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Reisethrombose: So beugen Sie vor
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Reisethrombose: So beugen Sie vor

München

Enge Sitze, wenig Bewegungsfreiheit und hohe Temperaturen: Reisen mit Flugzeug, Auto, Bus oder Bahn kann im Sommer ganz schön anstrengend sein. Es drohen geschwollene Beine und eine erhöhte Thrombose-Gefahr. Doch was kann man tun, um eine Reisethrombose zu vermeiden? Das erklärt Gefäßspezialist Dr. Reza Ghotbi vom Helios Klinikum München West

Nicht nur bei älteren oder venenkranken Menschen können stundenlanges Sitzen und die sommerliche Hitze das Risiko für eine Thrombose erhöhen: Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel vornehmlich in den Venen der Beine. Löst sich dieser Pfropf und wandert in die Lunge, verschließt dieser dort die Lungenadern, was zu einer plötzlichen Überlastung des Herzens führt. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer lebensbedrohlichen Embolie.

Bildunterschrift: Enge Sitze, wenig Bewegungsfreiheit und hohe Temperaturen: Reisen kann im Sommer ganz schön anstrengend sein und eine erhöhte Thrombose-Gefahr mit sich bringen. (Foto: Pfeffer & Salz Kommunikationsdesign)

Menschen mit Übergewicht, bestehenden Venen- und/oder Herzproblemen, Raucher, Frauen, die die Pille einnehmen oder schwanger sind, sollten besonders vorsichtig sein, sagt Dr. med. Reza Ghotbi, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Leiter des interdisziplinären Gefäßzentrums im Helios Klinikum München West. Was viele nicht wissen: Eine Thrombose kann bis zu 14 Tage nach einer langen Fahrt auftreten. Schwellungen, eine bläuliche Verfärbung am Bein, Schmerzen, ein Spannungsgefühl beim Laufen oder eine glänzende Haut sind erste Anzeichen dafür, sagt der Mediziner. Bei einem Verdacht ist es wichtig, schnellstmöglich einen Arzt zu konsultieren. 

Allgemeine Tipps von Dr. Ghotbi zur Vorbeugung von Thrombose:

  • Tragen Sie bequeme, lockere Kleidung und vermeiden Sie Schuhe mit hohen Absätzen.
  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder Saftschorlen zu sich, das beugt einer Eindickung des Blutes vor. Bei Temperaturen über 30° sollten 2,5 bis 3 Liter täglich getrunken werden.
  • Bewegen Sie sich ausreichend: Tagsüber sollten Sie mehr Laufen als Sitzen.
  • Duschen Sie Ihre Beine zum Schluss mit kaltem Wasser ab. Durch die Kälte ziehen sich Venen zusammen und das Blut kann wieder besser fließen.
  • Vermeiden Sie eine direkte Sonnenbestrahlung Ihrer Beine.
  • Legen Sie die Beine zwischendurch hoch, dadurch helfen Sie dem Blut leichter zum Herzen zurückzufließen.
  • Legen Sie bei langen Autofahren alle ein- bis zwei Stunden eine längere Pause ein.
  • Gehen Sie bei langen Flügen gelegentlich im Gang auf und ab.
  • Tragen Sie bei langen Flugreisen leichte Kompressionsstrümpfe zur Prophylaxe, wenn Sie unter einer Venenerkrankung leiden.

Sie sind unterwegs und haben nur begrenzt Platz? So können Sie die Venenpumpen durch Bewegung der Füße und Unterschenkel bei begrenzten Platzverhältnissen aktivieren:

  • Heben Sie Ihre Fersen vom Boden, drücken Sie die Fußballen bewusst in den Boden und rollen dann langsam auf die Ferse ab. Wiederholen Sie dies einige Male.
  • Stellen Sie Ihre Füße soweit es geht nach vorne und auseinander. Heben Sie ein Bein nach oben und lassen es kreisen. Anschließend wiederholen Sie die Kreise, dieses Mal ist das Sprunggelenk dran. Dann wechseln Sie das Bein.
  • Setzen Sie sich aufrecht, kippen das Becken nach hinten. Der untere Rücken wölbt sich dabei gegen die Lehne. Halten Sie diese Position für einige Sekunden. Dann bringen Sie das Becken nach vorn und kommen in ein leichtes Hohlkreuz.

Wer gehört eigentlich zur Risikogruppe?

Manche Menschen haben ein angeborenes erhöhtes Thrombose-Risiko durch einen fehlenden Blutgerinnungsfaktor. Die familiäre Veranlagung spielt dabei eine große Rolle. Ein Bluttest kann hier schnell Gewissheit verschaffen. Zur Risikogruppe gehören zudem Schwangere, Frauen, die sich einer Hormontherapie unterziehen, oder Menschen mit einer Venenschwäche. Sie sollten auf Warnsignale wie schwere, müde Beine und ziehende Schmerzen achten. Ein Gefäßexperte kann feststellen, ob eine Erkrankung des Venensystems vorliegt und was die beste Behandlungsmethode ist, um den Beschwerden entgegenzuwirken und das Thromboserisiko zu senken. Das Spektrum reicht dabei von Thrombosestrümpfen bis hin zur operativen Therapie. Auch im Helios Klinikum München West werden Thrombosen behandelt: Chefarzt Dr. Ghotbi und sein Team sind spezialisiert auf die Diagnose und Therapie von Thrombosen und deren Folgeerscheinungen. Erst kürzlich wurde das dortige Gefäßzentrum zum dritten Mal in Folge von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin für seine hohe Qualität bei der Behandlung von Patienten mit akuten sowie chronischen Arterien- und Venenerkrankungen ausgezeichnet.

Unser Experte

Dr. med. Reza Ghotbi

Chefarzt | Klinik für Gefäßchirurgie, Ärztlicher Direktor
Dr. med. Reza Ghotbi

Telefon

(089) 8892-2628