Spiegelung des Dünndarms

Spiegelung des Dünndarms

Die Doppelballonendoskopie hat die Möglichkeit geschaffen, den gesamten Dünndarm mit einem flexiblen Endoskop einzusehen. Hierzu wird ein besonderes Endoskop verwendet, welches mit zwei Ballons und einem Übertubus ausgestattet ist. Dadurch kann das Endoskop unter Auffädelung des Darms durch den gesamten Dünndarm bewegt werden.

Der Dünndarm ist in der Regel der gesündeste Darmabschnitt. Hier treten nur äußerst selten Krebserkrankungen auf. Jedoch kann es zu Blutungen aus dem Dünndarm kommen. Etwa 5% aller Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt haben ihren Ursprung im Dünndarm. Patienten, die Blutverdünner einnehmen müssen, haben ein deutlich erhöhtes Blutungsrisiko. Kommt es zu offensichtlichen oder versteckten Blutungszeichen, wird zunächst eine Magen- und Dickdarmspiegelung durchgeführt.

Sollten sich hierbei keine Auffälligkeiten zeigen, liegt die Vermutung nahe, dass der Dünndarm die Blutungsquelle ist. Je nach Schweregrad der Blutung entscheiden wir, ob zunächst eine Kapselendoskopie durchgeführt wird, oder ob gleich eine Ballonenteroskopie durchgeführt werden sollte. Die Länge des Dünndarms beträgt vier bis sechs Meter. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Untersuchung des Dünndarms zeitlich aufwändig und anspruchsvoll ist, und der Patient für die Untersuchung eine Schlafspritze benötigt. In unserer Klinik werden jedes Jahr ca. 150 dieser Untersuchungen durchgeführt. Dabei muss der Patient zunächst abführen, damit der Dünndarm gut eingesehen werden kann.

Die Untersuchung erfolgt obligat in Sedierung und in unserem Durchleuchtungsraum. Die Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen kann helfen, das Endoskop über die verschiedenen Abschnitte des Dünndarms zu navigieren. Die Endoskopie beginnt über den Mund. Das Endoskop wird zunächst über die Speiseröhre und den Magen bis in den oberen Teil des Dünndarms vorgeschoben. Danach wird mittels Ballontechnik das Endoskop Schritt für Schritt in den Dünndarm eingeführt. Der Rückzug des Endoskops beginnt, wenn entweder der Dickdarm erreicht wurde oder kein weiterer Vorschub mehr mit dem Endoskop möglich ist. Am tiefsten Punkt erfolgt eine Tuschemarkierung. Am nächsten Tag wird bei Bedarf die Untersuchung noch einmal über den After durchgeführt. Hierbei wird das Endoskop über den Dickdarm bis in den unteren Dünndarm vorgeschoben. Dann beginnt wieder die Ballontechnik, und zwar so lange, bis die Tuschemarkierung erreicht wird. Auffälligkeiten werden gleich behandelt. In der Regel werden Blutungen im Dünndarm mit dem sogenannten Argon-Beamer (APC) verschorft.

Die Untersuchungszeit dauert in der Regel ein bis zwei Stunden. Wegen der Länge der Untersuchungszeiten und dem längeren nüchternem Intervall führen wir diese Art der Untersuchung nur unter stationären Bedingungen durch. Die Dünndarmendoskopie wird nur in speziellen Zentren durchgeführt - deshalb erfolgt in der Regel die spezielle Zuweisung in unser Zentrum über einen niedergelassenen Gastroenterologen, der bereits die Verdachtsdiagnose einer Dünndarmblutung gestellt hat. Daneben führen wir diese Untersuchung durch, wenn sich im Rahmen einer Anämieabklärung zeigt, dass eine Blutung aus dem Dünndarm vorliegt. Weitere Gründe, eine Doppelballon-Enteroskopie durchzuführen, können folgende Erkrankungen sein: M. Crohn, Polyposis-Syndrom, oder anderweitiger Verdacht einer Dünndarmerkrankung.

Gerne informieren wir Sie vorab über den Ablauf der Untersuchung im Rahmen eines Vorgespräches in unserem Bauchzentrum. Wenn Sie direkt einen stationären Termin vereinbaren wollen, können Sie direkt unsere Aufnahmekoordination kontaktieren.

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Bauchzentrum: Allgemeine Sprechstunde der Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie

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