Leistung

Koloproktologie

Niemand spricht gerne darüber, dabei leiden viele Menschen unter Erkrankungen wie Hämorrhoiden oder Fisteln. Probleme am Darmausgang können zu massiven Beschwerden führen und Betroffene im Alltag deutlich beeinträchtigen. Wer unter Analbeschwerden leidet, sollte die Ursache immer vom Arzt abklären lassen.

Ein Schwerpunkt unserer Klinik liegt auf der Behandlung von Erkrankungen des Enddarmes. In unserer koloproktologischen Sprechzeit stehen Ihnen Spezialisten zur Seite und erörtern gezielt Ihre Probleme.

Untersuchung und Diagnostik

Eins vorab: Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Zunächst führen wir ein detailliertes Gespräch, in dem wir den Verlauf Ihrer Beschwerden erfragen. Anschließend führen wir eine Tastuntersuchung (rektal-digitale Untersuchung) der Analregion durch. Bei Erkrankungen, die von außen nicht sichtbar sind, ist eine Spiegelung des Enddarmes (Proktoskopie) und des Mastdarmes (Rektoskopie) erforderlich. Hierfür ist keine vorherige Darmentleerung notwendig: Die Untersuchungen finden ambulant in unserer Sprechzeit statt.

Konservative und operative Therapie

Probleme beim Sitzen, Juckreiz, Entzündungen und Blut im Stuhl – vergrößerte Hämorrhoiden braucht wahrlich kein Mensch. In Deutschland, so Schätzungen, plagen sie allerdings jeden Zweiten über 50-Jährigen. Anfangs helfen vorbeugende Maßnahmen und Salben, unbehandelt ziehen sich die krankhaft veränderten Schwellkörper nach dem Stuhlgang jedoch nicht mehr in den Anus zurück. Dann wird ein operativer Eingriff notwendig.

Neben der klassischen operativen Entfernung (Hämorrhoidektomie) bieten wir Betroffenen ein neues Laser-Verfahren zur schonenden Hämorrhoiden-Behandlung an. Bei dieser minimalinvasiven Technik werden unter Narkose kleine Schnitte im Bereich der vergrößerten Hämorrhoiden gesetzt. Durch diese winzigen Zugänge verödet eine gezielt in der Hämorrhoide platzierte Sonde das kranke Gewebe. Unter der Laserhitze schrumpfen die Knoten, zurück bleibt festes Narbengewebe, das vor einer Rückkehr der Vergrößerungen schützt.

Ein schmerzhafter Abszess (Eiter-Knoten) entsteht, wenn Keime aus dem Stuhl in einen Riss (Fissur) gelangen und so zu einer Entzündung der Analdrüse führen. Bei chronischem Verlauf bilden sich mit Entzündungsgewebe ausgekleidete Gänge (Fisteln), die in unterschiedliche Richtungen und Tiefen verlaufen können.

Analfissuren sind stark schmerzhafte Einrisse am After. Sie entstehen meist durch zu harten Stuhl und zu starkes Pressen beim Stuhlgang. Neben einer Stuhlregulierung ist eine Salbentherapie mit schmerzstillender und muskelentspannender Wirkung über mehrere Wochen notwendig. Bei einem chronischen Verlauf stehen Ihnen operative Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Abszesse müssen umgehend operativ eröffnet werden. Auch Fisteln sollten je nach Fistelart operativ behandelt werden. Bei oberflächlichem Verlauf heilen Fisteln ohne Auswirkung auf die Stuhlkontinenz ab. Wenn der Fistelgang jedoch den Schließmuskel durchbohrt, sind bei der Therapieentscheidung Auswirkungen auf die Schließmuskelfunktion zu bedenken. In einem solchen Fall setzen wir schließmuskelschonende Operationsverfahren ein.

Feigwarzen sind viral hervorgerufene Warzen, die operativ entfernt werden sollten, um eine weitere Ausbreitung oder gar Entartung zu verhindern. Wir entfernen Feigwarzen mittels einer durch elektrischen Strom erhitzten Drahtschlinge (Elektrokauter) oder einem Laser.

Wer unter Stuhlinkontinenz leidet, kann die Stuhlentleerung nicht mehr aktiv kontrollieren bzw. zurückhalten. Sie wird in drei Grade eingeteilt.

Die Ursachen der Stuhlinkontinenz sind vielfältig. Man unterscheidet die muskuläre Inkontinenz, bei der die Ursache in einer direkten Schädigung des Schließmuskels liegt. Bei der neurogen-sensorischen Inkontinenz dagegen sind die Schließmuskel intakt. Hier liegt eine indirekte Ursache wie zum Beispiel eine Beckenbodensenkung oder ein Enddarmvorfall vor. Auch als Folge einer Operation oder Tumorerkrankung kann eine Inkontinenz auftreten.

In der Regel führen wir zunächst eine konservative Therapie durch mit dem Ziel, die Verdauung zu regulieren und die Beckenbodenmuskulatur zu kräftigen. Begleitend kommen Ernährungsberatung  und Physiotherapie zum Einsatz. Regelmäßige selbst durchzuführende Übungen und eine gesunde Ernährung helfen in der Regel dabei, das Problem in den Griff zu bekommen.

Die nächste Stufe stellt die Anwendung von Schwellstrom zur Kräftigung der Haltestrukturen des Beckenbodens dar. In den meisten Fällen können wir durch diese Therapien eine deutliche Besserung oder gar Heilung der Stuhlinkontinenz erzielen. In seltenen Fällen ist eine operative Therapie notwendig.

Ein ausgezeichnetes Verfahren stellt heute die sakrale Nervenstimulation (SNS) dar. Dabei setzen wir dem Patienten in einem kleinen Eingriff Elektroden an die Austrittsstellen der Nerven über dem Kreuzbein ein, die den Enddarm regulieren. Ein kleiner Schrittmacher reguliert dann die Kontinenz.

Behandlungsablauf und Nachsorge

Haben wir die genaue Ursache für Ihre Beschwerden gefunden, beraten wir Sie eingehend über sämtliche Behandlungsmöglichkeiten. Sollte eine operative Therapie erforderlich sein, erfolgen die Vorbereitungen dafür ambulant. Am Eingriffstag werden Sie stationär aufgenommen und bleiben in der Regel zwei bis drei Tage. In Abstimmung mit Ihrem Hausarzt erfolgt anschließend die Weiterbehandlung.

Häufige Symptome bei proktologischen Erkrankungen sind:

  • Juckreiz und Brennen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Nässen der Analhaut
  • Übermäßiger Stuhldrang mit dem Gefühl der unvollständigen Entleerung
  • Druckgefühl im Dammbereich
  • Blutabgang
  • Stuhlinkontinenz

Koloproktologische Sprechzeit

Telefon

(02151) 739-6540

Öffnungszeiten

Dienstag: 13:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 14:30 - 18:00 Uhr