Wenn möglich im Schatten bleiben
  • Aktivitäten in den Morgen oder Abend verlegen
  • Die Haut im Frühling langsam an die Sonne gewöhnen
  • Sonnenbrand vermeiden

Die Haut durch Kleidung schützen

Wer sich bei hoher UV-Belastung im Freien aufhält, sollte Haut und auch Kopf durch geeignete Kleidung und Kopfbedeckung vor intensiver Sonne abschirmen. So schützt ein konventionelles T-Shirt die Haut beispielsweise in Höhe des UV-Schutzfaktors (UPF) 20. Spezielle UV-Kleidung kann einen noch höheren Schutzfaktor bieten. Der UV-Schutzfaktor ist vergleichbar mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) von Sonnencremes.

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Wichtig: Sehr dünne Stoffe können einen geringeren UPF aufweisen. Die S3-Leitlinie empfiehlt dann, ein weiteres Kleidungsstück zu ergänzen. Werden zwei Kleidungsstücke aus normaler Stoffstärke übereinander getragen, multipliziert sich der UPF. So ergeben zwei übereinander getragene T-Shirts mit einem UPF von jeweils 20 einen UPF von 400.

Die Augen sollten bei starker Sonneneinstrahlung durch eine Sonnenbrille geschützt werden. Wichtig: Die Sonnenbrille sollte der europäischen Norm EN 1836 entsprechen und ausreichend abdunkeln. Wie stark die Brille abdunkelt, gibt die Blendungskategorie an. Die S3-Leitlinie empfiehlt die Kategorien 2 und 3 für den Alltag, die Kategorie 4 hingegen für extreme Umgebungen wie Gletscher.

Sonnenschutzmittel nutzen

Für alle Körperstellen, die nicht durch Kleidung oder Kopfbedeckung geschützt werden können, sollten ein wasserfestes Sonnenschutzmittel genutzt werden.

Das Leitlinienprogramm Onkologie weist bei der Verwendung von Sonnenschutzmitten darauf hin, dass:

  • auf einen hohen Lichtschutzfaktor geachtet werden soll
  • eine möglichst dicke Schicht Creme aufzutragen ist (Faustformel: jede Körperregion benötigt einen Strang Sonnencreme, der so lang ist, wie die eigene Handinnenfläche) 
  • alle sonnenexponierten Stellen eingecremt werden sollen, auch Handrücken und Fußsohlen
  • die Creme vor dem Aufenthalt im Freien angewendet werden muss
  • der Schutz spätestens nach zwei Stunden sowie nach dem Baden erneuert werden soll

Kann heller Hautkrebs vererbt werden?

Weißer Hautkrebs selbst kann nicht vererbt werden - der Hauttyp jedoch schon. Haben beide Eltern helle Haare und einen hellen Hauttyp, sind auch die Kinder hellhäutig. Entsprechend besteht hier ein höheres Risiko an weißem Hautkrebs zu erkranken als bei Menschen mit einem dunkleren Hauttyp.

Die Inhalte dieser Seite wurden in Zusammenarbeit mit unserem Experten erstellt

08.01.2021
Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
Chefarzt Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie Leiter Hauttumorzentrum in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
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